Die Welt des Reisens

Sonntag, 9. Juni 2013

Spannende Woche steht den Märkten bevor

Nachdem die Märkte weiter darüber rätseln, was die halbwegs im erwarteten Rahmen gemeldeten US-Arbeitsmarktdaten für die Geldpolitik der Fed bedeuten könnten (ein schnelles Ende der aktuellen Geldpolitik ist wohl eher unwahrscheinlich), sorgte China für neue Besorgnis. Mal von den Einzelhandelsumsätzen, die in den Erwartungen lagen, abgesehen, lagen alle am Sonntagmorgen veröffentlichen Daten unter den Erwartungen. Besonders die Preise sind weiter auf dem Rückzug. Bauausgaben und Industrieproduktion schrumpfen zwar leicht, aber das muss vielleicht gar nicht so dramatisch bewerte werden. Chinas Bauausgaben legen immer noch über 20 % im Jahr zu, und man fragt sich, ob sich hier nicht ein veritable Immobilienblase aufbaut. Der Bausektor dominiert jedenfalls die chinesische Wirtschaft deutlich. Ob das gesund ist?

Die spannende Frage lautet, wiegen die chinesischen Daten schwerer als die mit Erleichterung aufgenommenen US-Arbeitsmarktdaten. Denn auch wenn die Arbeitslosenquote leicht stieg, ließen sich aus den Non Farm Payrolls eher Hoffnungen auf eine leichte Erholung des US-Arbeitsmarktes schließen. Die Ziele der Fed sind noch weit entfernt, so dass ein Ende der Geldflutung durch die Fed wohl eher nicht befürchtet werden muss und die Wirtschaft könnte doch besser dastehen, als zuletzt vermutet. Das könnte auf eine weitere Erholung der Aktienmärkte schließen lassen, wäre da nicht China.

Die neue Woche könnte weiter von der Unsicherheit um die kommende Zinsentscheidung und vor allem die begleitende Entscheidung zur Geldpolitik. Bleibt die Fed bei ihren lockeren Maßnahmen oder strafft sie diese? Es könnte uns wieder eine unruhige Woche bevorstehen. EUR/USD startet dabei aus einer komfortablen Position. Die Gemeinschaftswährung profitierte von weiteren Erholungszeichen in der Eurokrise und der daraus resultierenden Abwarte Haltung der EZB. Auf der anderen Seite waren die Daten aus den USA eher enttäuschend. Auch die recht ordentlichen Non Farm Payrolls konnten den Euro nur wenig von seinem Erfolgsweg bringen. EUR/USD schloss erstmals seit 15. Februar über 1,32. Nach mehr als drei Monaten zeigte sich das Paar sogar erstmals wieder kurz über der 1,33.

EUR/USD ging allerdings unter der 50 %-Linie des Fibonacci bei 1,3228 aus der Handelswoche. Damit kann auch eine weitere Korrektur auf 1,3114 folgen. Davor warten bei 1,32 und 1,3160 noch zwei wichtige Unterstützungen. Ob die steile Aufwärtstrendlinie halten wird, ist eine weitere Frage. EUR/USD ist zwar noch nicht überkauft, aber sollte die Verunsicherung über das Handeln Fed wieder zunehmen, etwa wenn gute US-Daten erscheinen, könnte das Paar unter Druck geraten. Sollte die Zuversicht über die Fortführung der Geldpolitik der Fed überwiegen, Könnte bei einer Überwindung der 1,3342 die 1,35 in den Fokus rücken.



Von der Datenseite gibt es in dieser Woche nicht allzu viele Impulse. Am Mittwoch gibt werden die Daten zur Industrieproduktion der Eurozone veröffentlicht, am Donnerstag werden die US-Einzelhandelsumsätze und die Anträge auf Arbeitslosenhilfe gemeldet. Ebenfalls am Donnerstag gibt es den Monatsbericht der EZB, bevor am Freitag Verbraucherpreise aus der Eurozone und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan gemeldet werden. Es könnte also eine Woche der Marktpsychologie werden.

Am Montag lohnt es sich außerdem, einen Blick auf französische (8.45 uhr) und italienische Industrieproduktion (10 Uhr) zu werfen. Außerdem spricht FOMC-Mitglied James Bullard (15.50 Uhr).

