Erholung in der Eurozone? Das war wohl nur vorübergehend. Die Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone, aber auch aus Großbritannien und der Schweiz zeigen, dass die Rezessionsgefahr weiter akut bleibt. Ob die Notenbanken die Versäumnisse der Politik auf Dauer auffangen können, darf ruhigen Gewissens bezweifelt werden. Hinzu kommen in der EU Faktoren, die man selbst zumindest begünstigt hat. Die Sanktionen gegen Russland wären wahrscheinlich nicht nötig, wenn man die Belange Russlands bei der europäischen Expansionspolitik zumindest soweit berücksichtigt hätte, dass man sich mal im Vorfeld mit den Russen an einen Tisch gesetzt hätte, wären Sanktionen vielleicht gar nicht nötig geworden. Die Sanktionen bedrohen die Konjunktur in Europa und Russland und nebenbei den Lebensstandard der Menschen auf beiden Seiten. Ganz besonders gravierend trifft es natürlich die Ukrainer.
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Sanktionen sollen ja gesellschaftliche Veränderungen im sanktionierten Land bewirken. Manchmal klappt das sogar, auch wenn meist kein gutes Ergebnis dabei herauskommt - she. Syrien.
Am Nachmittag kommen noch wichtige Daten aus den USA heraus, von denen wir uns einige Aufschlüsse über die US-Konjunktur erhoffen können. Die USA dürften vorerst wenig von der Krise in Europa und Asien (Hongkongs Demokratiebewegung, könnte China vor gewaltige politische Zerwürfnisse stellen) beeinflusst werden, was auf Dauern nicht sein muss. Da aber zur Zeit an den Börsen wie in der Politik eher kurzfristig agiert wird, könnte ein guter Arbeitsmarkt wieder die Angst vor einer zeitnahen Zinserhöhung durch die Fed schüren. Aktuell präsentiert sich die US-Wirtschaft robust. Es bleibt freilich fraglich, ob dies auch so bleibt, wenn es rund um die Insel der Glückseligen rumort.
Forex
EUR/USD ist nach den schwachen Daten aus der Eurozone wieder unter die 1,26 zurückgefallen. Gegen Mittag konnte sich das Paar wieder um diese runde Marke stabilisieren. Hoffnungsvolles ist im Chart nicht zu sehen, so dass die Unterseite wohl weiter favorisiert werden muss. Bei 1,2240 und bei 1,2040 ist relevante Unterstützung zu erwarten.
Die Schwäche in Europa hat die Flucht in den US-Dollar wieder beschleunigt. EUR/USD verlor 0,23 %, GBP/USD 0,08 %. Am härtesten hat es aber wieder mal den Aussie getroffen, der eben auch noch unter den Problemen in China leidet. AUD/USD ist aktuell Tagesverlierer mit -0,47 %. Das Paar war heute schon mal deutlich tiefer unterwegs und testete die Unterstützung bei 0,8659, dem bisherigen Jahrestief. Darunter könnte es einen weiteren Abverkauf bis 0,8310 oder gar bis 0,8055, dem Tief aus dem Jahr 2010 geben.
Rohstoffe
Gold und Silber bleiben unter Druck. Bei Gold steht die 1.200-Marke im Fokus, wobei der wichtigere Support bei 1.178 $ liegt. Ein Bruch könnte Gold bei 1.045 $ "durchreichen". Silber handelt um 17 $. Bei einem Bruch käme das Tief von Anfang 2010 bei 14,65 in den Fokus. Silber hat allein seit Juli 4,50 € also knapp ein Viertel seines Wertes verloren.
Rohöl hat gestern nach den schwachen US-Daten alle Gewinne der letzten Tage wieder abgegeben und handelt nur noch bei 91,70 $. Gestern Mittag waren es noch knapp 95 $.
Aktienindizes
Die meisten europäischen Indizes agieren im Minus. Da erstaunt es, dass auisgerechnet der Dax trotz erschreckend schwachem deutschen Einkaufsmanagerindex knapp im Plus agiert. Der Euro Stoxx verzeichnet aktuell -0,27 %, in London stehen -0,46 %, in Frankreich -0,35 % und in Italien -0,13 % zu Buche. Nur in Spanien scheint alle Eitel Sonnenschein zu sein: +0,35 %. Dass der Schwiezer SMI bei +-0 steht kann eigentlich auch nicht an der Konjunktur liegen.
Aktien
Adidas will über den Kapitalmarkt über 1 Mrd. Euro frisches Geld einstreichen, was die Anleger mit einem Plus von 2,45 % quittierten. Auf der Unterseite finden wir Thyssen Krupp (-1,32 %), was wohl am schwachen Einkaufsmanagerindex lag. Schließlich dürfte das für die Stahlindustrie eher weniger Aufträge bedeuten. Außerdem im Keller: Die Lufthansa (-1,28 %). Der Streit um den Alterübergang der Piloten schwelt weiter. Zalando hat seit der Eröffnung 6,12 % verloren und handelt nur bei 22,63 €


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