Die Welt des Reisens

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Der US-Arbeitsmarkt im Fokus

Nachdem die Non Farm Payrolls für den Monat September die Marktteilnehmer in ihrer Annahme bestärkten, Tapering komme wohl in diesem Jahr nicht, gibt es nun wieder aktuelle Zahlen vom US-Arbeitsmarkt. Nach dem Ende von Gouvernment Shutdown könnten die Anträge auf Arbeitslosenhilfe ein wenig besser ausfallen als zuletzt. Davon geht auch der Markt aus, der 340.000 neue Erstanträge erwartet. Vor eine Woche mussten noch 354.000 Menschen erstmals einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe stellen. Allerdings erwarten die Analysten auch, dass die Zahl der weiterführenden Anträge steigt, was insgesamt auf eine Stagnation des Arbeitsmarktes hinausläuft.

Bessere Zahlen sollten den Dollar wenigstens nicht weiter schwächen. Nach den starken Gewinnen am Dienstag konsolidierten die Märkte gestern. EUR/USD lief seitwärts und behielt die 1,38 im Blick. So bleiben auf der Oberseite die 1,3830 und 1,3915 im Bereich des Möglichen. JP Morgen erwartet sogar noch 3 - 5 % Steigerung ehe die EZB eingreifen würde. Das wäre ein Kurs von 1,42 bis 1,4450. Schauen wir mal. Das nächste Treffen des EZB-Rates ist am 7. November.

Auf der Unterseite hat sich am gestrigen Tief bei 1,3740 eine Unterstützung etabliert. Darunter dürfte die 1,3650 sehr solide sein. Generell präsentiert sich der MACD weiter mit Kaufempfehlung, während der RSI immer noch zur Vorsicht mahnt. EUR/USD ist immer noch leicht überkauft.


Neben den Anträgen auf Arbeitslosenhilfe gibt es 14:30 Uhr die US-Handelsbilanz. 16 Uhr ist ein weiterer Dämpfer aus der Immobilienwirtschaft zu befürchten. Die Wohnungsverkäufe stehen an. Mit 425.000 Wohnungen werden ähnlich viele Verkäufe wie im Vormonat erwartet.

Schon am Vormittag erscheinen die Vorabveröffentlichungen der Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich, Deutschland und der Eurozone. Besonders interessant könnte der Index aus Frankreich werden. Die französische Wirtschaft wird auch von Ratingagenturen wie S&P allenfalls stagnierend gesehen. der prognostizierte Wert von 50,1 käme dieser Einschätzung schon sehr nahe, wäre im Vergleich zum Vormonat aber schon ein Lichtblick (49,8). Vielleicht sorgt ja Frankreich für ein wenig Druck auf den Euro.

Großbritannien scheint mit der Erholung seiner Konjunktur schon etwas weiter zu sein als andere Wirtschaftsgebiete. Die erwarteten Industrieaufträge wuchsen in den vergangenen Monaten kontinuierlich. Nach 9 soll der Indikator diesmal nur knapp auf 10 steigen. Aber Großbritanniens Führungskräfte dürften weiter optimistisch sein. GBP/USD korrigierte doch deutlicher als EUR/USD. Solange die Unterstützung bei 1,6115 hält, sollten die Ziele aber weiter auf der Oberseite zu suchen sein. Erstes Ziel ist dabei die 1,6260.


Darüber warten 1,6330/35


Für die Bullen sind die 1,60 und die 1,5880 wichtige Unterstützungen.

Einen Blick müssen wir noch auf den Loonie werfen. Die Bank of Canada hat gestern wie erwartet den Leitzins bei 1 % gelassen. Der Markt muss aber mit etwas anderem gerechnet haben, denn nachdem er USD/CAD schon am Vormittag befeuerte, zündete er am Nachmittag die zweite Raketenstufe. In der Endabrechung gewann das Paar über 100 Pips und schoss fast durch den gesamten Seitwärtstrend der letzten Wochen. Eine beeindruckende Bewegung, aber trotzdem ein Muster ohne Wert. Der Seitwärtstrend bleibt erhalten. Support gibt es bei 1,0270, Widerstand bei 1,0420. Sollte das Paar dort ausnahmsweise mal nicht drehen, könnten 1,0470 erreicht werden. Der MACD spricht zumindest nicht dagegen.


