Frankreich ist ein Hort der Solidität, wir haben es alle nur noch nicht bemerkt. Die Anleger belohnen, die so oft als Krisenstaat wahrgenommene Grande Nation und greifen trotz sinkender Rendite weiter kräftig zu. Eine 10-Jahres-Anleihe bringt noch 1,77 % Zinsen, die 15-jährige Anleihe wirft 2,38 % ab. Zuletzt waren es noch 1,96 bzw. 2,54 %.
Der Dax steigt auf 9.960 Punkte, dem Dow Jones fehlen nur noch 8 Punkte bis zur 17.000. Alles in Butter vor der großen Nachmittagsparty.
Marktanalysen, Markt-News. Die Berichterstattung auf diesen Seiten sind nicht als Handelsempfehlung zu verstehen. Sie spiegeln lediglich die Meinung des Autoren wider.
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Donnerstag, 3. Juli 2014
Dienstag, 13. August 2013
Danke für die Aufmerksamkeit
Bevor ich kurz auf den Markt eingehe, möchte ich hier einfach mal Danke sagen, dass Ihr jeden Tag so fleißig lest, was ich Euch hier vorsetze. Als ich mit dem schüchternen Posten, damals noch auf der Wall von EUR/USD mit drei oder vier Zeilen, begann, habe ich nicht im Traum daran gedacht, dass meine Chartanalysen täglich mehr als hundert Leute lesen und auch die Kolumnen zunehmendes Interesse finden. Ich wollte über diese Posts eigentlich Kommentare provozieren, die mir erklären, wie falsch ich mit meinen Analysen und Prognosen liege. Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich so den Markt besser verstehe. Ok, damit bin ich dann mal gründlich gescheitert. Es kam das Gegenteil heraus. Es kamen Fragen, wie kommst Du zu dieser Prognose, irgendwann kamen zielgerichtete Fragen und irgendwann reichte das Feld zum Posten im eToro OpenBook nicht mehr aus. Das witzige ist, dass ich eigentlich nie großartig Werbung gemacht habe, Ich habe es regelrecht vermieden, den Anschein zu erwecken, dass ich Follower haben möchte oder Kopierer. Dass heute an einem Tag bis zu 50 Follower an einem Tag neu hinzukommen, ist ein irres Gefühl, aber auch eine irre Verantwortung. Es ist nicht möglich, den Markt immer richtig vorherzusehen.
Deswegen ist es egal, was ich schreibe, es kann die eigene Analyse eines jeden einzelnen nicht ersetzen. Sie kann vielleicht Impulse für das eigene Nachdenken setzen - dann hat meine Arbeit schon viel bewirkt. Das gilt übrigens auch für die Profis. Auch die liegen nicht immer richtig, oder anders gesagt, sie sprechen vielleicht von einem anderen Zeitfenster. Seit Wochen erwarten einige den großen Bang und die Flucht in den US-Dollar. Dieses Szenario wird kommen, denn die Fed wird wahrscheinlich als erste Notenbank die Geldschwemme ein wenig eindämmen. Die Frage ist nur wann kommt dieses Szenario? Da ist Nüchternheit gefragt. Bei meinen Analysen bemühe ich mich etwa ein Zeitfenster von 18 bis 24 Stunden zu treffen. Mehr halte ich für Größenwahn, weil zu viele Einflüsse eine solche Langzeitprognose platzen lassen können. Es gibt natürlich Grundtendenzen, aber eine detailliertere Chartanalyse ist meiner Ansicht nach nicht längerfristig möglich. Im Prinzip ist es bei der Marktanalyse ähnlich wie bei der Wetterprognose. Je langfristiger sie ist, desto fehleranfälliger ist sie auch.
