Die Welt des Reisens

Mittwoch, 8. Mai 2013

Zinsentscheidung in UK und Arbeitsmarkt in den USA

Na, kann man den Freiluftaktivitäten des Vatertages frönen und sollte man lieber ein wenig auf den Markt schauen. Nun ein Tag Handelspause in der Woche kann nicht schaden, aber muss es ausgerechnet der wichtigste Tag der Woche sein? Der Donnerstag ist komischerweise oft der Tag der Woche, an dem sich die Termine ballen, so auch in dieser Woche.

Eigentlich sollte man schon mal die Nacht durchmachen, denn viel mehr Action, als in den kommenden Stunden kann man sich eigentlich nicht wünschen. Für Väter oder im Osten für uns Männer steht dann freilich die Frage, wie hält man dann den kommenden Tag aus. Bloß gut, dass ich für so organisierte "Fröhlichkeit" nicht zu haben bin. Ich muss mich für Fröhlichkeit nicht saufen. Schade für die Konjunktur, zumindest die der Brauereien. Und so werden meine Bier wohl auch in diesem Jahr fehlen, wenn es darum geht, den Biertrinker-Weltmeister zu küren. Da werden wieder die Tschechen gewinnen. Ich gönne es ihnen.

Zurück zum Markt. Am Mittwoch kam das wichtigste Signal aus Deutschland. Die Industrie brummt und schickte DAX und Euro auf Rallye. Der DAX kennt keine Bremsen mehr und sucht Rekord um Rekord. Es gibt Berufsoptimisten, die den DAX schon über 10.000, ja bei 12.000 Punkten sehen. Sehr interessant, leider habe ich noch keine genauen Angaben dazu gelesen, wenn dieses Szenario eintreten soll. In diesem Jahr sicherlich nicht mehr. Viel mehr sollte man sich mal damit beschäftigen, ob der DAX und andere Aktienindizes nicht völlig überbewertet sind und nach Gold die nächste platzende Blase der DAX ist. Kommende Woche schauen wir mal, warum die Hausse irgendwann enden muss und dann ein harter Fall bevorsteht.

Aktuell ist der DAX überkauft, im 4H-Chart sogar heillos überkauft, wie der RSI bei inzwischen 83,96 zeigt. Eine Korrektur muss also kommen und könnte den deutschen Leitindex durchaus knapp unter die 8.000 führen. Der große Abverkauf dürfte aber zunächst ausbleiben, denn die Liquidität der Notenbanken stützt weiter. Und die Rallye ist ja kein Ausdruck der starken Konjunktur sondern vor allem der Hoffnung auf die Notenbanken. Wenn man die EZB richtig interpretiert, wird die EZB vielleicht bald noch viel aggressiver in den Markt gehen und faule Firmenkredite aufkaufen. Mit so etwas ist Lehman Brothers Pleite gegangen. Experten glauben übrigens, das ein solches Handeln der EZB dem Mandat der Bank entsprechen würde.


Beim S&P500, und damit sind wir schon beim Wunsch, ist die Situation nicht so gespannt. Hier haben wir nur eine leicht überkaufte Tendenz. Wenn man mal die obere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals als Ziel definieren könnten wir bei bei 1.640 Punkten eine Korrektur erleben, die aber keinen massiven Rücksetzer wie beim DAX auslösen muss. Eine interessante Markt könnte innerhalb des Trendkanals die 1.620 sein. Wenn die US-Daten schwach ausfallen sollten, könnte es auch eine Korrektur bis knapp 1.575 Punkte geben. An Fantasien, was über der 1.640 alles möglich ist, möchte ich mich nicht beteiligen.


Was passiert, wenn die Märkte feststellen, dass die Aktienmärkte der realen Wirtschaftskraft der Unternehmen extrem voraus sind, dazu ein anderes Mal mehr, denn voraussichtlich werden wir in dieser Woche nicht mehr den großen Knall erleben.

Der Donnerstag beginnt, wie schon erwähnt mit einer heißen Nacht. 0.45 Uhr steht der Arbeitsmarkt Neuseelands auf dem Programm. Insgesamt wird mit einer leichten Entspannung gerechnet. Auf eine Arbeitslosenquote von 6,8 % kann man selbst in Deutschland nur mit Neid schauen. NZD/USD könnte eine heiße Nacht bevorstehen. der Kiwi schaffte es zuletzt nicht mehr sich von der Unterstützung um 0,8375 entscheidend abzusetzen. Sollten die Arbeitsmarktdaten enttäuschen, dürfte ein Rücksetzer bis 0,8300 die Folge sein. Damit wären die Bullen zunächst mal aus dem Rennen. Sollten die Arbeitsmarktdaten positiv überraschen, sollte das Paar bei 0,8460 ersten Widerstand finden.


Auch in Australien soll es eine leichte Entspannung am Arbeitsmarkt geben, auch wenn sich dies nicht auf die Arbeitslosenquote auswirken soll (3.30 Uhr). Die liegt aber sowieso schon bei paradiesischen 5,6 %. AUD/USD ist in einem Abwärtstrend gefangen, aus dem es so schnell kein Entrinnen zu geben scheint. Zuletzt konnte sich das überverkaufte Paar etwas erholen, aber die Gefahr des Unterschreitens der Parität bleibt weiter real. Nächster Support ist das Jahrestief bei 1,0115. Auf der Oberseite müsste schon die Zone 1,0300/08 überwunden werden, um das Bild etwas aufzuhellen.


Und die Nacht ist noch nicht zu Ende. Aus China werden ebenfalls 3.30 Uhr die Verbraucher- und Erzeugerpreise gemeldet. Die Verbraucherpreise sollen etwas mehr als zuletzt zulegen, die Erzeugerpreise sollen weiter auf dem Rückzug bleiben. Auf jeden Fall könnten diese Daten auch für den EUR/USD interessant werden. EUR/USD hat die Dreiecksformation nach oben verlassen und kann nun neue Ziele in Angriff nehmen. Generell ist damit der Weg zu neuen Zielen auf der Oberseite frei. Nächste Widerstände sollte das Paar bei 1,3200/40 finden. Wie im Wochenausblick beschrieben sind aber auch Kurse von 1,34 möglich.


