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Freitag, 19. September 2014

Nach Schottland-Rallye bröckeln die Kurse


Alibaba Headquater in Hangzhou
Foto: Wikipedia / Thomas LOMBARD

Nach der Erleichterung der Märkte, dass das Vereinigte Königreich erhalten bleibt, gaben die Aktienmärkte heute nachmittag wieder nach. Ob es nur der Hexensabbat war oder tiefere gründe dahinter stecken, wird man erst einmal abwarten müssen. Die nahende restriktivere Geldpolitik der Fed wirft seine Schatten voraus. Erkennbar wird dies auch an der weiter ungebrochenen Dollar-Stärke. Das ist für Rohstoffe schlecht. Heute litt vor allem Silber.
Alibaba hat in den ersten zwei Stunden des Börsenhandels 36 % Gewinn gemacht.





Der Markt 2014-09-19 von Berufstouri

Schottland stimmt für Sachargumente

Am Ende haben wohl die Sachargumente über die emotionalen gewonnen. Die Mehrheit der Schotten hat sich gegen die Abspaltung von Großbritannien und damit für Sicherheit, Vertrautheit und gegen Experimente entschieden. Der Wohlstand der Schotten ist eng verbunden mit Großbritannien und dessen Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Eine Abspaltung Schottlands hätte dem Land seine wichtigsten Märkte genommen und viele ungeklärte Fragen hinterlassen. Warum ein Wagnis eingehen, wenn es einem gut geht. Großbritannien ist eines der reichsten Länder der Welt.

Die Marktteilnehmer haben diese Entscheidung wohl geahnt. Trotzdem, die Aktienmärkte legten am Morgen deutlich zu. Der Dax hat den Widerstand um 9.800 überwunden und steht knapp unter der 9.870. Ein Bruch würde die 10.000 freigeben. Treiben tut die Aussicht auf die zusätzliche Liquidität der EZB. Auch der FTS legt mit 0,7 % deutlich zu, aber nicht am meisten. Den Spaniern muss ein Stein vom Herzen gefallen sein. Der IBEX gewinnt 1,3 % und hat fast das Jahreshoch bei 11.242 Punkten erreicht. 

EUR/USD hat sich kaum bewegt. nach der Erholung gestern handelt das Magerpaar um 1,29. Ein leichter Druck ist am Morgen aber erkennbar. Cable hat in der Nacht die 1,6530 angetestet und hat sich danach zunächst wieder zurückgezogen. Der befürchtete volatile Ausschlag ist ausgeblieben.

Die Wirtschaftstermine sind heute überschaubar. Die deutschen Erzeugerpreise sind im Rahmen der Erwartungen geblieben und sanken im zweiten Monat in Folge um 0,1 %. Davor gab es 0,0 %. Gestiegen sind die Erzeugerpreise zuletzt im Januar 2014. Hier wird deutlich wie stark auch Deutschland von Deflationsgefahr betroffen ist und dass ein stärkerer Euro für Deutschand weit weniger gut wäre, als es die AfD aktuell den Stammtischen versucht zu vermitteln. Generell zeigt dies, dass auch Deutschland dringend die Nachfrage stimulieren muss. Ökonomische Daten zeigen manchmal eben doch dass "böse" Organisationen wie EU, OECD und IWF nicht immer unrecht haben. 

Am Nachmittag gibt es noch die Verbraucherpreise und Großhandelsumsätze aus Kanada. Ein ruhiger Wochenausklang mit einem aus Marktsicht erfreulichen Ereignis also. Hoch leben die Schotten, die gezeigt haben, wie weise ein Volk ist. Auch unsere Politiker sollten sch mehr trauen und öfter mal auf´s Volk hören. Dann erledigt sich die AfD vielleicht bald von selbst.

Donnerstag, 18. September 2014

Fed: Zinsen bleiben unten / Heute Blick auf Schottland

Der FOMC hat bei zwei Gegenstimmen beschlossen, dass die Zinsen noch eine beträchtliche Zeit niedrig bleiben. Fed-Chefin Janet Yellen hat betont, dass sich die Faktenlage im Vergleich zur letzten FOMC-Sitzung kaum geändert habe, so dass es auch keinen Anlass gab, die Meinung über die Geldpolitik zu ändern. Immerhin erwarten die Notenbänker aber ein höheres Tempo der Zinserhöhungen. Hatten sie im Juni für Ende 2015 noch ein Zinsniveau von durchschnittlich 1,125 % vorhergesagt, sind es nun 1,375 %.

Die Aktienmärkte profitierten von den Aussagen leicht. Nachdem der Dow Jones mit 17.218 Punkten ein neues Allzeithoch markierte zog er sich wieder an das bisherige Hoch um 17.170 Punkte zurück. Der S&P500 schob sich bis 2.012,6 Punkte, um danach wieder auf gut 2.000 Punkte zurückzufallen. Den Händlern fällt es offenbar nicht leicht, die FOMC-Sitzung einzuordnen. Auf der einen Seite steigen die Zinsen offenbar doch erst frühestens im Frühjahr 2015, auf der anderen Seite scheinen die Zinsschritte dann aber massiver auszufallen. Das hat dann auf alle Fälle den US-Dollar getrieben.