Seit die Zahl der Follower an meiner Wall und der Leser meiner Posts stetig steigt, bedeutet das für mich eine größere Verantwortung. Klar, ich habe den Ehrgeiz möglichst richtig zu liegen. Nicht immer gelingt das, denn der Markt hat seine eigenen Regeln. Wichtig ist mir deshalb immer, dass ich den Lesern Raum für ihre eigene Entscheidung lasse. Ich kann und will diese Entscheidung niemandem abnehmen. Was unsere Gemeinschaft bei eToro stark macht ist, dass es noch nie ein böses Wort gegeben hat, wenn ich mich mal geirrt habe. Ich danke für Eure Fairness, denn sie bestärkt mich, das Richtige zu machen. So, nun aber zum Marktgeschehen
Ich konnte heute mal ein wenig in diese Richtung abschweifen, weil ich den Markt von heute ja schon gestern besprochen hatte. Der Montag war wie erwartet ein wahrer Schontag. Damit dürfte es heute vorbei sein. Vielleicht hat schon die Bank of Japan mit ihrem Versammlungsprotokoll dem Yen einen ordentlichen Impuls gegeben. Die spannende Frage war, wie einig waren sich die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses, keine weiteren geldpolitischen Maßnahmen zu ergreifen. Die Konjunkturerholung in Japan kühlt ja langsam schon wieder ab, die Bank of Japan scheint aber nicht reagieren zu wollen. Japan ist im Prinzip hoffnungslos überschuldet, was offenbar den ersten Konflikt zwischen BoJ und japanischer Regierung zutage treten lässt. Ich habe darüber gestern ausführlich geschrieben.
Auch die Konjunkturerwartungen des ZEW und die für mein Empfinden recht optimistischen Prognosen habe ich bereits gestern beleuchtet.
Widmen wir uns deshalb den Daten aus Großbritannien. Unter anderem wird hier die Verbraucherpreisinflation veröffentlicht. Diese Kennzahl ist in sofern interessant, weil die Bank of England bei der aktuell recht hohen Inflation von 2,9 % eher von einem vorübergehenden Phänomen ausgeht und Analysten die Vermutung äußerten, dass die Bank of England die Zinsen nicht vor 2016 anheben wird. Eine gewagte These, vor allem wenn man bedenkt, dass Mark Carney erklärt hat, dass die Bank erst die Zinsen anheben wird, bevor sie die Anleihekäufe zurückfährt. Dies würde dann also bedeuten, dass die Bank of England eigentlich drei Jahre Urlaub machen kann. Glücklicherweise sind die Märkte schnelllebiger und man sollte sich auf die jahrelange Tatenlosigkeit der Notenbänker in London lieber nicht versteifen.
Sollte nämlich die Fed aus QE3 aussteigen und der Dollar an Wert gewinnen, bedeutet dies unter anderem für die Wirtschaft im vereinigten Königreich höhere Rohstoffpreise. Ob sich die BoE dann auf Tatenlosigkeit beschränkt?
Aus den USA folgen noch die Einzelhandelsumsätze, die sicher nicht zu gut ausfallen dürfen, weil sonst die Angst vor Tapering, also der Eingrenzung der Anleihekäufe, wieder ins Spiel kommt. Das wäre nicht gut für die Aktienmärkte, aber für den Dollar.
Vor Erscheinen der nächsten Kolumne wird am Mittwoch, 8 Uhr, das deutsche BIP in einer Vorabveröffentlichung veröffentlicht. Wirkt sich die leichte Erholung der Konjunktur in der Eurozone auch auf die Euro-Wirtschaftslokomotive aus? Die Prognosen erwarten eine deutlich Steigerung. Für das 2. Quartal soll es ein sattes Plus von 0,6 % geben, auf Jahresbasis soll sich der Wert von -1,4 % auf +0,3 % verbessern. Bescheiden sind die Vorgaben jedenfalls nicht.
Die größere Zitterpartie dürfte übrigens schon eine halbe Stunde vorher stattfinden. Die Franzosen veröffentlichen die erste Lesung ihres BIPs vom zweiten Quartal. Es soll um 0,2 % gestiegen sein. Dann wollen wir mal im Interesse des Euro die Daumen drücken!