Nur zwei Termine können den Kursverlauf von EUR/USD am Donnerstag wirklich beeinflussen. Highlight sind natürlich 14.30 Uhr die Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA. Gerade erst am Donnerstag waren die Marktteilnehmer ja mit der überraschenden Botschaft konfrontiert worden, dass es nach wie vor ein großes Angebot an offenen Stellen in den USA gibt. Im Umkehrschluss müsste es ja demzufolge weniger Anträge auf Arbeitslosenhilfe geben. Dieser These schließen sich die Märkte mit der Prognose nicht an. Da es aktuell fast keine öffentlichen Aufträge gibt, wohl aus gutem Grund. Außerdem gibt es schon 10 Uhr den EZB-Monatsbericht.

Das beste zum Schluss! Die Bank of England gibt Zinsentscheidung und Geldpolitik bekannt. Eigentlich ist es schon eine ziemlich gemeine Sache, dass ich dieses Highlight am Ende bringe. Und doch ist es berechtigt. Die Sitzung der Bank of England wird ziemlich wahrscheinlich erneut ein Non-Event werden. Allerdings hat die Bank of England heute geäußert, dass sich sich über die Unterkapitalisierung der Banken im Vereinigten Königreich sorgt. Nur die Kapitalisierung von Privatbanken dürfte dann nicht zu den Aufgaben der Bank of England gehören. Trotzdem könnte ein solches Statement am Donnerstag die Märkte beunruhigen. Die Unterkapitalisierung soll rund 50 Mrd. GBP betragen. Außerdem gibt es Stimmen bei der BoE, darunter Noch-Gouverneur Mervyn King, die gern die quantitative Lockerung um 25 Mrd. GBP ausweiten würden. Viele Beobachter gehen allerdings davon aus, dass eine solche Maßnahme erst unter dem ab 1. Juli im Amt befindlichen neuen Chef der Bank of England, Mark Carney, beschlossen wird. Sollte die Maßnahmen doch schon am Donnerstag beschlossen werden, dürfte GBP unter Druck geraten. GBP/USD wird bei 1,5420 unterstützt und findet bei 1,5600 Widerstand. Darüber sind die Ziele bei 1,5680 und 1,5750 auszumachen.



Das Vereinigte Königreich beliefert uns aber noch anderen Zahlen. 10.30 Uhr gibt es die Industrieproduktion und 16 Uhr die nicht minder wichtige NIESR BIP-Schätzung.

Ich bin aktuell im EUR/USD und EUR/GBP investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.

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Dienstag, 7. Mai 2013

Deutschlands Auftragseingänge stützen nur kurz

Nachdem der Euro durch die guten Auftragseingänge wieder die 1,31 überwand, kam die Gemeinschaftswährung am Nachmittag dank guter Meldungen vom US-Arbeitsmarkt, der mit überraschend vielen freien Stellen überzeugte, wieder unter Druck. Impulse von der Datenseite bleiben auch am Mittwoch Mangelware.

4 Uhr wird die chinesische Handelsbilanz gemeldet. Nach dem überraschenden Defizit im letzten Monat, wird nun wieder ein Handelsbilanzüberschuss von über 15 Mrd. Yuan erwartet. Ist das realistisch? Möglich ist vieles, die Prognosen weichen regelmäßig weit von den tatsächlichen Werten ab. Ein deutlich abweichender Wert könnte auch auf andere Währungen Auswirkungen haben. Ein schwacher Wert dürfte dabei vor allem Yen und US-Dollar stützen, EUR/USD also eher unter Druck setzen.

12 Uhr wird die deutsche Industrieproduktion gemeldet. Hier könnte es wieder zu einer positiven Überraschung kommen, denn die Prognose ist mit - 0,1 % nach + 0,5 % eher pessimistisch. 14.30 Uhr spricht FOMC-Mitglied Jeremy C. Stein. Dass er ein Ende von QE3 fordert ist wohl eher unwahrscheinlich. Interessant könnte maximal sein, ob Stein über ein Ausstiegsszenario sinniert. Die könnte die Märkte aufschrecken lassen und sollte Dollar-bullish sein. Wahrscheinlicher ist aber, dass es sich um ein Non-Event handelt. 19 Uhr gibt es in den USA noch ein Tenderverfahren 10-jähriger Anleihen. Auch hier sind wohl Überraschungen eher unwahrschienlich.

Und so kommt der Charttechnik wohl viel Bedeutung zu. Im EUR/USD sieht man eine Dreiecks-Formation, die nach einer Auflösung verlangt. Noch hält der übergeordnete Aufwärtstrend, Sollte das Dreieck nach unten aufgelöst werden, dürfte ein Abverkauf bis wenigstens 1,2975 einsetzen. Auch 1,29 müssnen dann eingeplant werden. Bei einem Bruch des Abwärtstrends könnte das Paar vielleicht die 1,32 in Angriff nehmen. Aktuell wahrscheinlich ist aber ein Abverkauf, was angesichts der Liquidität und der daraus resultierenden Risikofreudigkeit der Anleger eigentlich unlogisch erscheint. Die Charts sprechen aber derzeit eher gegen den Euro.


In Großbritannien wird 9 Uhr der Halifax-Hauspreis-Index veröffentlicht. Auch Cable scheint zunächst ein Top gebildet zu haben und hat zuletzt nachgegeben. Zentrale Unterstützung dürfte die 1,5425 sein. Unter dieser Marke warten einige Supports, von denen der wichtigste wohl bei 1,5350 zu finden ist. Auf der Oberseite ist alles bei 1,56 gedeckelt. Vorher findet GBP/USD bei 1,5550 Widerstand.