Wer jetzt aber denkt, die Datenseite ist völlig langweilig, irrt. Gleich zwei Zinsentscheidungen stehen in dieser Woche auf dem Kalender. Am Dienstag wird es in Japan spannend, die Bank of Japan tagt. Der Yen hat zuletzt doch deutlich an Stärke gewonnen, aber die Bank of Japan hat inzwischen weitere Probleme: Fallende Aktien- und Rentenmärkte. Es wird interessant, wie die Notenbank darauf reagieren wird.

USD/JPY hat am Freitag die wichtige Unterstützung bei 97,53 zurückerobert. Die spannende Frage wir sein, ob die Erholung vorübergehender Natur war oder diese Bewegung nachhaltig ist. Impulse, die den Weg des Yen beeinflussen könnten, stehen reichlich im Terminkalender. Am Montagmorgen beginnen wir mit dem BIP (1.50 Uhr). Nicht ganz so volatil dürfte die japanische Leistungsbilanz ausfallen. Am Dienstag hat dann wie schon erwähnt Notenbankchef Haruhiko Kuroda das Sagen, Dazu kommen noch Daten mit einer mittleren Volatilität. Da US-Daten weitgehend ausbleiben, dürften die Aussagen von Kuroda entscheidend für die weitere Entwicklung von USD/JPY sein wird. Auf der Unterseite haben wir ein Unterstützung bei 95,40. Bei einem Bruch dürfte die 93,69, die 38,2 %-Linie des Fibonacci das nächste Ziel sein. Auf der Oberseite dürfte die 100 wieder zum wichtigen Widerstand geworden sein. Ein Überwinden dieser Marke würde einen Test des Jahreshochs bei 103,73 möglich machen. Blendet man die Daten aus, könnte die Erholung bei 98,50 beendet werden und der Weg nach Süden sollte wahrscheinlich sein.



Am Mittwoch gibt es die zweite Zinsentscheidung der Woche. Die Reservebank Neuseelands veröffentlicht am Abend den Leitzins und erklärt die zukünftige Geldpolitik. Der Markt erwartet keine Änderung des Zinssatzes, der seit 9. März 2011 bei 2,5 % steht. Gibt es hier eine Überraschung? Besonders, wenn man auf AUD/NZD schaut sieht man, dass die aktuelle Entwicklung der neuseeländischen Notenbank eigentlich nicht so gut gefallen kann. Wer den Kiwi aktuell also long handelt, sollte mit einer Überraschung rechnen.


Auf der anderen Seite: NZD/USD ist seit Wochen auf Talfahrt. Obwohl der Dollar schwächelte konnte der Kiwi davon nicht profitieren. Ist also vielleicht doch kein Zinsschritt nötig? Die Prognose des Marktes ist also zumindest nicht abwegig. Auch hier steht uns ein spannender Termin ins Haus. Bei 0,7840/10 sollten wir die nächsten Unterstützungen finden. 0,7665 könnten übergeordnet in den Fokus rücken. Auf der Oberseite dürfte das Erholungspotential zunächst bis 0,8000/15 reichen.


Ein paar Stunden vor der Entscheidung der Reservebank Neuseelands erleben wir am Mittwoch die Arbeitsmarktdaten Großbritanniens. Die Zahl der Arbeitslosen soll um 5.000 zurückgehen. Na ja, der große Wurf wird diese wohl eher nicht sein, aber immerhin. In den letzten Monaten scheint sich der Arbeitsmarkt zumindest zu stabilisieren. GBP/USD hat in der vergangenen Woche seine beeindruckende Erholung fortgesetzt, scheiterte jedoch wie schon im Mai an der 1,56. Kommt nun wie damals die Korrektur, welche dann den Aufwärtstrend brechen und bis 1,5420 laufen sollte?. Auch die 1,5220 wäre möglich. Sollte die 1,56 doch nachhaltig überwunden werden, käme es zum Retest der 1,5684. Übergeordnetes Ziel könnte dann die 1,5800/35 sein. Die Bären wären damit erst einmal aus dem Feld geschlagen.