Wie schwach der Loonie gerade performt zeigt sich am EUR/CAD, der seit vorgestern 250 Pips gewonnen hat. Auf den Zug noch aufzuspringen dürfte aber gefährlich sein, denn der RSI steht inzwischen bei 85! Mehr überkauft geht kaum.


Die Oberseite lässt sich im eToro-Chart nicht mehr darstellen. Die Widerstände dürften bei 1,4380 und 1,4480 liegen.

In der Nacht zum Freitag gibt es den Verbraucherpreisindex aus Tokio. BoJ-Gouverneur Kuroda prognostizierte gestern, dass sich die Preise weiter erholen werden. Die Analysten erwarten auf Jahressicht eine Preissteigerung von 0,5 %. Beim Kern-VPI (ohne Lebensmittel und Energie) + 0,3 %. USD/JPY ist seit der Veröffentlichung der Non Farm Payrolls gehörig unter Druck geraten, was in sofern überrascht, dass die Märkte eigentlich risikofreudiger werden und so den sicheren Hafen Yen meiden sollten. Zuletzt wurden die Kerzen im 4H-Chart auch deutlich kürzer, was eventuell eine Umkehr signalisieren könnte. Auch der RSI sieht leicht überverkauft aus und unterstützt die Idee einer Erholung. Spätestens die 96,80 könnte als Unterstützung  fungieren. Über 97,50 warten Widerstände bei 98,50 und 99.


Unter den Unternehmen, die Quartalsberichte melden, finden wir Amazon. Im Vorfeld des Quartalsberichtes kam die Aktie heftig unter Druck und verlor gestern über 2 %. Die Bremsspuren könnten damit zusammenhängen, dass das Bundeskartellamt dem Versandhändler vorwirft, den Wettbewerb zu behindern und Änderungen an den Geschäftsbedingungen verlangt. Positiv ist sicher zu werten, dass Amazon eine Kooperation mit HTC erwägt, um in die Mobilfunksparte einzusteigen. UBS stufte das Unternehmen daraufhin auf Buy. Kursziel 385 $. Aktuell handelt die Aktie knapp unter 325 $. Wiederum gegen einen Kauf könnte sprechen, dass die Gewerkschaft Verdi den Versandhändler im Weihnachtsgeschäft bestreiken will. Der Tarifkonflikt ist noch nicht beigelegt.


Auch Zynga, die Firma, die im Facebook mit ihren Spielen nervt, meldet Quartalszahlen. Die Aktie performte zuletzt gar nicht so schlecht, wobei man auf längere Sicht eher feststellen muss, dass das Papier auf der Stelle tritt. Aktuelle Nachrichten zum Unternehmen habe ich nicht gefunden.


Colgate-Palmolive wurde von Barclays und Morgan Stanley von Equalweigt auf Overweight hochgestuft. Wenn man überlegt, dass die Deutsche Bank schon im Frühjahr ein Kursziel von 125 $ genannt hat, dann gibt es noch viel Luft nach oben. Bei guten Quartalszahlen könnte ein Blick auf die Aktie nicht schaden.


Heute gibt es weitere Unternehmen aus dem eToro-Angebot, die ihre Quartalszahlen melden. Darunter sind 3M, Microsoft, Noble Energy und Banco Santander.

Meine Analysen und Marktbeobachtungen stellen keine Handelsempfehlungen dar.
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Dienstag, 22. Oktober 2013

Tapering kommt erst mal nicht

Die gestern nachgereichten Non Farm Payrolls haben im Prinzip bestätigt, was die Märkte ohnehin erwartet haben. Der Arbeitsmarkt in den USA hellt sich nur sehr zögerlich auf. Ein Tapering durch die Fed noch vor dem Jahreswechsel dürfte recht unwahrscheinlich sein. Neben den sehr mäßigen Arbeitsmarktdaten, bei denen nur die überraschend gute Arbeitslosenquote von 7,2 % herausragte, gab es auch vom Einzelhandel und den Langzeitinvestitionen Enttäuschendes zu berichten.

Wie erwartet feierten die Märkte die schwachen US-Daten, denn die Börse agiert aktuell nach eigenen Gesetzen. Das wichtigste Kriterium für den Markt ist, ob die Fed Tapering beginnt oder die Anleihekäufe fortsetzt. Zunächst dürfte nun alles beim Alten bleiben. Die Fed wird wohl weiter monatlich 85 Mrd. US$ Liquidität in den Markt pumpen.

