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Montag, 19. August 2013

Der Aussie verliert beim Markt-Mikado

Bevor wir dieser Frage nachgehen, muss ich mir mal schnell auf die Schulter klopfen. Selten ist eine Prognose so aufgegangen wie heute. Dass der Markt sich so stark an meiner Analyse orientiert... Danke, Markt.

Na gut. Ganz bewegungslos blieb der Markt dann doch nicht. Der Aussie hat beim Marktmikado nicht mitgespielt oder wenn wir das Spiel weiterspinnen wollen, der Aussie hat sich zu erst bewegt und hat verloren. Knapp 100 Pips waren es, die der AUD/USD abgeben musste. Damit dürfte der Markt das Sitzungsprotokoll der letzten Zinssitzung der Reserve Bank of Australia (RBA) zumindest schon in Teilen vorweggenommen haben. Sollte nämlich einige Mitglieder des geldpolitischen Rates eine größere Zinssenkung ins Gespräch gebracht haben, so sollte das die die Phantasien des Marktes beflügeln. Dem Aussie würde dies wohl endgültige die Flügel stutzen.

Wirklich große Flügel sind dem Aussie aber sowieso nicht gewachsen. Mehr als 0,9220 scheinen aktuell einfach nicht möglich zu sein. Nach der 0,9330 und der 0,9300 hat sich auf diesem Niveau ein weiterer harter Widerstand aufgebaut. Das Sitzungsprotokoll der RBA müsste schon mit einer großen Überraschung aufwarten, damit AUD/USD diese Barriere überwinden könnte. Auf der Unterseite warten die 0,9075/25. Weitere Abverkäufe könnten erfolgen, wenn die Marktteilnehmer nach Erscheinen des Sitzungsprotokolls mit einer schnellen weiteren Zinssenkung rechnen.


Auch EUR/AUD hat schon mal die wahrscheinlichste Variante der Minutes vorweggenommen und vorher nochmal den Boden bei 1,4450 bestätigt. Über der 1,4650 sollten die 1,4735 und vor allem die 1,49 als Ziele fungieren.


Auf seinem Weg in die Tiefen hat der Aussie seinen Nachbarn, den Kiwi genommen. Auch NZD/USD verlor rund 90 Pips und hat sich damit vom 3-Monatshoch 0,8163 ein Stück entfernt. Entscheidende Unterstützung dürfte die 0,8000 sein, die auch gleichzeitig die 38,2 %-Linie des Fibonacchi ist. Das dürfte dieser Marke eine große Wichtigkeit verleihen. Ich sage einfach mal voraus, sollte die 0,80 brechen, dürfte ein Angriff auf der Oberseite für längere Zeit unwahrscheinlich sein. Wahrscheinlicher dürften dann Ziele um 0,79 und tiefer sein. Aussie und Kiwi könnten also vor vor einer Richtungsentscheidung stehen.


Neuseeland liefert in der Nacht übrigens die Inflationserwartungen.

Tja, und EUR/USD? Das Paar hat erfolgreich beim Markt-Mikado mitgespielt und sich (fast) nicht bewegt. Auf der Oberseite hat EUR/USD ein Problem, die 1,3375 zu überwinden, auf der Unterseite hält die 1,3315. Es gab schon spannendere Tage. Auf der anderen Seite, das Mikado-Spiel hat das Major-Paar auf jeden Fall gewonnen.


Termine in USA und Eurozone: Fehlanzeige.

Schön, dass wenigstens Kanada gegen die Langeweile ankämpft und am Dienstag die  Großhandelsumsätze veröffentlicht. Aber auch für USD/CAD gilt: Es war schon mal spannender. Auf der Oberseite bremst die 1,0360, auf der Unterseite unterstützt die 1,03. Gibt es am Dienstag mehr Bewegungsfreiheit? Wir können es uns ja wünschen, aber wegen der Veröffentlichung des FOMC-Sitzungsprotokolls am Mittwoch würde ich nicht drauf wetten. Sollte es doch klappen, stehen auf der Oberseite die 1,04 und auf der Unterseite die 1,0250 bereit.


Ein bisschen Spannung könnte EUR/CAD liefern. Hier hat sich eine Dreiecksformation aufgebaut, die vor der Auflösung steht. Auf der Oberseite könnte dann die 1,3920 in den Fokus rücken, auf der Unterseite die 1,36. Wann? Wahrscheinlich auch erst nach dem FOMC-Sitzungsprotokoll.


Und sonst? Gold hat meine Geduld über Gebühr strapaziert. Als ich schon nicht mehr damit rechnete, hat das gelbe Metall doch die von mir prognostizierte Korrektur eingeleitet. Dramatisch ist das alles nicht. Es ist wohl kaum damit zu rechnen, dass Gold unter 1.315 fällt. Der Aufwärtstrend verläuft aktuell etwa bei 1.350. Darüber bleibt die Oberseite zu favorisieren. Ziele sollten 1.420 und 1.480 USD sein.


