
Es gibt noch mehr Positives aus der Europäischen Union, aber eben nicht aus der Eurozone. Die britischen Hyptheken-Genehmigungen stiegen auf den besten Wert seit Januar und der CB Realisierter Handel, ein Indikator für den Einzelhandel drehte auf Wachstum, wenn auch nur knapp.
Dann trat Mario Draghi beim Wirtschaftstreffen der CDU in Berlin auf, erklärte zum gefühlt hunderttausendsten Mal, die Sicht der EZB zu lockerer Geldpolitik, verheimlichte dabei auch nicht, dass der Beitrag zur Reform der Eurozone aber nur ein kleiner sein kann, die Anstrengungen der Staaten seinen zu gering - das wird auch der Bundeskanzlerin gefallen haben. Allerdings macht Mario Draghi auch klar, dass ein Ende der lockeren Geldpolitik der EZB in weiter Ferne liege. Mit Blick auf die steigenen Zinsen für Anleihen aus Spanien und Italien ist sogar damit zu rechnen, dass bald wieder die Troika zum Retten ausrücken muss und dass die EZB dann mit ihrer in Deutschland gefürchteten Waffe dabei sein wird: OMT. Drohen allein wird diesmal nicht reichen, die Märkte werden wohl diesmal Taten sehen wollen, bevor sie den Italienern und Spaniern einen Zins-Rabatt einräumen. Na ja, die Italiener können ja bei Milliardär Silvio Berlusconi mal nachfragen, der ist vor kurzem wegen Steuerhinterziehung zu 4 Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtkräftig und ob es vollstreckt wird ist wegen des Alters von Berlusconi unsicher. Ach Italien....
In den USA bemühten sich währenddessen verschiedene Mitglieder der Fed, das letzten Donnerstag von Ben Bernanke abgegebene Statement herunterzuspielen. Die Märkte hätte alles überinterpretiert, meinte Narayana Kocherlakota aus Minneapolis und Dallas-Fed-Chef Richard Fisher meinte, dass die Geldpolitik ja auch nach einer Reduzierung der Anleihekäufe locker bliebe. Dem wollten die Märkte dann gern folgen und drehte am Dienstag ins Plus. Auch ausnehmend gute Daten aus den USA konnten die leicht einziehende Zuversicht, dass alles gar nicht so schlimm wird, nicht entscheidend unterdrücken.
Am Mittwoch
gibt es vergleichsweise wenige Ereignisse, welche die Märkte
interessieren könnten. Das für den Euro wichtige GfK-Konsumklima in
Deutschland und das französische BIP erschienen schon, wenn diese
Kolumne das Tageslicht erblickt. Das Konsumklima könnte für Erholung im
EUR/USD sorgen, denn so lange die Deutschen Angst um ihr Erspartes haben
dürfen, ist nicht auszuschließen, dass sie es einfach ausgeben. Die
Angst dürfte weiter begründet bleiben, wie wir wahrscheinlich schon in
wenigen Wochen sehen werden (she. Zinsen Italien und Spanien). Aber bevor
die Zukunft den Euro auf niederländisches Niveau befördert, könnte mit
ein paar positiven Zeichen aus der Konjunktur auch nochmal ein kleiner
Aufstieg erfolgen. Es wird wohl keine Gipfelsturm, aber die Ebene könnte
der Euro nochmal verlassen.Am Nachmittag, 14.30 Uhr, gibt es dann das US-BIP, von dem es glücklicherweise schon zwei Vorablesungen gab. Dass es also gravierend von den bisherigen Lesarten abweicht, wäre eine Überraschung. So werden wohl die Märkte am Nachmittag wieder mehr darüber sinnieren können, ob und wenn ja wann mit wie viel Liquiditätsentzug zu rechnen ist. Ein Entzug ist immer grausam und die Märkte sind auch nur Menschen.

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