Die spannendere Frage ist wahrscheinlich, wie die EZB mit dem immer stärkeren Euro umgehen wird. EUR/USD stieg am Dienstag auf 1,3785. Mehr als 100 Pips brachten die schwachen US-Daten und lassen den Euro in Gefilde steigen, die er zuletzt Ende 2011 gesehen hat. Ziele bleiben die 1,3830 und 1,3915, ehe dann die 1,40 in den Fokus rücken dürfte. Vor weiteren Gewinnen könnte es aber zunächst zu Gewinnmitnahmen kommen, denn der gestrige Anstieg war schon gewaltig und trieb EUR/USD in den überkauften Bereich. Eine Korrektur sollte also anstehen. Ob sie das Paar bis 1,37 zurückführt, muss man mal abwarten. Dem übergeordneten Aufwärtstrend würde dies jedenfalls nichts ausmachen. Generell wäre selbst ein Abverkauf in den Bereich 1,3560 für die Bullen nicht gefährlich.


Von der Datenseite gibt es heute nichts relevantes aus Eurozone und USA. Maximal der Importpreisindex aus den USA (14.30 Uhr) könnte einen kleinen Impuls setzen.

Wie verrückt der Markt aktuell ist, zeigt sich aber viel besser bei den Aktienindizes. Der Dax jagt von einem Allzeithoch zum nächsten, obwohl die Wirtschaftsdaten nicht unbedingt zu grenzenlosem Optimismus Anlass geben. Die Rallye stützt sich allein auf der Liquidität der Notenbanken. Es bleibt abzuwarten, ob die Notenbanken ein Kollabieren der Märkte auf Dauer verhindern können. Das Problem ist, dass die Maßnahmen der Zentralbanken ein riesiges Experiment darstellen, das bisher noch nie getestet wurde.

So absurd auch die Abkopplung der Märkte von der Realität ist, die Rallye könnte noch eine Weile weitergehen, denn ein Ende der geldpolitischen Maßnahmen, also ein Tapering, ist nicht in Sicht. Die nächste Überraschung könnte dann sein, dass die Konjunktur richtig anspringt und die Märkte dank Tapering trotzdem kollabieren. Das dürfte vor allem die Schwellenländer, aber auch die Peripherieländer der Eurozone hart treffen. Ob das Experiment gelingt, ist also noch lange nicht sicher.

Der Dax hat am Dienstag die 9.000 Punkte Marke nur knapp verfehlt. Auch der deutsche Leitindex ist überkauft und könnte erst einmal korrigieren. Unterstützungen sind bei 8.875 und 8.765 unkten auszumachen. Generell sollte aber einen Retest und eine Überwindung der 9.000 Punkte-Marke wahrscheinlich sein.


Im Zusammenhang mit dem Non Farm Payrolls möchte ich heute mal zeigen, dass dieses Ereignis auch Währungspaare beeinflussen kann die völlig unabhängig von US-Dollar und Euro sind. Hier als Beispiel der 5-Minuten-Chart von AUD/JPY. der doch deutlich auf die NFP reagierte.


Heute stehen wenig Termine an. Diese haben es aber in sich. Am Vormittag gibt es das MPC-Versammlungsprotokoll, das die letzte Zinssitzung der Bank of England dokumentiert. Die Zinssitzung war Anfang Oktober, also kurz nach dem Beginn von Gouvernment Shutdown. Diese Krise haben die politischen Führer der USA erst einmal verschoben. Mal sehen, ob der MPC erkennen lässt, ob die Possen in den USA für die britische Geldpolitik relevant werden könnten und wenn ja wie.

GBP/USD profitierte gestern ebenfalls von den schwachen Daten vom US-Arbeitsmarkt. Cable ist noch nicht überkauft, aber der RSI klopft im 4H-Chart an der 70 an, was auch hier eine Korrektur nach sich ziehen könnte. Sollte der Widerstand bei 1,6260 halten, dürften die Unterstützungen 1,6140/15 getestet werden. Darunter sollte die 1,60 in den Fokus rücken. Das ales wäre für die Bullen nicht wirklich tragisch.


Ein Überwinden der 1,6260 würde den Weg Richtung 1,6340 freimachen.