Ich bin aktuell in Gold, EUR/USD, USD/CAD und AUD/USD investiert.

Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.

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Bestimmen die Minutes des FOMC die Kurse?

Nach einer Woche mit vielen Daten, die aber insgesamt weniger Impulse setzten als der Goldkauf eines einsamen Großanlegers, gibt es diesmal wenige Impulsgeber aus der Wirtschaft. Man hätte fast über eine Woche Trading-Urlaub nachdenken können, wären da nicht doch zwei sehr spannede Termine, die uns wahrscheinlich auf in dieser Woche viel Gesprächsstoff und Chancen liefern.

Das alles überschattende Ereignis dürfte das Protokoll der letzten Zinssitzung des FOMC sein. Nach der Sitzung vom 31. Juli gab es ja keine Pressekonferenz. Umso spannender sind die sogenannten Minutes, die  am Mittwoch veröffentlicht werden. Man darf wohl davon ausgehen, dass die FOMC-Mitglieder über den Ausstieg aus den Anleihkäufen gesprochen haben.

Nach den Statements der letzten Tage muss man wohl davon ausgehen, dass es zwei Lager im FOMC gibt. Der Präsident der Dallas-Fed. Richard W. Fisher gehört zum Beispiel wohl eher zum Lager derer, welche lieber schnell aus QE3 aussteigen wollen. Er, wie auch andere Befürworter des schnellen Einstieges, hat allerdings keine Stimme im FOMC. Von den Stimmberechtigten Mitgliedern sprach im August bisher nur James Bullard. Der Präsident der St. Louis-Fed erklärte, dass man mehr Daten benötige, um eine Entscheidung treffen zu können und dass die bisherige Einschätzung der Wirtschaftslage in den USA durch die Fed zu optimistisch war. Das klang dann nicht unbedingt nach einem schnellen Ausstieg. Wirklich verbindliches gibt es aber weiter nicht und so kann besonders bei Arbeitsmarktdaten schön sehen, was derzeit wichtig ist: Die Liquidität.

So war es dann auch kaum verwunderlich, als die US-Märkte nach den guten Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe am letzten Donnerstag sofort unter Druck gerieten. Der Dollar wertete auf. Das umgekehrte Szenario gab es später, als Industrieproduktion und besonders Philly Fed-Herstellungsindex enttäuschten. Für die Aktienmärkte gilt: Bad news are good news. Dies wird sich wahrscheinlich solange fortsetzen, bis die Fed endlich eine Ansage macht. Für die Märkte wäre es wahrscheinlich sehr gut, wenn der FOMC bei seiner nächsten Zinssitzung im September einen Zeitplan veröffentlicht. Wann ist der Einstieg, und wie wird Tapering gestaltet? Die Sicherheit würde den Fokus wahrscheinlich wieder mehr auf die wirklich wichtigen Dinge setzten.

Man könnte dann zum Beispiel wieder einmal die Frage aufwerfen, ob die Eurokrise wirklich schon so gut wie überwunden ist. Politiker und Analysten werden in seltener Einigkeit nicht müde, genau dies zu behaupten. Auf der anderen Seite gab es in der vergangenen Woche eine eine Umfrage der Universität Hohenheim und der ING DIBa, nach der 91 % der Bundesbürger glauben, dass der Höhepunkt der Eurokrise noch nicht erreicht sei. Vielleicht geben uns ja die Daten am Donnerstag Aufschluss. Da erscheinen die Einkaufsmanager-Indizes aus den wichtigsten europäischen Wirtschaftsnationen und der Eurozone selbst. Deutschland legt dann am Freitag noch das BIP nach. Da gab es aber schon eine Vorablesung, so dass sich die Überraschungen in Grenzen halten sollten.

So richtig starten wird die Woche in der Nacht zum Dienstag, wenn die Reservebank von Australien (RBA) ihre Minutes veröffentlicht. Die RBA hat ja bei der letzten Zinssitzung den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt. Die spannende Frage ist nun, wie einmütig dies geschah. Sollten es eine ausgedehntere Diskussion über einen größeren Zinsschritt gegeben haben, könnte dies den Aussie wieder mehr unter Druck setzen.

Die Zinsprotokolle aus Australien (Dienstagmorgen) und den USA (Mittwochabend) sollten also in dieser Woche den Märkten die Orientierung liefern. Dazu kommen die veräußerten bestehenden Eigenheime in den USA (Mittwoch), die verschiedenen Einkaufmanagerindizes der Eurozone und Chinas, die Einzelhandelsumsätze Kanadas sowie die Arbeitsmarktdaten aus den USA am Donnerstag.

Am Freitag schließen wir mit dem BIP Deutschlands und Großbritannien, den Verbraucherpreisen Kanadas und den Wohnungsverkäufen in den USA. So ganz orientierungslos müssen wir also nicht durch die Woche kommen.

Meine Analysen und Marktbeobachtungen stellen keine Handelsempfehlungen dar.
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