Aus der Schweiz wird 9.15 Uhr die Verbraucherpreisinflation gemeldet. Wie in den meisten großen Wirtschaftsnationen ist sie auf dem Rückzug. Nach 0,2 % soll sie in diesem Monat nur noch 0,1 % betragen. Damit wäre sie immerhin positiv, was zuletzt keine Selbstverständlichkeit war. Zur Abwechslung gibt es heute einmal einen Blick auf den USD/CHF. Der USD zeigt seit Anfang des Monats Stärke und sollte bei Überwindung der 0,9403 die 0,9445 anvisieren. Danach könnte das Aprilhoch 0,9499 in den Fokus rücken. Unterstützung findet das Paar bei 0,9373. Darunter wäre der aktuelle Aufwärtstrend wohl gebrochen.


In Kanada werden 14.15 Uhr die Beginne der Wohnungsbauten gemeldet. USD/CAD scheint nun die 1,0050 hinter sich zu lassen und strebt der Parität entgegen. Die obere Begrenzung des Abwärtstrends sollte als erster Widerstand fungieren. Darüber dürfte sich das Bild erst über 1,0120 aufhellen. Dort verläuft aber aktuell eine sehr dicke Ichimoku-Wolke, die ein Ausbrechen nach Norden verhindern dürfte. Aktuell deutet also vieles auf einen weiteren Abverkauf hin.


Zum Schluss auf Wunsch meiner treuen Follower im OpenBook von eToro ein kurzer Blick auf die Edelmetalle. Bei Gold hat sich zuletzt wenig geändert, sieht man mal davon ab, dass sich die Wahrscheinlichkeit erneuter Verluste erhöht hat. Die 1.480 bleibt weiter unüberwindlich. Zuletzt gab der Kurs langsam nach. Am Dienstag beschleunigte sich der Abverkauf. Erste Unterstützung dürfte bei knapp 1.440 zu erwarten sein, darunter bremsen 1,424. unter der 38,2 %-Marke des Fibonacci dürfte es ziemlich zügig unter die 1.400 gehen. Auf der Oberseite findet das gelbe Metall bei 1.533 Widerstand. Erst ein Überwinden dieser Marke dürfte die Bullen wieder beflügeln.


Ähnlich sieht es bei Silber aus. Hier heißt die unüberwindbare Hürde 24,50. Bisher hat die 23,6 %-Linie des Fibonacci bei 23,44 einen weiteren Abverkauf verhindert. Sollte der Support brechen, sind die folgenden Ziele 23,10 und 22,63. Sollte die 24,50 überwunden werden,lässt der Ichimoku bei 25,04 auf eine sehr zähen Widerstand schließen. Die wird noch dadurch verstärkt, dass an dieser Marke auch die 50 %-Linie des Fibonacci verläuft.


Ich bin aktuell im EUR/USD investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.
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Montag, 6. Mai 2013

Auf der anderen Halbkugel spielt die Musik

Während sich der Norden ein wenig zurückhält, wird der Markt schon in der Nacht von der südlichen Halbkugel, von Ozeanien in Atem gehalten.

Bevor der wichtigste Termin der Nacht, die Zinsaussage der Reserve Bank of Australia, auf dem Plan steht, könnten 3.30 Uhr der australische Hauspreisindex und die Aussie-Handelsbilanz schon für Bewegung sorgen. Die Zinsaussage der Reserve Bank of Australia ist schwer zu prognostizieren,. Es gibt Teile des Marktes, die glauben, dass es eine Zinssenkung geben würde. Begründet wird dies mit der zuletzt schwächelnden Binnenkonjunktur und der Weltkonjunktur, die nicht in Gang kommt. Außerdem würden die Investitionen in Australien zurückgefahren, was sich angesichts der Rohstoffpreise fortsetzen könnte. Außerdem kommt die Notenbank durch die lockere Geldpolitik der anderen Notenbanken immer mehr unter Druck. Die letzte Zinssenkung liegt allerdings erst fünf Monate zurück und so sind bei weitem nicht alle Marktteilnehmer von einer Zinssenkung überzeugt. Einplanen sollte man sie aber vorsichtshalber mal, bevor man am Dienstag früh auf dem falschen Fuß erwischt wird. Es könnte Musike im Markt sein!

Im Falle einer Zinssenkung dürfte AUD/USD den Support bei 1,0220 nur noch von unten sehen. Es dürfte einen heftigen Abverkauf geben, denn anders als beim Euro rechnen die Märkte offenbar erst seit Wochenbeginn mit einer Reaktion der australischen Notenbank. Erstes Ziel dürfte dann das Märzziel bei 1,0115 sein. Darunter dürfte schon die Parität drohen. Gibt es keine Zinssenkung, sind Aufwärtsbewegungen bis 1,0275 und 1,0325 möglich.


In einem gewissen Maße wird die Reaktion des Marktes auf die Zinsentscheidung auch andere Währungen beeinflussen. Besonders der Kiwi dürfte sich am Aussie orientieren. Aus dem Land des lustigen Vogels mit dem langen Schnabel wird schon 0.45 Uhr der Arbeitskostenindex für das erste Quartal gemeldet. Er soll im wie im vorherigen Quartal u 0,5 % steigen. Die spannende Frage bei NZD/USD wird sein, ob das Paar den aktuellen Aufwärtstrend verteidigen kann. Interessant wird sein, ob der Aussie den Kiwi mitzieht oder ob die Anleger bei einer Zinssenkung in Australien in die neuseeländische Währung flüchten. Neuseeland hat ja auch noch einen Leitzins von 2,5 %. Auf der Unterseite unterstützt unter der Aufwärtstrendlinie (0,8490) die 0,8475. Ein Bruch könnte das Paar bis 0,84 zurückführen. Weitere Verluste würden die Bären in die Poleposition rücken. Erster Widerstand findet sich bei 0,8585


Aus der Schweiz werden die Arbeitslosenquote und das Konsumlima gemeldet. Der Arbeitsmarkt soll stagnieren, immer hin soll das Konsumklima weniger pessimistisch sein (-3 nach -6). Veröffentlicht werden die Daten, bevor der Hahn kräht, 7.45 Uhr. So, damit habe ich mich jetzt endgültig als Stadtmensch geoutet oder?
Es sieht ein wenig so aus, als ob EUR/CHF bei 1,2291 ein Top gebildet hat. Noch könnte die Aufwärtstrendlinie aber unterstützen und das Paar bis zum April-Hoch bei 1,2348 führen. Auf der Unterseite erhält EUR/CHF bei 1,2210 ersten Support.