Und nochmal geht es um den Arbeitsmarkt, diesmal um den von Australien. Am Donnerstag werden Arbeitslosenquote und Anzahl der Erwerbstätigen bzw. die Zahl der Veränderung dieser veröffentlicht. Die Prognose ist schon mal ein wenig pessimistisch. Der Aussie ist in den vergangenen Wochen mächtig abgestraft worden. Nächstes Ziel auf der Unterseite dürfte die 0,9387 sein, das Tief von Anfang Oktober 2011. Auf der Oberseite dürfte AUD/USD bei 0,9550 und 0,97 auf Widerstand treffen. Aktuell fehlt aber ein wirklich überzeugendes Argument für eine solche Erholung.



Zum Schluss schnell noch ein Blick auf die Schweiz. Die Eidgenossenschaft meldet am Montag, 7.45 Uhr, die Arbeitslosenquote und 9.15 Uhr die Einzelhandelsumsätze. Der Schweizer Franken fungierte zuletzt als sicherer Hafen und setzte den Euro stark unter Druck. Erst am Freitag konnte sich EUR/CHF erholen und schloss über 1,2350. Der Abwärtstrend ist allerdings noch intakt. Als Unterstützung fungiert die 1,2325. Unter 1,2275 wird es langsam eng für EUR/CHF. Die 1,2150 ist dann nicht mehr allzu weit.



Ich bin aktuell im EUR/USD investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.
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Donnerstag, 6. Juni 2013

US-Arbeitsmarkt im Blickpunkt

Nachdem Mario Draghi die Eurozone eher auf einem guten Weg sieht und so EUR/USD deutlich Aufwind gab, blickt der Markt mit Bangen auf die Arbeitsmarktdaten der USA. Wenn man die letzten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt analysiert, dürfte man eher nicht mit positiven Überraschungen rechnen. Die Eurobullen sind aktuell klar im Vorteil.

Am Freitag sieht es von der Datenseite so aus, als ob der Euro kaum etwas zu befürchten hat. 8 Uhr erscheint die deutsche Handelsbilanz, 8,45 Uhr die französische. Dazu dann auch noch die französische Haushaltskonsolidierung, die wahrscheinlich eher das Gegenteil von dem ist, was das Wort. Besonders bei den französischen Daten darf man aktuell durchaus gespannt sein, denn hier sind schon ein paar Enttäuschungen denkbar. Die deutsche Industrieproduktion (12 Uhr) ist mit -0,2 % schon sehr zurückhaltend prognostiziert. Insgesamt könnte es am Vormittag sicherlich leichte Impulse für eine technische Korrektur geben, denn EUR/USD ist im überkauften Bereich.

Dies dürfte dann aber wohl eher vorübergehender Natur sein, denn dass die US-Arbeitsmarkt-Daten Grund zum Jubel geben, dürfte eher unwahrscheinlich sein. 14.30 Uhr steht also die wichtigste Kennziffer zum US-Arbeitsmarkt an: die Non Farm Payrolls, die Gehaltsabrechnungen der Nicht-Agrar-Arbeitsstellen, um es für die vielen neu hinzu gekommenen Mitglieder unserer Community ins Deutsche zu übersetzen. Dazu erscheinen die Arbeitslosenquote, der Durchschnittsverdienst und die wöchentliche Arbeitszeit. Kurz, danach wissen wir, was die ganze Liquidität der Fed bisher gebracht hat. Konsens bei der Fed scheint zu sein, dass die Liquidität auf jeden Fall das einzige Mittel ist, den Arbeitsmarkt anzukurbeln. Bloß gut, dass wir diese aussage nicht bewerten müssen. Für uns ist wichtig, schwache Daten bedeuten weitere Liquiditätsspritzen durch die Fed und damit eine Dollarschwächung.

EUR/USD hat am Donnerstag alle wichtigen Widerstände einschließlich der 1,32 und des Mai-Hochs 1,3243 passiert und zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Posts ein Hoch bei 1,3306 markiert. Wer in meinem Wochenausblick schaut, sieht, dass noch Potential bis 1,3317 gegeben ist. Dort finden wir die 23,6 %-Linie des Fibonacchi.Und dann? EUR/USD ist inzwischen doch sehr überkauft. Der RSI steht bei über 80 und schreit nach einer Korrektur. Diese könnte bis 1,32 gehen. Aber auch 1,3140 wären für das Paar nicht kritisch. Aufgrund der fundamentalen Daten und vor allem wenn die Annahme richtig ist, dass die Arbeitsmarktdaten aus den USA eher einen bitteren Anstrich haben, sollte die mittelfristigen Ziele für EUR/USD eher auf der Long-Seite zu finden sein. Über der 1,3317 könnten dies die 1,3375 und die 1,3435 sein.