Deswegen ist es egal, was ich schreibe, es kann die eigene Analyse eines jeden einzelnen nicht ersetzen. Sie kann vielleicht Impulse für das eigene Nachdenken setzen - dann hat meine Arbeit schon viel bewirkt. Das gilt übrigens auch für die Profis. Auch die liegen nicht immer richtig, oder anders gesagt, sie sprechen vielleicht von einem anderen Zeitfenster. Seit Wochen erwarten einige den großen Bang und die Flucht in den US-Dollar. Dieses Szenario wird kommen, denn die Fed wird wahrscheinlich als erste Notenbank die Geldschwemme ein wenig eindämmen. Die Frage ist nur wann kommt dieses Szenario? Da ist Nüchternheit gefragt. Bei meinen Analysen bemühe ich mich etwa ein Zeitfenster von 18 bis 24 Stunden zu treffen. Mehr halte ich für Größenwahn, weil zu viele Einflüsse eine solche Langzeitprognose platzen lassen können. Es gibt natürlich Grundtendenzen, aber eine detailliertere Chartanalyse ist meiner Ansicht nach nicht längerfristig möglich. Im Prinzip ist es bei der Marktanalyse ähnlich wie bei der Wetterprognose. Je langfristiger sie ist, desto fehleranfälliger ist sie auch.
Seit die Zahl der Follower an meiner Wall und der Leser meiner Posts stetig steigt, bedeutet das für mich eine größere Verantwortung. Klar, ich habe den Ehrgeiz möglichst richtig zu liegen. Nicht immer gelingt das, denn der Markt hat seine eigenen Regeln. Wichtig ist mir deshalb immer, dass ich den Lesern Raum für ihre eigene Entscheidung lasse. Ich kann und will diese Entscheidung niemandem abnehmen. Was unsere Gemeinschaft bei eToro stark macht ist, dass es noch nie ein böses Wort gegeben hat, wenn ich mich mal geirrt habe. Ich danke für Eure Fairness, denn sie bestärkt mich, das Richtige zu machen. So, nun aber zum Marktgeschehen
Ich konnte heute mal ein wenig in diese Richtung abschweifen, weil ich den Markt von heute ja schon gestern besprochen hatte. Der Montag war wie erwartet ein wahrer Schontag. Damit dürfte es heute vorbei sein. Vielleicht hat schon die Bank of Japan mit ihrem Versammlungsprotokoll dem Yen einen ordentlichen Impuls gegeben. Die spannende Frage war, wie einig waren sich die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses, keine weiteren geldpolitischen Maßnahmen zu ergreifen. Die Konjunkturerholung in Japan kühlt ja langsam schon wieder ab, die Bank of Japan scheint aber nicht reagieren zu wollen. Japan ist im Prinzip hoffnungslos überschuldet, was offenbar den ersten Konflikt zwischen BoJ und japanischer Regierung zutage treten lässt. Ich habe darüber gestern ausführlich geschrieben.
Auch die Konjunkturerwartungen des ZEW und die für mein Empfinden recht optimistischen Prognosen habe ich bereits gestern beleuchtet.
Widmen wir uns deshalb den Daten aus Großbritannien. Unter anderem wird hier die Verbraucherpreisinflation veröffentlicht. Diese Kennzahl ist in sofern interessant, weil die Bank of England bei der aktuell recht hohen Inflation von 2,9 % eher von einem vorübergehenden Phänomen ausgeht und Analysten die Vermutung äußerten, dass die Bank of England die Zinsen nicht vor 2016 anheben wird. Eine gewagte These, vor allem wenn man bedenkt, dass Mark Carney erklärt hat, dass die Bank erst die Zinsen anheben wird, bevor sie die Anleihekäufe zurückfährt. Dies würde dann also bedeuten, dass die Bank of England eigentlich drei Jahre Urlaub machen kann. Glücklicherweise sind die Märkte schnelllebiger und man sollte sich auf die jahrelange Tatenlosigkeit der Notenbänker in London lieber nicht versteifen.
Sollte nämlich die Fed aus QE3 aussteigen und der Dollar an Wert gewinnen, bedeutet dies unter anderem für die Wirtschaft im vereinigten Königreich höhere Rohstoffpreise. Ob sich die BoE dann auf Tatenlosigkeit beschränkt?