Dass ich den EUR/USD in dieser Woche so stiefmütterlich ans Ende meiner Tagesausblicke setze, hat seinen Grund in den mageren Impulsen von der Datenseite. Am Dienstag werden 12 Uhr die deutschen Arbeitsaufträge gemeldet. 22 Uhr hat dann US-Finanzminister Lew wieder einmal ein Redebedürfnis.
Die Deutschen Arbeitsaufträge sind schon mal so niedrig angesetzt (- 0,5 %), dass dem Markt eigentlich großes Enttäuschungspotential erspart bleiben sollte. Interessant könnte eventuell in Ermangelung anderer Daten noch eine Flut französischer Daten, die 8.45 Uhr geplant sind (Handelsbilanz, Haushaltskonsolidierung, Industrieproduktion), werden. Man sollte unser eigentliches Lieblingspaar also nicht ganz missachten.

Nach dem Mario Draghi bei seinem Auftritt an der Uni Rom nochmal klar gestellt hat, dass er seine Reden ernst meint und wenn er sagt, dass sich die EZB einen negativen Einlagenzinssatz vorstellen könne, meint er dies auch so. Die Märkte waren überrascht und regierten entsprechend aufgeregt. EUR/USD handelte nach dieser Aussage wieder deutlich unter 1,31. Trotzdem dürften die Bullen noch in der Vorhand sein. Der Aufwärtstrend hat ganz knapp gehalten. Auch der Ichimoku sieht das Paar noch über der Wolke, noch. Es gibt aber auch einen Grund von der Fundamentalen Seite, der für EUR/USD spricht. Die hohe Liquidität der Notenbanken sollte die Aktienmärkte weiter beflügeln. Davon sollte dann auch EUR/USD profitieren. Zumindest dann, wenn dadurch die Konjunktur in der Eurozone gestützt wird. Sollte die US-Wirtschaft trotz US-Haushaltschaos die "Nase vorn" haben, könnte sich allerdings auch der Druck auf den Euro erhöhen. Es gibt zwar keine Daten, aber langweilig ist es nicht im EUR/USD.


Ich bin aktuell im EUR/USD investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.
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Sonntag, 5. Mai 2013

Kanadas Einkaufsmanagerindex und Spaniens Arbeitsmarkt

Was auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammenpasst, spielt am Montag trotzdem gemeinsam die Rolle der wichtigsten Wirtschaftsdaten zum Wochenauftakt.

Der kanadische Einkaufmanagerindex könnte USD/CAD schon zum Auftakt die Richtung für den Rest der Woche vorgeben. Neben dem wichtigen Termin 16 Uhr, werden 14.30 Uhr noch die Baugenehmigungen aus Kanada gemeldet. Daten aus den USA gibt es am Montag nicht. Gute kanadische Daten oder zumindest Daten, die den Prognosen entsprechen, sollen USD/CAD weiter Richtung Parität führen. In der letzten Woche bracht USD/CAD aus dem Abwärtstrend aus, scheiterte aber bei 1,0125. So bildete sich eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation, deren Schulter bei 1,0080 zu finden ist. Ein weiterer Abverkauf in den Bereich 1,0050 sollte sich anschließen. Unter dieser Marke kommt die Parität in den Fokus, danach 0,9940. Auf der Oberseite bremst der Widerstand bei 1,0125.


Von Daten aus den USA wird der Loonie nicht gestört, denn es gibt keine. Darüber darf sich auch der Euro freuen. 9 Uhr meldet Spanien die Veränderung der Arbeitslosigkeit, eine Kennziffer, die einen schon ein wenig Angst machen könnte. In den letzten Monaten waren die gemeldeten Daten allerdings immer besser als die Prognosen. Zuletzt schrumpfte die Zahl der Arbeitslosen sogar um 5.000.
11 Uhr werden die Einzelhandelsumsätze der Eurozone gemeldet. Sie sollen nach Prognosen weniger dramatisch zurückgegangen sein. Die Krise ist also noch lange nicht vorüber. 15 Uhr tritt Mario Draghi in Rom anlässlich der der Verleihung des Laurea honoris causa von Libera Università Internazionale degli Studi Sociali (LUISS) Guido Carli in Rom auf. Da wird es wahrscheinlich nur am Rande um die aktuelle Zinspolitik der EZB gehen.

Der drohende Abverkauf nach der Zinsentscheidung und des anschließenden Statements der EZB drückte EUR/USD nur kurz. Der Aufwärtstrend blieb intakt. Um höhere Ziele anzuvisieren, muss das Paar zunächst die Widerstände bis 1,3225 aus dem Weg räumen. Darüber könnten 1,34 in den Fokus rücken. Stützen sollte die Geldflut der Notenbanken und der damit wohl ungebrochene Aufwind an den Aktienmärkten. Auf der Unterseite unterstützen die 1,3050/30 und die 1,2975.


Schon ein der Nacht werden die Einzelhandelsumsätze Australiens gemeldet. AUD/USD hat bei 1,0220 einen Boden gebildet und war am Freitag auf Erholungskurs. Bleibt das Paar über 1,0306, sollten weitere Gewinne möglich sein. Über 1,0360 käme die 1,04 in den Fokus. Auf der Unterseite bleibt die 1,0220 die wichtige Marke, unter der ein weiterer Abverkauf Richtung Parität drohen könnte.