EUR/USD fiel vorübergehend Unter die Unterstützung bei 1,2855. In der Nacht konnte sich das Paar aber wieder erholen und handelt bei 1,2875. Einen enormen Auftrieb erhielt USD/JPY. dass inzwischen bei 108,67 handelt. Widerstand gibt es nun bei 110,60, wobei es nach dem starken Anstieg der letzten Stunden durchaus eine Korrektur geben kann. Unterstützt wird das Paar bei 106,50.

In Asien profitierte der Nikkei vom schwachen Yen und legte um 1,13 % zu. Ansonsten war das Bild weniger erfreulich. Australien gewann 0,16 %, Shanghai 0,09 %. Der Hang Seng büßte aber 1,21 % ein, der KOSPI in Korea verliert 0,72 %. Sehr durchwachsene Vorgaben für Europa also.

Hier wird heute mit Spannung erwartet, wie sich die Schotten zu ihrer möglichen Unabhängigkeit positionieren. Das Ergebnis wie seine Auswirkungen auf die globalen Märkte sind kaum absehbar. Wahrscheinlich ist, dass ein Nein der Schotten die Märkte aufatmen lässt und GBP stärken würde. Ein Ja, dürfte Angst vor weiterer Kleinstaaterei in Europa schüren und die europäischen Märkte insgesamt in Mitleidenschaft ziehen.

Auch heute gilt also: VORSICHT ist die Mutter der Porzellankiste. Die Schottischen Wahllokale sind bis 23 Uhr MEZ geöffnet. Es wird keine Hochrechnungen geben. Das Ergebnis des Referendums überrascht uns dann am Freitagmorgen. Wahrscheinlich wird es aber schon vorher Prognosen und Gerüchte geben. Und Gerüchte bewegen ja die Märkte. Nur wer sie Voraussagen kann, sollte heute eine Prognose zum Handelsverlauf abgeben. Ich kann es nicht und bleibe an der Seitenlinie.

Trotzdem noch schnell ein Blick auf den Dax: Der deutsche Leitindex hat sich wieder über die Aufwärtstrendlinie gehangelt, handelt aber weiter in seiner Range zwischen 9.600 und 9.790/800. Am ehesten darf man heute damit rechnen, dass die Händler die Ergebnisse aus Schottland abwarten.

Montag, 15. September 2014

Vorsicht ist angesagt

Mit Abschlägen reagierten die asiatischen Börsen auf die schwachen chinesischen Daten. Der Hang Seng reagierte verschnupft und gab 0,7 % ab. Schanghai liegt erstaunlicherweise trotzdem mit 0,25 % im Plus. Der australische ASX verliert gut 1 %, in Korea sind es -0,3 %.

In Deutschland gab es Landtagswahlen, welche die Protestpartei AfD als Sieger sahen. Während sich in Brandenburg die SPD den Koalitionspartner aussuchen kann, wird eine Regierungsbildung in Thüringen schwer, denn Abseits der AfD sind nur hauchdünne Mehrheiten möglich.

Der Dax startet mit einem Abschlag in den Tag. Der deutsche Leitindex hat den Aufwärtstrend endgültig gebrochen und steht aktuell an der Unterstützung bei 9.600 Punkten. Weitere Abgaben sind angesichts der Ereignisse in dieser Woche durchaus denkbar. Am Mittwoch trifft sich der FOMC, um über die Geldpolitik der USA zu entscheiden und am Donnerstag steigt das Referendum um Schottlands Unabhängikeit. Der Ausgang ist jeweils ungewiss, die Marktreaktion könnte heftig ausfallen. So dürfte im Vorfeld Vorsicht angesagt sein. Nächste Unterstützungen im Dax sin bei 9.540 und 9.466 Punkten auszumachen.

EUR/USD startet fast unverändert zum Freitagabend bei 1,2950.

Sonntag, 14. September 2014

FOMC und Schottisches Referendum als Highlights

Das Sitzungsergebnis und vor allem die Ausführungen von Fed-Chair Janet Yellen dürften in der kommenden Woche den Fokus der Marktteilnehmer auf sich ziehen. In der vergangenen Woche haben die Marktteilnehmer das Einpreisen der ersten Zinserhöhung fortgesetzt. Ja nach Aussage am Mittwoch könnte es entsprechend Bewegungen an den Märkten geben.

Besonders Händler des Britischen Pfundes dürften mit Spannung auf das Referendum der Schotten am Donnerstag blicken. Es gibt also einige Unbekannte, welche die Woche mit Vorsicht starten lassen könnten. Es ist durchaus möglich, dass die Marktteilnehmer vor Veröffentlichung des Fed-Sitzungsergebnisses eher in Deckung bleiben.


Der Wochenausblick 2014-09-14 von Berufstouri