Am Nachmittag hat die Bank of Canada ihren Auftritt. Es wird nicht mit Änderungen in der Geldpolitik gerechnet. Aber auch hier wird man genau auf den Geldpolitik-Report schauen und genau hinhören, wenn BoC-Gouverneur Stephen S. Poloz vor die Presse tritt. Es ist das erste offizielle Statement einer Notenbank nach der Haushaltskrise in den USA. Man darf also gespannt sein, wie die Währungshüter aus Kanada die Gefahren und die Auswirkungen einschätzen.

USD/CAD bleibt weiter über der 1,0260. Ein Bruch der Unterstützung dürfte bärisch sein. Erstes Ziel wäre die 1,0180. Solange die 1,0260 hält, bleibt das Paar in einem Seitwärtstrend, der seien ersten Widerstand knapp über 1,03 findet. Wirklich bullisch wird es wohl erst über 1,0360.


Kurz vor Mitternacht erscheint die Handelsbilanz aus Neuseeland. NZD/USD gewann gestern über 100 Pips. Unterstützung ist nun das Ausbruchsniveau bei 0,8430. Darunter bietet die 0,8350 Support.


Auf der Oberseite dürften die 0,8580 und 0,8675 interessante Ziele sein.


Einen interessanten Schub brachten die gestrigen Daten dem Gold. Das tot gesagte Edelmetall schob sich über die Marke von 1.330 US$ und hat damit den Bären erst einmal eine Pause verordnet. Ob Gold weiteres Potential nach Norden hat, muss man mal abwarten. Es gibt noch einige Widerstände. Interessant könnte ein Überwinden der 1.375 werden. Aber ob es dazu kommt? Aktuell ist Gold ein wenig überkauft.



Unter den Gesellschaften, die ihren Quartalsbericht veröffentlichen, finden wir Boeing. Der Gegenspieler von Airbus hat an der Börse seit Ende Februar rund 65 % an Wert gewonnen. Auch Meldungen, dass Boeing die Produktion mehrerer Verkehrsflugzuge drosseln musste, drückte nicht auf die Aktie. Auch die Negativschlagzeilen über den Dreamliner reißen nicht ab. Zuletzt hat Norwegian auch den zweiten Dreamliner außer Dienst gestellt. Auf der anderen Seite hat Boeing gemeldet, dass man im 3. Quartal 14 % mehr Verkehrsflugzeuge ausgeliefert hat. Da darf man die Quartalszahlen und Aussichten mit Spannung erwarten.


Die Caterpillar-Aktie hat sich nach einem schwachen Jahr zuletzt ein wenig gefangen. Von ehemaligen Hochs ist das Papier allerdings weit entfernt. Der weltgrößte Baumaschinen Hersteller hatte in den vergangenen Monaten mit starken Umsatzrückgängen zu kämpfen. Wenn man sich die letzten Zahlen der US-Bauindustrie anschaut, könnten die Probleme bei Caterpillar noch ein wenig andauern.


Auch AT & T ist weit vom Hoch im April entfernt. Gute Quartalszahlen könnten die Aktie des Telefongiganten also durchaus beflügeln.Zuletzt veräußerte AT & T 9.700 Funkmasten an Crown Castel und kassierte dafür 4,85 Mrd. Euro.


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Montag, 21. Oktober 2013

Der Markt wartet auf die Non Farm Payrolls

Der Montag gab es noch keine klare Richtung für die neue Handelswoche. Die Märkte atmeten nach der Rallye vom Donnerstag und Freitag durch. Als Warten auf die Non Farm Payrolls könnte man dies am ehesten interpretieren.

Mit 2 1/2-wöchiger Verspätung werden die wichtigen Gehaltsabrechnungen aus dem Nicht-Agrar-Bereich heute Nachmittag veröffentlicht. Mit Spannung darf man beobachten, wie der Markt mit diesen von den aktuellen Ereignissen schon wieder überholten Daten umgehen wird. Ebenfalls nachgeholt wird die Meldung der Arbeitslosenquote. Beide Werte sind für die  Entscheidung des FOMC wichtig, ob die Fed die Anleihekäufe reduzieren sollte oder noch nicht. Mehrheitlich geht der Markt davon aus, dass am 29./30. Oktober keine Entscheidung zu Tapering fällt. Die Datenlage dürfte aufgrund Gouvernment Shutdown zu dünn sein. Am Montagabend äußerte sich Chicago-Fed-Chef Charles Evans gegenüber dem TV-Sender CNBC so: "Ich glaube, wir bräuchten erst ein paar
gute Arbeitsmarktberichte und weitere Nachweise für Wachstum."