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Wochenausblick: Australien im Blickpunkt

Nach der heißen Woche für EUR/USD mit Zinsentscheidungen der Fed und der EZB treten Daten aus diesen beiden Währungsgebieten in den Hintergrund, auch wenn Rainer Brüderle gerade wieder versucht, seine Partei FDP ins Rampenlicht zu rücken und allen Ernstes forderte, dass Deutschland ein Vetorecht im EZB-Rat haben müsse, um der Niedrigzinspolitik entgegenzuwirken, die durch die höhere Inflation die Sparguthaben auffresse. Willkommen am Stammtisch, ich warte schon auf die gleiche Forderung aus Frankreich und Italien.

Wer sich bei soviel Klamauk schon mal nach einer Alternative zum Euro umsehen möchte, kann in dieser Woche einen Blick auf Australien werfen. Am Dienstag veröffentlicht die Reserve Bank of Australia den Leitzins, der im Vergleich zu vielen anderen Regionen unserer Erde mit 3 % vergleichsweise hoch ausfällt. Trotzdem rechnet aktuell niemand mit einer Zinsanpassung. Am Donnerstag tritt dann Australien gleich nochmal in den Vordergrund, wenn die Arbeitsmarkdaten veröffentlicht werden. Allgemein wird in Australien sogar mit 12.000 neuen Stellen gerechnet und das, obwohl in Australien langsam der Winter Einzug hält.

AUD/USD bewegt sich seit Monaten zwischen 1,0150 und 1,06. Aktuell handelt das Paar immer noch in einem Abwärtstrend, der durch die Korrektur am Freitag nicht gebrochen wurde. Sollte das Paar 1,0356 überwinden, könnte dies ein Signal für eine neue Erholungshase Richtung 1,06 sein. Dafür oder aber für weitere Abverkäufe bis an die untere Abgrenzung des langfristigen Seitwärtskanals könnten die beiden wichtigen Termine den entscheidenden Impuls liefert. Dass das Paar aus der beschriebenen Range ausbricht, ist wohl eher nicht zu erwarten.


Bleiben wir gleich mal in der Region und schauen auf den Nachbarn Neuseeland. Auch hier erwarten wir Arbeitsmarktdaten. Und auch in Neuseeland, wird mit einer leichten Entspannung des
Arbeitsmarktes, die hier sogar zu einer leicht besseren Arbeitslosenquote führen soll (6,8 nach 6,9 %). Ja, da schauen die Europäer neidisch Richtung südliche Erdhalbkugel. Und auch hier darf man staunen, Neuseeland hat einen Leitzins von 2,5 %. Scheinbar hat boomender Arbeitsmarkt und niedriger Leitzins nicht unbedingt etwas gemeinsam. Na ja, aus Australien und Neuseeland hörte man ja auch wenig von Finanzkrisen. Vielleicht ist das der Schlüssel.

NZD/USD korrigiert zwar immer mal wieder, aber anders als der Aussie ist das Paar seit Juni 2012 im Longmodus. Das Paar korrigiert zwar immer mal wieder, aber generell bricht es aus dem langfristigen Trend nicht aus. Erstes Ziel auf der Longseite dürfte die 0,8590 sein, gefolgt vom Jahreshoch bei 0,8676. Das übergeordnete Ziel könnten 0,8842, Jahreshoch von 2011 sein. Erste Unterstützung dürfte bei 0,8460 zu erwarten sein.


Die Bank of England wird dagegen wohl eher weiter auf lockere Geldpolitik setzen. Am Donnerstag veröffentlicht die Notenbank des Vereinigten Königreiches ihre Zinsentscheidung. Mit Änderungen ist wohl vor der Wechsel an der Spitze der Bank am 1. Juli nicht zu rechnen.

GBP/USD bewegt sich am oberen Rand eines aufsteigenden Trendkanals. Es könnte also eine Korrektur erfolgen, die das Paar bis 1,5415 zurückführen könnte. Auf der Oberseite könnte sich über 1,5650 Potential bis 1,5780 eröffnen.


Aus der Eurozone kommt ein Termin von der EZB. Mario Draghi spricht am Montag, 15 Uhr. Zu welchem Anlass, habe ich leider nicht herausbekommen. Interessant, könnte der Auftritt werden, wenn sich der EZB-Präsident noch einmal zur Bereitschaft der EZB äußert, notfalls den Einlagenzins in den negativen Bereich zu senken. Nachdem er nun schon von mehreren Kollegen interpretiert wurde, wäre es ganz interessant, wenn sich Draghi einfach nochmal selbst interpretieren würde. Wahrscheinlich wird er das nicht tun, aber man sollte die Newsticker im Auge behalten.

Aus den USA werden am Donnerstag wie immer die Anträge auf Arbeitslosenhilfe gemeldet. Am Freitag hat Fed-Chairman Ben Bernanke einen Auftritt, bei dem er wohl erklären wird, warum die USA noch lange seine ultralockere Geldpolitik benötigen und dass diese viel weniger Risiken als Chancen hat.

EUR/USD hat am Freitag nur kurz auf die Zinssenkung der EZB regiert und war am Freitag schon wieder auf dem Erholungspfad. Seit dem Tief Anfang April (1,2745) ist das Paar auf dem Erholungspfad. Ein Ende ist derzeit nicht in Sicht. Aktuell sieht es auch so aus, als ob sich neue Hiobsbotschaften aus der Eurozone in Grenzen halten. Die Abstufung von Sloweniens Kreditwürdikeit auf Ramschniveau hat niemanden überrascht. Und so dürfte EUR/USD ohne schlechte Nachrichten aus der Eurozone wohl weiter Ziele auf der Oberseite suchen. Grund dürfte auch die Euphorie an den Aktienmärkten sein, die das Paar mitziehen. Sollten 1,3230 und 1,3280 überwunden werden, könnte die 1,34 in den Fokus rücken. Unterstützt wird EUR/USD bei 1,3030 und 1,2980.