Aus den USA folgen noch die Einzelhandelsumsätze, die sicher nicht zu gut ausfallen dürfen, weil sonst die Angst vor Tapering, also der Eingrenzung der Anleihekäufe, wieder ins Spiel kommt. Das wäre nicht gut für die Aktienmärkte, aber für den Dollar.
Vor Erscheinen der nächsten Kolumne wird am Mittwoch, 8 Uhr, das deutsche BIP in einer Vorabveröffentlichung veröffentlicht. Wirkt sich die leichte Erholung der Konjunktur in der Eurozone auch auf die Euro-Wirtschaftslokomotive aus? Die Prognosen erwarten eine deutlich Steigerung. Für das 2. Quartal soll es ein sattes Plus von 0,6 % geben, auf Jahresbasis soll sich der Wert von -1,4 % auf +0,3 % verbessern. Bescheiden sind die Vorgaben jedenfalls nicht.
Die größere Zitterpartie dürfte übrigens schon eine halbe Stunde vorher stattfinden. Die Franzosen veröffentlichen die erste Lesung ihres BIPs vom zweiten Quartal. Es soll um 0,2 % gestiegen sein. Dann wollen wir mal im Interesse des Euro die Daumen drücken!
Meine Analysen und Marktbeobachtungen stellen keine Handelsempfehlungen dar.
Wer mir eine Nachricht hinterlassen möchte, ist herzlichst eingeladen hier einen Kommentar zu hinterlassen oder mich direkt auf dem eToro OpenBook zu besuchen:
Dienstag, 25. Juni 2013
Starke US-Daten sollten den US-Dollar weiter beflügeln
Während die Eurozone weiter vor sich hin kriselt ("Highlight" heute: Niederländische Wirtschaftswachstum der letzten 12 Monate - 1,8 %), konnten die USA eine gute Auftragslage bei den Gebrauchsgütern und hervorragende Daten vom Immobilienmarkt melden. Während die USA sich offenbar auf Wachstumskurs befinden, scheint Europa weiter nach dem Weg aus der Krise zu suchen.
Nach 36 Stunden Seitwärtsbewegung dreht so EUR/USD wieder gen Süden und nähert sich der 1,3050. Fundamental-analytisch spricht vieles für weitere Verluste. Ein Blick auf den Chart zeigt aber, dass das Bild von EUR/USD noch gar nicht so dramatisch negativ aussieht.
Wir befinden uns innerhalb einer Dreiecksformation (Linien 1 und 2), deren Auflösung nach unten erst bei 1,2940 zu erwarten ist. Der Ichmoku zeigt, dass sich das Paar im Daily-Chart immer noch über der Wolke aufhält. Tenkan (3) und Kijun (4) zeigen aber nicht mehr nach oben und signalisieren so eine Trendumkehr. Dazu hat der Kurs Kijun gebrochen, was als weiteres Zeichen einer Trendumkehr zu werten ist. Solange die Wolke aber nicht durchbrochen ist, ist aus Sicht des Ichimoku Vorsicht mit allzu optimistischen Abverkaufsszenarien geboten.
Der RSI steht bei rund 44 und hat damit viel Luft nach unten. Auch im 4H-Chart ist der RSI aus seinem überverkauften Modus herausgekommen. Nach der leichten Erholungsbewegung des Montag und Dienstagvormittag hat EUR/USD auch im kurzfristigeren Bereich wieder Platz für weitere Abverkäufe. Der Kurs ist unter der Wolke, was schon mal ein bärisches Szenario bevorzugt. Allerdings, auch hier haben Tenkan (1) und Kijun (2) eher in den neutralen Bereich gedreht. Dies ist ein Zeichen, dass man beobachten sollte, was aber nicht unbedingt für ein Ende des Trends spricht, denn aktuell handelt das Paar sogar unter Tenkan und Kijun. Erst ein Bruch des Kijun nach oben würde den Abwärtstrend beenden.