Mit Durchschnittsverdienst und wöchentlicher Arbeitszeit werden die Daten vom US-Arbeitsmarkt komplettiert. EUR/USD hat am Montag deutlich korrigiert und muss aufpassen, nicht die Unterstützung im Bereich 1,3645/40 zu brechen. Das könnte schnell Potential bis 1,3460 eröffnen. Viel wird auf die Non Farm Payrolls ankommen. Sollten diese schwach ausfallen könnte die Rallye es Paares weitergehen und die 1,3830 bliebe weiter möglich.


Neben den Non Farm Payrolls und den anderen wichtigen US-Daten lohnt nur noch ein Blick nach Kanada, wo wir die Einzelhandelsumsätze erwarten. Zuletzt bewegte sich USD/CAD recht lustlos zwischen 1,0280 und 1,0305. Es dürfte also davon auszugehen sein, dass heute Nachmittag ein wenig mehr Bewegung zu verzeichnen ist. Generell ist das Paar weiter in einem Abwärtstrend, dessen obere Begrenzung bei 1,0360 verläuft. Hier finden wir auch den wichtigsten Widerstand. Auf der Unterseite wird es sicher bei schwachen US-Daten interessant. Generell ist das Verlaufstief vom 18. September bei 1,0180 nicht vom Tisch. Darunter könnte dann eine Parität wieder ins Spiel kommen.


In der Nacht zum Mittwoch erscheint die Verbraucherpreisinflation in Australien. Es wird für das III. Quartal zwar mit einer Steigerung auf 0,8 % gerechnet (zuletzt 0,4 %), dies dürfte aber relativ geringe Auswirkungen auf die zukünftige Politik der australischen Notenbank haben. Das III. Quartal 2012 wies schließlich eine Teuerung von 1,4 % auf. Somit scheint alles im Lot und weitere Zinsschritte der Reserve Bank of Australia sollten vorerst keine Rolle spielen.

AUD/USD ist seit Ende August im permanenten Aufwärtstrend. Aktuell sieht es nicht so aus als ob der Weg nach Norden bald nachhaltig beendet wird. Allerdings scheint das Paar bei 0,9680 einen starken Widerstand gefunden zu haben, der für eine Fortsetzung der Rallye zunächst durchbrochen werden müsste. Auf der Unterseite brennt aber so schnell nichts an. Hier unterstützen über dem Aufwärtstrend 0,96 und 0,9525.


Auf der Oberseite könnten 0,9710 und 0,9840 die nächsten Ziele werden.


In der Berichtssaison ist heute Harley-Davidson an der Reihe. Die Aktie handelt aktuell nicht weit vom Hoch bei 66,55. Seit Juni gewann das Papier 33 % an Wert! Eine Konsolidierungs- und Gewinnmitnahme-Phase ist charttechnisch durchaus im Bereich des Möglichen. Dies könnte den Kurs bis etwa 62,80 zurückführen. Bei guten Quartalszahlen ist natürlich auch ein weiterer Kurssprung möglich. Allerdings ist die Kultfirma bereits nah am Kursziel der Analysten von Argus (67 $).


Auch die Lockheed Martin Corporation meldet Quartalszahlen. Die Aktie schmierte bereits gestern um mehr als 3 US$ ab. Damit ist die Rückkehr über die Aufwärtstrendlinie nicht geglückt. Das Hoch bei 131,56 hat sich zunächst ein Stück entfernt. Zuletzt gab es gemischte Nachrichten vom Rüstungskonzern. So steigerte das Unternehmen die Quartalsdividende um 16 % und kann auf einen Auftrag der US Air Force über zwei Kommunikationssatelliten hoffen. Auf der anderen Seite bekam das Unternehmen keinen Zuschlag für den Bau des ersten türkischen Langstrecken-Raketenabwehrsystems. Das lässt das NATO-Land von der chinesischen Firma Precision Machinery Export-Import bauen. Die USA protestierten hat das Unternehmen doch auch gute Kontakte zu Pakistan und dem Iran. Auch aus einer Lieferung von F16-Jets an Ägypten wurde erst mal nichts. und so könnte die Aktie durchaus auch weitere Verluste generieren. Einstiegs-Ziel könnte dann 121,20 sein.