Schon am Montag meldet Kanada den Einkaufsmanagerindex. Er soll zwar leicht zurückgehen, doch zeugt er weiter von einer robusten Wirtschaft im Norden Amerikas. Nach 61,6 werden diesmal 58,0 erwartet. Es gibt wohl viele Volkswirtschaften, die sich über solche Werte freuen würden.

USD/CAD ist auf dem Weg unter die ehemalige obere Abwärtstrendlinie und könnte so weiteres Potential zur Parität freigeben. Ein nachhaltiger Bruch der 1,0050 könnte das Paar bis 0,9980 oder gar 0,9940 führen. Erster Widerstand ist im Bereich 1,0100/10 zu erwarten.


Insgesamt dürfte also die Risikofreude des Marktes überwiegen. Eine Unbekannte gibt es allerdings noch. Am Donnerstag meldet China die Verbraucherpreise.

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Donnerstag, 2. Mai 2013

Drücken nach der EZB die Non Farm Payrolls auf den Euro?

Vom Kursverlauf her sah es lange so aus, als ob die Zinsentscheidung und die anschließende Pressekonferenz der EZB mit Mario Draghi, die langweiligste der letzten Zeit. Der Markt hatte mit der Zinssenkung (Leitzins von 0,75 auf 0,5 % und Spitzenrefinanzierungsfazilität von 1,5 auf 1 %) gerechnet und auch die nach wie vor nicht berauschende Lageeinschätzung im Euroraum konnte nicht wirklich überraschen. Im Laufe der Pressekonferenz wurde aber immer deutlicher, dass die EZB mit dieser Zinssenkung ihr Pulver noch längst nicht verschossen hat und auch ein negativer Einlagenzins möglich wäre, auch wenn die EZB wisse, dass dies mit Risiken verbunden sei. Diese aggressive Aussage ließ EUR/USD dann doch deutlich korrigieren. Am Abend kämpft das Paar mit der 1,3050, unter welcher die 1,3030 weiteren Support bieten würde. Die 1,2975/70 sollte nach Möglichkeit nicht gebrochen werden.

Sah es zuletzt recht freundlich für die Euro-Bullen aus, droht am Freitag eventuell weiteres Ungemach. Die Non Farm Payrolls (NFP) stehen an und könnten die Gemeinschaftswährung weiter unter Druck bringen. Zwar sahen die ADP-Arbeitsmarktdaten am Mittwoch sehr schwach aus, aber am Donnerstag überraschten die USA mit deutlich gesunkenen Anträgen auf Arbeitslosenhilfe, und das nun zum zweiten Mal hintereinander. Welche Auswirkungen hat dies auf die Non Farm Payrolls?. Wenn die ADP-Daten als Indikator dienen, könnte man von schwachen NFP und damit von einer Erholung von EUR/USD ausgehen. Sollten sich aber die sinkenden Anträge auf Arbeitslosenhilfe positiv auf die Zahl der Gehaltsabrechnungen auswirken, könnte der Euro weiteren Boden verlieren.

Auf der Oberseite wartet bei 1,31 erster Widerstand. Der Weg bis 1,32 bleibt steinig.


Neben den Non Farm Payrolls (14.30 Uhr) stehen am Freitag folgende Daten auf dem Programm:
    • 14.30 Uhr Arbeitslosenquote USA
    • 14.30 Uhr Durchschnittsverdienst USA
    • 14.30 Uhr Wöchentliche Arbeitszeit USA
    • 16.00 Uhr ISM Dienstleistungsindex
3.30 Uhr meldet Australien den Erzeugerpreisindex für das letzte Quartal. Der Aussie hat die Dreiecksformation zwar zunächst nach Norden verlassen, dreht dann aber scharf gen Süden und fand erst im Bereich 1,0220 Unterstützung. Um weiteres Unheil zu verhindern, müsste AUD/USD die 1,0280 zurückerobern. Ein Bruch des Widerstandes bei 1,03 könnte den Abwärtstrend brechen. Wahrscheinlicher ist aber der Test von 1,0180 und 15 auf der Unterseite.


In Neuseeland gibt zwar keine Daten am Freitag, aber dafür wurde sich das NZD/USD von meinen treuen Followern auf dem eToro-OpenBook gewünscht. Der Kiwi ist nicht ganz so stark unter Druck wie der Aussie. Aber auch hier zeigt der Ichimoku eher Richtung Süden (Blaue und orange Linie neigen sich nach unten, she Pfeil). Die könnte eine Trendumkehr Richtung Short signalisieren. Fällt das Paar unter 0,8460, also unter die Wolke, ist dies ein eindeutiges Verkaufssignal. Ein Abverkauf bis 0,83 müsste eingeplant werden. Widerstand gibt es vor allem an der 0,8580.


In Großbritannien wird der Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindex veröffentlicht. Wer erst 10.30 Uhr nach den Daten schaut, hat schon Verspätung, denn die Briten sind am Freitag 2 Minuten eher als sonst. 10.28 Uhr erscheinen die Daten. Der Markt erwartet keine Änderung im Vergleich zum letzten Monat. GBP/USD hat zunächst die Widerstandszone, die ich gestern zwischen 1,5550 und 70 markiert habe ich nachhaltig brechen können. Der Aufwärtstrend bleibt aber weiter in Takt und ein Bruch der 1,56 würde zumindest Potential bis 1,5685 freigeben.Auf der Unterseite sollte die 1,5420 halten.


Da passt dann auch der nächste Leserwunsch ganz gut dazu, GBP/JPY. Das Paar hat es sich zwischen 150,90 und 153,86 (Monatshoch) eingerichtet. Dazwischen gilt es bei 1,5300 noch einen Widerstand aufs dem Weg zu räumen. Der Ichimoku signalisiert aktuell eher steigende Kurse. Die Wolke als Widerstand sollte zunächst unterstützen. Das könnte sich in der kommenden Woche allerdings ändern (Fragezeichen). Auf der Unterseite würde nach einem Bruch der 150,90 Support bei 150 zu erwarten sein.