Ein wenig Vorsicht ist aber geboten, denn es steht ein Wochenende vor der Tür und Kurse über 1,33 dürften Politiker aus der Eurozone nicht schön finden und den Drang verspüren, dies auch den Medien mitzuteilen. Wie der Markt dann bei Handelseröffnung am Sonntagabend auf so etwas reagieren könnte, ist zwar nicht sicher, aber eine Option ist eben, dass er ein wenig verschreckt reagiert und zunächst Gewinne mitnimmt.

Ansonsten klingt die Woche eher ruhig aus. Großbritannien veröffentlicht die Handelsbilanz. Nach den zuletzt besseren Daten aus UK könnte sich das Defizit verringert haben. Damit rechnet dann auch der Markt. Auch Cable hat von Mario Draghi profitiert und hat inzwischen alles hinter sich gelassen, was ich gestern noch als Long-Ziele beschrieben habe. GBP/USD hat inzwischen sogar einen RSI von 90. Also auch hier muss eigentlich eine Korrektur stattfinden. 1,5520 oder gar 1,5460 werden dem Aufwärtstrend nichts anhaben. Und auf der Oberseite? Da haben wir mit 1,5684 ein neues Vier-Monatshoch gebildet. Sollten wir die 1,5630 nachhaltig überwinden, danach sieht es bei Erstellung der Analyse aus, sollten die Bären endgültig Pause haben - zumindest bis zur nächsten Zinssitzung der Bank of England. Auf der Oberseite könnten nach einer Korrektur dann 1,5780 und 1,5880 in den Fokus rücken. Wer hätte gedacht, dass wir so schnell in die Nähe der 1,60 zurückkehren?


Kanada meldet am Freitag wie der große Nachbar ein paar Daten aus der Arbeitswelt. Arbeitslosenquote, Arbeitsproduktivität und Veränderung der Anzahl der Erwerbstätigen werden 14.30 Uhr gemeldet. USD/CAD hat seine Seitwärtsrange verlassen. Neben guten kanadischen Daten auch Dank der Strahlkraft der EZB. Eine sich erholende oder zumindest eine nicht weiter in die Krise abdriftende Eurozone ist auch wir andere Wirtschaftsgebiet eine zumindest nicht mehr ganz so pessimistische Nachricht. USD/CAD fiel bis 1,0199, konnte sich danach aber wieder etwas erholen. Sollte das Paar die 1,0260 zurückerobern, dürfte die 1,0320 Widerstand liefern. Eine weitere Abwärtsbewegung könnte das Paar bis 1,0150 und im weiteren Verlauf bis 1,0080 führen. Voraussetzung dafür wären dann aber schlechte Non Farm Payrolls aus den USA.


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Mittwoch, 5. Juni 2013

Mario Draghi - Ihr Auftritt bitte!

So wirklich erfreulich sind aktuell weder die Daten aus der Eurozone als auch aus den USA. Dies führte uns dann auch der Mittwoch wiedermal vor Augen. Bei den Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindizes überraschte der spanische positiv. Er lag über dem enttäuschenden deutschen. Wer das richtig gewettet hätte, hätte wahrscheinlich richtig reich werden können. So blieb eine neue Sorge die sich nach den schwachen ADP-Arbeitsmarktdaten aus den USA noch verstärkte. Die Welt-Konjunktur lahmt - und zwar überall. Das konnte man vorher auch schon in Australien bei der Veröffentlichung des BIP erleben.

In den USA überzeugte wenigstens der ISM Dienstleistungsmanagerindex einigermaßen und auch die britischen Dienstleistungen legten ein ganz ordentliches Ergebnis hin.