Schauen wir noch auf United Technologies. Die Aktie präsentierte sich in der letzten Zeit uneinheitlich. Zuletzt gewann das Papier ein wenig, als die Quartalsdividende um gut 10 % angehoben wurde.


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Sonntag, 20. Oktober 2013

Schaulaufen der internationalen Wirtschaftsmächte

Nach dem sich die politischen Kräfte USA tatsächlich auf einen Haushalt für 3,5 Monate und eine Finanzierung der Regierung für 3 Monate geeinigt haben und allen Diktaturen dieser Welt einen schönen Anschauungsunterricht gegeben haben, warum Demokratie Mist ist, dürfen wir uns in der neuen Woche wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Die Konjunktur der großen internationalen Wirtschaftsmächte wird in der kommenden Woche beleuchtet, wobei besonders aus den USA nicht alle Daten ganz aktuell sind.

Am Dienstag erscheinen die Non Farm Payrolls für den Monat September, die ja bisher wegen des Gouverment Shutdown nicht erscheinen konnten. Nun werden die Ergebnisse schnell nachgereicht, Problem: Die Daten sind nun also schon 2,5 Wochen alt. Bleibt die Frage, was uns die Daten über die aktuelle Situation in den USA sagen. Aussagekräftiger werden dann wohl erst wieder die Daten vom 8. November sein. Es ist also nicht sicher, ob der Markt den Non Farm Payrolls die sonst übliche Bedeutung beimisst. Das dürfte auch für die Arbeitslosenquote gelten.

Die Fed hat damit über die Situation des Arbeitsmarktes keine verlässlichen Informationen. Der Markt feiert dies auf seine Weise, denn damit dürfte Tapering, als die Reduzierung der Anleihekäufe zumindest für die FOMC-Sitzung vom 29./30. Oktober vom Tisch sein. Ob Ben Bernanke und seine Kollegen die Börse dann kurz vor Weihnachten kollabieren lassen? Insgesamt klangen die FOMC-Mitglieder bei ihren Auftritten zuletzt so, als ob Tapering eine vorschnelle Idee war.

Am Donnerstag gibt es aus den USA die Anträge auf Arbeitslosenhilfe, die hoffentlich ein wenig zurückgehen. Denn die Regierungsangestellten dürfen ja wieder arbeiten, was einen Rückgang der Erstanträge nach sich ziehen sollte. Der Markt befürchtet mit 340.000 Erstanträgen überraschend nur 18.000 weniger als in der Vorwoche. Vielleicht nutzt diese vorsichtige Prognose dem Dollar ja etwas. Ebenfalls am Donnerstag erscheinen die Zahlen zu den Verkäufen von Eigentumswohnungen. Am Freitag folgen dann noch die langlebigen Wirtschaftsgüter.

In den Kreis der internationalen Wirtschaftsmächte gehört auch die Volksrepublik China. Mit Spannung darf der Einkaufsmanagerindex der staatlich unabhängigen HSBC erwartet werden. Zuletzt lag der Wert  mit 50,2 nur knapp über der 50. Alles unter 50 deutet auf eine Rezessionsgefahr hin. Die Prognosen gehen freilich eher von einer leichten Steigerung aus. Aber China war zuletzt eher eine große Wundertüte. Lassen wir uns also überraschen. Zumindest für die Aktienmärkte dürfte der Termin wichtig sein.

Das mit zur Eurozone. Auch hier ist der Donnerstag ein wichtiger Tag, denn die Einkaufsmanager-Indizes erscheinen. Dazu liefert das ifo-Institut am Freitag den ifo-Geschäftsklimaindex aus Deutschland.

EUR/USD hat in der vergangenen Woche von der Hoffnung auf eine weiterhin lockere Geldpolitik der Fed profitiert. Das Paar schrammte knapp am Jahreshoch bei 1,3711 vorbei. Nachdem die SPD sich für Koalitionsverhandlungen mit der CDU entschieden hat, könnte es einen weiteren Impuls geben. 1,3830 wäre dann das nächste Ziel, gefolgt von 1,3915. Auf der Unterseite stehen die 1,3460 weiter als wichtige Unterstützung.