Wenn wir schon mal beim JPY sind, wollen wir uns auch noch dem USD/JPY widmen, auch ein Wunsch. USD/JPY könnte nach der langen Korrektur bei 97,00 einen Boden gefunden haben. Um aber eine neue Attacke auf die 100 reiten zu können, müsste die 98,50 überwunden werden. Schaut man auf den Wolkenchart, ist das nicht unmöglich.


Die Handelswoche wird vom noch amtierenden Gouverneur der Bank of Canada, Mark Carney, beendet. Er spricht in Toronto beim Cardus Convivium Project. Mark Carney verlässt die Bank of Canada am 1. Juni, um ab 1. Juli die Bank of England zu führen. Was Carney ab 19.05 Uhr zu sagen hat, wird leider nicht öffentlich übertragen. Es werden keine Publikationen angeboten, war von der Bank of Canada zu erfahren. Der Termin wird also den Markt nicht bewegen. Die Betrachtung von USD/CAD ist aber trotzdem interessant. Das Paar hat bei 1,0050 zunächst einen Boden gebildet und, nachdem es überverkauft war, sich leicht erholt. Dabei brach das Paar den Abwärtstrend. Ob dies für eine Umkehr reicht, ist atuell noch nicht zu sagen. Die Gefahr eines Bruchs der 1,0050 kann weiter nicht ausgeschlossen werden. Weitere Abgaben bis zur Parität bleiben weiter eine realistische Möglichkeit. Auf der Oberseite könnte über 1,0090/00 die 1,0123 in den Fokus rücken.


Zum Abschluss der Woche noch zwei Wünsche Wunsch: Zunächst der USD/CHF. Die EZB-Politik hat auch Auswirkungen auf dieses Paar. Es war zuletzt stark überverkauft und nutzte die Gelegenheut für eine starke Erholung an die Abwärtstrendlinie. Aktuell droht ein Bruch. Begünstigt wird dieses Szenario auch durch das Double Bottom, welches das Paar bei 0,9247 gebildet hat. Ein Überwinden der 0,9360 würde für USD/CHF einen zähen Weg durch die Wolke nach sich ziehen. Erst über 0,9440 wäre der Weg wirklich frei.


Zum Schluss noch der Dow Jones, der heute von den Maßnahmen der EZB profitiert hat. Der Index ist weiter auf dem Weg zum Alltimehigh bei 14.887,39 Der Aufwärtstrend ist intakt, bei etwa 14.845 ist noch ein Widerstand zu finden. Und darüber? Hm, vielleicht ist ja die 15.000 ein Ziel. Auf der anderen Seite muss eigentlich irgendwann mal eingepreist werden, dass sich auch die USA nicht unbedingt in einer Boomphase befinden. Erste Unterstützung ist bei 14.675 zu finden. Signifikanter ist die 14.400. Aktuell sind aber neue Hochs zu favorisieren.


Ich bin aktuell im EUR/USD investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.

Mittwoch, 1. Mai 2013

Nach dem Non-Event der Fed schaut alles auf die EZB

Der FOMC hat die Geldpolitik erwartungsgemäß auf dem bisherigen Niveau belassen. Überraschender war die relativ positive Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in den USA. Wenn man die zuletzt doch recht schwachen US-Daten im Hinterkopf hat, dann war die Freude über ein moderates Wachstum der US-Wirtschaft schon ein wenig überraschend. EUR/USD reagierte auch kurz mit Abgaben bis 1,3169, erholte sich jedoch schnell wieder.

Am Donnerstag tritt nun die EZB auf. 13.45 Uhr wird die Zinsentscheidung verkündet, bevor 14.30 Uhr Mario Draghi die Politik der Europäischen Zentralbank erläutert. In der Regel ein sehr volatiles Ereignis, in dem es oft Kursbewegungen in beide Richtungen gibt. Die Marktteilnehmer rechnen mit einer Senkung des Leitzins auf 0,5 % (bisher 0,75 %). Zuletzt sehr schwache Wirtschaftsdaten aus der Eurozone (auch aus Deutschland) lassen einen solche Zinssenkung durchaus logisch erscheinen, wenn man bedenkt, dass auch die Inflation inzwischen deutlich unter 2 % liegt. Aber die EZB hat noch andere Optionen, weshalb der Leitzins nicht die einzige Größe ist, der am Donnerstag Bedeutung zukommt. Schon länger diskutiert wird beispielsweise der Einlagenzins, der aktuell bei 0,0 % liegt. Für diesen Zinssatz können die Banken Geld bei der EZB "parken". Schon seit einiger Zeit wird ein negativer Einlagenzins diskutiert. Das interessante an diesem Zinssatz ist, dass ein negativer Zinssatz vielleicht so unattraktiv für die Geschäftsbanken ist, dass sie wieder mehr Kredite an die Wirtschaft vergeben. Denn das große Problem in der Eurozone ist, dass die bisherigen geldpolitischen Lockerungen der EZB kaum in der Euro-Wirtschaft ankommen. Vielleicht kombiniert ja die EZB auch beide Zinssätze. Außerdem gibt es noch die Spitzenrefinanzierungsfazilität, für die sich die Banken bei der EZB über Nacht Geld leihen können. Hier beträgt der Zinssatz 1,5 %.

Alles in allem darf man also davon ausgehen, dass die EZB wohl an der Zinsschraube drehen wird. Die Märkte haben dieses Ereignis teilweise eingepreist und ein Ausbleiben des Zinsschrittes hätte eine Aufwertung des Euro zur Folge, die sich wohl einige Länder an der Peripherie der Eurozone nicht leisten könnten. Auch dies muss die EZB bei ihrer Analyse im Auge behalten.

