Die Welt des Reisens

Donnerstag, 10. Juli 2014

Fed bietet Hoffnung, aber eben nur die Fed

Nachdem die US-Händler gestern erneut optimistisch in den Handel gingen und die Märkte stützen, kam in der Nacht die nächste Hiobsbotschaft aus China. Die Exporte wuchsen auf Jahressicht zwar um 7,2 %, erwartet wurden aber 10,6 %. Man muss sich wohl daran gewöhnen, dass die chinesische Wirtschaft in Zukunft langsamer wächst als zuletzt gewohnt.

Neben China reißen auch die schlechten Nachrichten aus Europa nicht ab. Die französische Industrieproduktion schrumpfte im letzten Monat um 1,27 % und schloss sich so dem Negativtrend aus Deutschland und Großbritannien an. Die Verbraucherpreise stagnieren in Frankreich. Hier wurde ein leichter Anstieg um 0,2 % erwartet. In Italien ist die Industrieproduktion im letzten Monat um 1,8 % gefallen. Auch auf Jahressicht sieht es in Italien mit -1,2 % düster aus. Erholung ist auf weiter Front nicht in sicht. In Finnland schrumft die Industrieproduktion um 3,1 % im letzten Monat! In den Niederlanden waren es -1,9 %. Nur die Slowakei zeigt sich robust: 6,1 % plus im Jahr. In Portugal verunsischert die Lage in der Holdung Espirito Santo die Anleger (ich berichtete gestern darüber). Die Portugal Telecom ist Gläubiger dieser Finanzkonstruktion und kommt auch immer mehr unter Druck.

Neben Cina hatte auch Japan schlechte Nachrichten für uns. Die eigentlich wenig beachteten Maschinenaufträge schrumpften um 19,5 %, wohl gemerkt in einem Monat. Erwartet wurden +0,7. Da freut man sich ja fast, dass wenigstens in Neuseeland der Einkaufsmanagerindex etwas zulegte.

Mit Freude nahmen die Märkte das Protokoll der letzten FOMC-Sitzung auf. Der FOMC geht zwar davon aus, dass man QE3 bis Oktober beendet habe, aber wichtiger war für die Märkte der Fokus der Fed auf das Wachstum, welches die Notenbänker mit Sorge sehen. Obwohl der FOMC Kritik an der Sorglosigkeit der Anleger übte, taten die Anleger gestern genau dies wieder und gingen voll ins Risiko, die Aktienindizes stiegen, allerdings nicht lange.

Der Dax hat dann am Morgen auch schon 0,9 % verloren und unter die Unterstützung bei 9.750 Punkten gefallen. Der Abverkauf hat also während ich das schreibe wieder Fahrt aufgenommen. Am Vormittag hielt sich der deutsche Leitindex lange über der 9.750. Die ist nun Makulatur. Es ist mit einem Durchbruch bis 9.615 Punkte zu rechnen. Vorher gab es auch schon sehr schwache Vorgaben aus Japan, China und nicht ganz so brutal aus Australien. Der EUR/USD prallte am Widerstand bei 1,3650 ab. Aktuell steht das Paar bei 1,3630.

In Großbritannien wuchs das Außenhandelsdefizit auf über 9 Mrd. GBP. Auch die RICS Hauspreisbilanzen blieben unter den Erwartungen. Cable hält sich trotzdem weiter über 1,71. Die Dollarschwäche dürfte auf die Hoffnung auf eine weiter anhaltende Niedrigzinsphase in den USA auch nach dem Ende von QE3 zurückzuführen sein. EUR/GBP legt ein wenig auf 0,7963 und verteidigt die 0,7950.

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