Die europäischen Märkte feiern weiter die EZB-Zinsentscheidung, nur bleibt die Frage, ob die Maßnahmen der Notenbank die Eurokrise wirklich lösen. Nein hieß schon gestern die Antwort von EZB-Präsident Mario Draghi, der wie noch nie an die Politik appellierte, endlich ihre Aufgaben zu erledigen und Reformen einzuleiten. Nein sagen auch die meisten Experten. Am krassesten äußerte sich der Vorsitzende des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Wansleben, der fürchtet, dass die EZB eine Art Mülldeponie für problembehaftete Wertpapiere wird, also eine zentrale Bad der Eurozone. Für die Geschäftsbanken wird das Kredite vergeben auf jeden Fall einfacher, denn die Risiken übernimmt die EZB, also der Steuerzahler. Das Problem: Solange es keine Strukturreformen und damit eine Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Europa gibt, wird die Nachfrage gering bleiben und somit auch die Investitionsbereitschaft
Am Morgen kamen erfreuliche Zahlen aus Deutschland. Die Industrieproduktion stieg im August um 1,9 %. Erwartet wurden lediglich 0,3 %. Das französische Verbrauchervertrauen ging zumindest nicht wie befürchtet zurück, sondern stagnierte bei 86. 11 Uhr erscheint noch das Eurozonen-BIP. Es st die zweite Lesung. Daher sollten Überraschungen weitgehend ausgeschlossen sein.
Highlight dürften die Non Farm Payrolls am Nachmittag sein. Gut möglich, dass die Märkte vorher erst einmal wieder in Deckung gehen. Es ist denkbar, dass die Non Farm Payrolls enttäuschen, denn die ADP-Daten bleiben gestern unter den Erwartungen. Sie sind oft ein guter Indikator für die großen Arbeitsmarktdaten, aber eben nicht immer.
Der Dax startet mit ordentlich Rückenwind und über 9.700. Die Rally könnte also erst einmal weiter gehen. Die Frage ist allerdings wie lange noch? Die US-Märkte zeigen ganz klare Anzeichen, dass eine größere Korrektur bevorstehen könnte. Hier heißt es zumindest auf die Euphoriebremse zu treten und vorsichtig zu agieren. Auch fundamental gibt es jetzt erst einmal nichts mehr, das den Markt stützen könnte, es sei denn, die Konjunktur legt wirklich nachhaltig zu. Die EZB dürfte ihr Pulver weitgehend verschossen haben.
EUR/USD ist weit unter die 1,30 gefallen und notiert am Morgen bei 1,2940. Weitere Analysen und der Ausblick auf heute ist in meinen Videos von gestern Abend zu finden. Happy Trading!


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