Was bedeutet dies für EUR/USD? Egal, was die EZB beschließt und wie die Einschätzung sowie der Ausblick der wirtschaftlichen Lage ausfallen, es wird wohl deutlich mehr Bewegung geben als beim heutigen Non-Event der Fed. Sollte die EZB die Prognosen für die Konjunkturentwicklung erneut senken und dazu Zinsen senken, dürfte EUR/USD Verluste einfahren. Da der Markt aber mit einer solchen Reaktion der EZB rechnet, dürfte ein Teil dieser Bewegung bereits in die Kurse eingepreist sein. Der Abverkauf kann also theoretisch auch recht moderat ausfallen. Ein solcher Abverkauf könnte bis 1,2975 gehen, muss dies aber nicht. Gute Unterstützungsmarken könnten die 1,31 und 1,3030 bilden. Sollte die 1,2975 gebrochen werden, dürften die Bullen keine Chance mehr haben. Dies ist aber eher unwahrscheinlich. Eine Zinssenkung dürfte die Aktienmärkte beflügeln und die Risikobereitschaft der Anleger erhöhen, was auch dem Euro wieder zugute kommen dürfte. Der Abverkauf könnte also schnell von einer Erholung gefolgt werden.


Das andere Szenario heißt: Die EZB bleibt tatenlos. Das würde die Märkte enttäuschen und den DAX abstürzen lassen. In diesem Fall könnte der Euro zunächst weitere Gewinne einfahren. Neben der 1,3270 könnte besonders der 1,3330 Bedeutung zukommen. Tatenlosigkeit der EZB würde aber auch die Risikofreudikeit der Märkte bremsen, was wiederum Euro-bearish wäre. Einer kruzen Rallye könnte dann also ein Abverkauf folgen.

Es könnte also ein sehr spannender Tag werden, an dem man viel Geld verdienen, aber auch verlieren kann.


Neben diesem Mega-Event gibt es weitere wichtige Termine:
  • 9.43 Uhr italienischer Einkaufsmanagerindex
  • 9.48 Uhr französischer Einkaufsmanagerindex
  • 9.53 Uhr deutscher Einkaufsmanagerindex 
  • 9.58 Uhr Einkaufsmanagerindexaus der Eurozone
  • 14.30 Uhr Anträge Arbeitslosenhilfe aus den USA 
  • 14.30 Uhr Handelsbilanz der USA
  • 14.30 Uhr Lohnstückkosten USA
  • 14.30 Uhr Non Farm-Produktivität USA

Wobei die 14.30 Uhr-Daten wohl nur informativen Charakter haben werden, denn Super-Mario übertrifft mit seiner Talkrunde mit Journalisten in der Regel alles.

Vor der Super-Mario-Show gibt es auch noch ein paar andere Ereignisse. In Japan kommt das geldpolitische Besprechungsprotokoll heraus, das den JPY ausnahmsweise mal nicht schwächen muss, es sei denn, die letzte Entscheidung, erst einmal nichts zu machen, wurde kontrovers diskutiert. Wahrscheinlich ist das nicht, aber man weiß ja nie. Ich rechne nicht damit, dass es sich lohnt, sich wegen dieses Termins die Nacht um die Ohren zu schlagen. Wer es trotzdem tun will: 1.50 Uhr wird das Protokoll veröffentlicht. USD/JPY hat inzwischen auch den Support bei 97,50 gebrochen und steuert auf 96,90 zu. Darunter würde die 96,25 warten. Auf der Oberseite sehe ich Widerstand bei 97,90 und 98,20. Über 100 brauchen wir also erst einmal nicht mehr zu reden.


Australien meldet 3.30 Uhr die Baugenehmigungen. Mal sehen, ob nach den starken Hausverkäufen vom Mittwoch auch hier eine positive Überraschung folgt. Einen überraschenden Verlauf nahm am Mittwoch der Kurs von AUD/USD. Das Paar scheiterte am Widerstand 1,0380 und wurde danach bis 1,0265 abverkauft. Es gibt akuiell keinerlei Nachrichten, weshalb Aussie und auch Kiwi heute derart abgestürzt sind. In Australien wurde am Mittwoch die allererste Banknote des Landes versteigert und brachte dem bisherigen Besitzer 2,75 Mio. Euro. Der 10.Schilling-Schein wurde übrigens 1913 ausgegeben.
Unter der 1,0380 findet AUD/USD nun erst einmal bei 1,0325 Widerstand. Unter der 1,0265 wartet die 1,0225.


3.45 Uhr wird der chinesische HSBC PMI gemeldet und 9.30 Uhr gibt es Daten aus der Schweiz. Der Einkaufsmanagerindex wird veröffentlicht. Der Markt erwartet ein leichte Erholung. EUR/CHF hat seit meiner letzten Analyse deutlich verloren und dürfte bei 1,22/1,2180 Unterstützung finden. Auf der Oberseite würde das Paar bei 1,2260 Widerstand finden. Dür ein solches Szenario müsste aber zunächst der Abwärtstrend gebrochen werden.


In Großbritannien steht 10.30 Uhr der Bau-Einkaufmanagerindex auf dem Programm. GBP/USD kämpft aktuell mit der widerstandszone 1,5550/70. Eine Überwindung ist weiter möglich, was dann die Ziele 1,5640 und 1,5725 in den Fokus rücken könnte. Scheitert das Paar, drohen 1,5430/20.


Zum Schluss noch die Handelsbilanz aus Kanada (14.30 Uhr). Das Defizit soll sich um knapp ein Drittel verringern, erwarten die Märkte. USD/CAD war völlig überverkauft und hat bei 1,0050 eine Korrektur vollzogen. Das Paar ist immer noch leicht überverkauft. Auf der anderen Seite ist der Abwärtstrend noch nicht gebrochen. Hält der Widerstand bei 1,01 dürfte die Parität ein realistisches Ziel sein.


Ich bin aktuell in EUR/USD investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.