Unabhängig vom Ichimoku kann man bei 1,3150 Widerstand ausmachen. Die Unterstützungslinien sind bei 1,3050 und 1,2977 zu finden.
Termine können die Chartanalyse natürlich erheblich beeinflussen. Schon 23 Uhr tritt US-Finanzminister Lew auf. Das ist der Mann, der für die neue Serie von Dollar-Noten unterschrieben geübt hat. Sachen gibt es...
Am Mittwoch erwarten wir 8 Uhr das GfK-Konsumklima aus Deutschland, ein wichtiger Impuls für den Euro. Zuletzt sah der Index immer freundlich aus. Diesmal wird mit Stagnation gerechnet. Ein fallender GfK könnte, den Bären neue Power geben. Ein Wert über den erwarteten 6,5 sollte Erholungspotential für den Euro bedeuten. Das könnte aber von kurzer Dauer sein, denn das französische BIP droht. Und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass unsere westlichen Nachbarn der kranke Mann Europas sind. Für das letzte Quartal wird eine erneute Schrumpfung des Wirtschaftsleistung um 0,2 % befürchtet. So stand es auch in der Vorabveröffentlichung. Drücken wir die Daumen, dass es nicht noch schlechter wird, wobei - die Franzosen wollen ja einen schwachen Euro. Außerdem wird am Nachmittag das US-BIP veröffentlicht. Mehr dazu am Mittwoch-Vormittag.
Da werden wir dann auch den scheidenden Gouverneur der Bank of England, Mervyn King, gebührend feiern. Vorher haben wir hier schon mal ein paar Charts für Pound Sterling. Cable, also GBP/USD, sieht auch gar nicht so bearish aus. Klar, übergeordnet sieht das schon eher nach short aus, aber zuletzt konnte sich das Paar sogar ein wenig erholen. Der Ichimoku hält sich mit einer Meinung auch ziemlich zurück, und da Mervyn King am Wochenende seinen Schreibtisch räumt, sollte da auch kein Impuls zu erwarten sein. Man kann es drehen und wenden wie man will. Cable bietet nicht wirklich einen Trend. Neutral heißt das dann so schön.
EUR/GBP hat einen beeindruckenden Abverkauf hingelegt und es ist noch ein Ende in Sicht. der RSI verbietet keine weiteren Verluste und der Ichimoku sagt ebenfalls: Verkaufen. Immerhin, eine Unterstützung bei 0,8475 könnte den Euro retten, aber wahrscheinlicher ist wohl ein Bruch bis 0,8440. Entscheidende Voraussetzung dafür sind freilich schlechte Daten aus Deutschland und Frankreich (she. oben). Auf der Oberseite wartet bei 0,8510 Widerstand.
So, ich hoffe die Charts und ein tieferer Blick in die Wolken(-Charts) haben gefallen, dann lesen wir uns hier morgen wieder. Verpasst auch nicht meine Morgenkolumne mit einem Blick auf einzelne Termine im eToro-Blog. Weitere aktuelle Kommentare zum Markt gibt es an meiner eToro-Wall.
Nach 36 Stunden Seitwärtsbewegung dreht so EUR/USD wieder gen Süden und nähert sich der 1,3050. Fundamental-analytisch spricht vieles für weitere Verluste. Ein Blick auf den Chart zeigt aber, dass das Bild von EUR/USD noch gar nicht so dramatisch negativ aussieht.
Wir befinden uns innerhalb einer Dreiecksformation (Linien 1 und 2), deren Auflösung nach unten erst bei 1,2940 zu erwarten ist. Der Ichmoku zeigt, dass sich das Paar im Daily-Chart immer noch über der Wolke aufhält. Tenkan (3) und Kijun (4) zeigen aber nicht mehr nach oben und signalisieren so eine Trendumkehr. Dazu hat der Kurs Kijun gebrochen, was als weiteres Zeichen einer Trendumkehr zu werten ist. Solange die Wolke aber nicht durchbrochen ist, ist aus Sicht des Ichimoku Vorsicht mit allzu optimistischen Abverkaufsszenarien geboten.