Der Dax bleibt weiter auf Rekordkurs. Solange die Märkte auf die Liquidität der Notenbanken vertrauen können, sollte sich daran nichts ändern. Unterstützung dürfte bei 8.765 und im Bereich 8.510/8.460 Punkte zu finden sein. Auf der Oberseite lockt weiter die 9.000er Punkte-Marke.


Der S&P 500 ist ebenfalls auf Rallyekurs. Unterstützen sollten 1.710 und 1.650.



Der kanadische Einzelhandelsumsatz könnte durch die parallel am Dienstag gemeldeten US-Non Farm Payrolls ein wenig untergehen. Der Markt ist doch recht pessimistisch. Nach 1,0 % wird für den letzten Monat nur mit einer Steigerung der Kernumsätze um 0,2 % gerechnet. Am Mittwoch trifft die Bank of Canada dann ihre Zinsentscheidung. Voraussichtlich wird es keine Veränderungen bei Zinssatz und Geldpolitik geben. Interessant wird also wie so oft, in welche Rhetorik das Statement und der Auftritt von BoC-Gouverneur Stephen S. Poloz verpackt werden. Es ist das erste offizielle Statement einer Zentralbank nach der Verschiebung des Haushaltsproblems in den USA. Welche Risikobewertung nimmt die Notenbank vor? Es könnte durchaus zu Marktreaktionen weit über USD/CAD hinaus geben.

USD/CAD hat in der vergangenen Woche über 100 Pips verloren und startet im Abwärtstrend in die neue Woche. Allerdings ist übergeordnet ein Aufwärtstrend sichtbar. Spannend könnte es unter 1,0240 werden, wenn das sich bildende Dreieck nach unten auflöst. 1,0180/50 könnte das erste Ziel sein. Auf der Oberseite ist der erste Widerstand bei 1,0420 auszumachen.


Wichtige Daten gibt es in dieser Woche auch aus Australien. Down Under meldet in der Nacht zum Mittwoch die Verbraucherpreisinflation. Nach 0,4 % soll die Inflation im III. Quartal um 0,8 % gestiegen sein. Auf 12-Monats-Basis wäre dies aber nicht weiter schlimm, denn im III. Quartal 2012 gab es eine Teuerung von 1,4 %. Alles im Lot also. Der Kurs der Reservebank of Australia (Abwarten) sollte durch die Daten nicht infrage gestellt werden.

AUD/USD profitiert gleich in zweifacher Hinsicht. Zum einen von der geringen Aussicht, dass die australische Notenbank eine Zinssenkung planen könnte und zum anderen von der Schwäche des US-Dollars infolge der geringen Wahrscheinlichkeit auf Tapering. Der nächste Widerstand ist bei 0,9710 zu finden. Auf der Unterseite unterstützt die 0,9530.



Keine Woche ohne wichtige Termine aus UK. Das MPC-Versammlungsprotokoll erscheint am Mittwoch und dürfte auch die Sicht der britischen Notenbänker über die Risiken durch die Possen rund um den US-Haushalt freigeben. Könnte sich die Bank of England in einer bestimmten Situation genötigt sehen zu handeln? Am Donnerstag erscheinen mit den industriellen Trendaufträgen eine Art Konjunkturindikator für die Industrie und Freitag gibt es die Vorabveröffentlichung des BIP

GBP/USD drohte in der vergangenen Woche unter den Aufwärtstrend zu rutschen. Dank der Hoffnung, dass es in absehbarer Zeit kein Tapering durch die Fed geben wird, erholte sich Cable aber schnell wieder. Ziele dürften nun 1,6260 und 1,6340 sein. Unterstützung darf man bei 1,5960 und 1,5880 erwarten.



Am Montagnachmittag erscheinen die Zahlen zur Veräußerung von Neubauten in den USA, die einen wichtigen Indikator für den konjunkturell wichtigen Immobilien- und Bausektor darstellen. Außerdem erscheinen die Großhandelsumsätze aus Kanada.

Heute nur kurz zu den Quartalsberichten. Unter anderem sind heute Netflix und MC Donalds mit ihren Zahlen dran.

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Donnerstag, 17. Oktober 2013

Schickt der Dagong den Dollar in den Keller?

Der Dollar muss schon in den letzten Wochen schwer gelitten haben, wenn es reicht, dass die chinesische Ratingagentur Dagong die USA abstuft und der Markt einen Schreck bekommt. Das ist vor allem deshalb erstaunlich, weil diese Ratingagentur bisher noch nie eine größere Rolle an den Weltmärkten spielte. Dagong nur ein Vorwand? Und warum haben die Märkte so einen Narren am Euro gefressen?

Dagong hatte zum ersten Mal 2011 die Kreditwürdigkeit der USA herabgestuft. Damals hat die "taz" ein interessantes Interview mit dem Gründer und Besitzer, Guan Jianzhong, geführt. Interessant, auch 2011 stritten Demokraten und Republikaner gerade um den Haushalt. Dass Dagong gestern wirklich den Dollar gestürzt hat, glaube ich eher nicht. Die Chinesen sind eher einflusslos, so dass sich die Anleiherenditen auch kaum verändert zeigten. Vielleicht hat die Meldung die Märkte aber trotzdem aufgeschreckt, denn auch Fitch hat ja über eine US-Abstufung nachgedacht.

Dazu dürfte die Erkenntnis gekommen sein, dass die USA ihr Problem nicht gelöst sondern nur ein bisschen verschoben haben. In den kommenden zwei Monaten soll nun um einen echten Kompromiss verhandelt werden. Es ist wohl eher damit zu rechnen, dass es eine ähnliche Zitterpartie gibt, wie gerade. Der nächste Gouvernment Shutdown droht am 15. Januar, die nächste US-Staatspleite am 7. Februar.

Die Dilettanten aus Washington haben nebenbei jegliches Vertrauen in den US-Dollar verspielt. Auch die Arbeitsmarktdaten von gestern zeigen, dass die Wirtschaft eher wieder vorsichtiger agiert. Der Markt, der ob der Schieflage der USA nun trotz Einigung in Panik gerät, suchte am Donnerstag die sicheren Häfen. Nachdem der US-Dollar ausfällt, sind dies der Yen und Gold! Das gelbe Metall feierte am Donnerstag ein Comeback, auch wenn es nicht ganz für die von mir als möglichen Wendepunkt favorisierten 1.330 US$ reichte. Immerhin, der Abwärtstrend ist gebrochen. Gold darf hoffen.


Bei den Währungen zeigt sich heute neben dem Yen der Euro als neuer sicherer Hafen. zumindest war am Donnerstag der Vertrauensbeweis beeindruckend. In der Spitze gewann EUR/USD 180 Pips. Generell sind viele Beobachter von einer Stärkung des Dollar auch durch eine Konjunkturbelebung in den USA ausgegangen. Aber diese Rechnung haben die Märkte wohl ohne die US-Politik gemacht. Damit könnte die Idee, dass sich die Eurostärke bald in Luft auflöst, vorschnell gewesen sein. Auf der Oberseite dürfte ein neues Jahreshoch jetzt sehr wahrscheinlich sein. Die 1,3711 wird wohl fallen.


Ich habe mal geschaut, wo vielleicht ein weiteres Ziel liegen könnte. Prinzipiell wäre nach dem Bruch der 1,3711 Platz bis etwa 1,3920. Danach würden wir uns zu den Hochs des Jahres 2011 bewegen, die sich deutlich über 1,40 befinden. Bis dahin könnte aber auch die EZB einschreite

Termine nur aus Kanada. Die Verbraucherpreise stehen auf dem Programm. USD/CAD ist gestern keine Erholung gelungen und so dreht weiter der Bruch der 1,0275 und damit die Auflösung einer M-Formation (Pfeile). Ziel könnte 1,02 sein.


Außerdem endet heute Abend der Kontrakt für Öl, was zum Schließen aller offenen Positionen führt. Hier finden Sie die Handelszeiten, über die man sich regelmäßig informieren sollte.

In der Berichtssaion beschäftigen wir uns heute mit General Electric, einem schon 1892 gegründeten Traditionsunternehmen. Dabei ist die Marke General Electric immer noch die sechstwertvollste. Bei Goldman Sachs ist das Unternehmen seit diesem Monat wieder mit einer Empfehlung gelistet. Seit 7. Oktober ist die Empfehlung neutral und das Kursziel bei 25 $. Aktuell stehen wir bei 24,35 $, neutral eben. Sollte aber die Konjunktur in den USA anziehen, könnte das den Mischkonzern durchaus beflügeln.


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