Der RSI steht bei rund 44 und hat damit viel Luft nach unten. Auch im 4H-Chart ist der RSI aus seinem überverkauften Modus herausgekommen. Nach der leichten Erholungsbewegung des Montag und Dienstagvormittag hat EUR/USD auch im kurzfristigeren Bereich wieder Platz für weitere Abverkäufe. Der Kurs ist unter der Wolke, was schon mal ein bärisches Szenario bevorzugt. Allerdings, auch hier haben Tenkan (1) und Kijun (2) eher in den neutralen Bereich gedreht. Dies ist ein Zeichen, dass man beobachten sollte, was aber nicht unbedingt für ein Ende des Trends spricht, denn aktuell handelt das Paar sogar unter Tenkan und Kijun. Erst ein Bruch des Kijun nach oben würde den Abwärtstrend beenden.
Unabhängig vom Ichimoku kann man bei 1,3150 Widerstand ausmachen. Die Unterstützungslinien sind bei 1,3050 und 1,2977 zu finden.
Termine können die Chartanalyse natürlich erheblich beeinflussen. Schon 23 Uhr tritt US-Finanzminister Lew auf. Das ist der Mann, der für die neue Serie von Dollar-Noten unterschrieben geübt hat. Sachen gibt es...
Am Mittwoch erwarten wir 8 Uhr das GfK-Konsumklima aus Deutschland, ein wichtiger Impuls für den Euro. Zuletzt sah der Index immer freundlich aus. Diesmal wird mit Stagnation gerechnet. Ein fallender GfK könnte, den Bären neue Power geben. Ein Wert über den erwarteten 6,5 sollte Erholungspotential für den Euro bedeuten. Das könnte aber von kurzer Dauer sein, denn das französische BIP droht. Und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass unsere westlichen Nachbarn der kranke Mann Europas sind. Für das letzte Quartal wird eine erneute Schrumpfung des Wirtschaftsleistung um 0,2 % befürchtet. So stand es auch in der Vorabveröffentlichung. Drücken wir die Daumen, dass es nicht noch schlechter wird, wobei - die Franzosen wollen ja einen schwachen Euro. Außerdem wird am Nachmittag das US-BIP veröffentlicht. Mehr dazu am Mittwoch-Vormittag.
Da werden wir dann auch den scheidenden Gouverneur der Bank of England, Mervyn King, gebührend feiern. Vorher haben wir hier schon mal ein paar Charts für Pound Sterling. Cable, also GBP/USD, sieht auch gar nicht so bearish aus. Klar, übergeordnet sieht das schon eher nach short aus, aber zuletzt konnte sich das Paar sogar ein wenig erholen. Der Ichimoku hält sich mit einer Meinung auch ziemlich zurück, und da Mervyn King am Wochenende seinen Schreibtisch räumt, sollte da auch kein Impuls zu erwarten sein. Man kann es drehen und wenden wie man will. Cable bietet nicht wirklich einen Trend. Neutral heißt das dann so schön.
EUR/GBP hat einen beeindruckenden Abverkauf hingelegt und es ist noch ein Ende in Sicht. der RSI verbietet keine weiteren Verluste und der Ichimoku sagt ebenfalls: Verkaufen. Immerhin, eine Unterstützung bei 0,8475 könnte den Euro retten, aber wahrscheinlicher ist wohl ein Bruch bis 0,8440. Entscheidende Voraussetzung dafür sind freilich schlechte Daten aus Deutschland und Frankreich (she. oben). Auf der Oberseite wartet bei 0,8510 Widerstand.
So, ich hoffe die Charts und ein tieferer Blick in die Wolken(-Charts) haben gefallen, dann lesen wir uns hier morgen wieder. Verpasst auch nicht meine Morgenkolumne mit einem Blick auf einzelne Termine im eToro-Blog. Weitere aktuelle Kommentare zum Markt gibt es an meiner eToro-Wall.
Ich bin aktuell im EUR/USD investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.
Wer
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