Für EUR/USD gab es am Mittwoch wenig Bewegung. Das Paar bemühte sich attackierte die 1,31 und markierte sogar mit 1,3115 ein neues Monatshoch. Insgesamt blieb das paar aber knapp unter der 1,31 und dies verstärkt aus charttechnischer Sicht die Befürchtung, dass EUR/USD vielleicht langsam die Luft ausgeht. Sicher ist dies aber noch nicht. Aktuell ist das Paar in die enge Seitwärtsrange zwischen 1,3050 und 1,3115 gezwängt und man muss wohl kein Prophet sein, dass diese Range am Donnerstag nicht Bestand haben wird.

Es gibt genau einen Termin, welcher am Donnerstag für die Märkte von Bedeutung ist: Die Pressekonferenz nach der Zinsentscheidung der EZB. Mario Draghi, der Albtraum jedes Formationstraders gibt im EZB-Fernsehen seine Show, die man nicht vergessen sollte. 14.30 Uhr geht es los. Meist wird es ein paar Minuten später - Stars lassen gern ein wenig warten. Mario Draghi kann es sich leisten. Was steht auf dem Programm? Nun, in der Regel sorgt Mario Draghi bei den Märkten für eine Art Volksfeststimmung, bei der er die Kurse Achterbahn fahren lässt. Da heißt es nicht zu zeitig einsteigen und nicht zu viel riskieren. Womit ist zu rechnen?

Es ist damit zu rechnen, dass die EZB beschließt, keine weiteren geldpolitischen Maßnahmen zu ergreifen. Da die EZB gerade erst den Leitzins gesenkt hat, wäre es nicht überraschend, wenn man erst einmal die Wirkung dieser Maßnahme abwarten würde. Wahrscheinlich wird sich Mario Draghi verhaltend optimistisch äußern, denn die Inflation ist wieder ein wenig näher an die 2 %-Marke gerückt und der Zugang zum Kapitalmarkt für die Problemländer hat sich zumindest nicht verschlechtert. Dies wäre also Euro-positive. Nicht so gut kann eigentlich die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage ausfallen, welche zuletzt auch einige negative Meldungen aus Deutschland beinhaltete. Es ist durchaus auch denkbar, dass die EZB ihren wirtschaftlichen Ausblick erneut senkt, wobei dies dann auch eine gewisse Rhetorik sein könnte. Mario Draghi muss nämlich eines im Blick behalten. Ein allzu starker Euro ist nicht gerade förderlich bei der weiteren Eurokrisen-Bewältigung. Nach den ADP-Arbeitsmarktdaten vom Mittwoch, muss man damit rechnen, dass auch die Non Farm Payrolls am Freitag enttäuschen und den Dollar weiter schwächen. Da wäre also eine Stärkung des Euro durch die EZB also kontraproduktiv. Dies dürfte dann auch der Grund sein, weshalb Mario Draghi sicher auch erwähnen wird, dass die EZB bereit ist weitere geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen.

Außerdem sollte die Verhandlung vor dem Bundesverfassungsgericht über das OMT-Programm (Anleihekäufe durch die EZB) eine Rolle spielen. Hier wird Mario Draghi sicher die Befürchtung, dass das Programm eine direkte Staatsfinanzierung sei, entkräften - oder dies zumindest versuchen.

Und wenn das dann alles so eintrifft, bewerbe ich mich bei der EZB... Ich habe versucht, ein mögliches Szenario zu beschreiben, aber Mario Draghi ist halt auch ein Meister im Überraschen. Und deshalb ist es unmöglich zu sagen, wo der Euro am Ende des Tages stehen wird.

Der Chart favorisiert eher weitere Gewinne, denn der Aufwärtstrend ist in Takt. Ich glaube aber, dass die EZB sich eher vor den Non Farm Payrolls leicht nachgebende Kurs wünschen könnte. Und am Ende hat es eben die EZB am Donnerstag in der Hand. Mit Kursausschlägen in beide Richtungen muss man rechnen. Die Volatilität könnte die Kurse um deutlich über 100 Pips bewegen. Auf der Oberseite dürfte der Widerstand bei 1,3180/3200 interessant werden. Sollte Mario Draghis Statement positiv ausfallen, kann der Euro eventuell auch die 1,3243 attackieren.

Auf der anderen Seite dürften die Unterstützungen bei 1,2980 und 40 zu suchen sein. Darunter sind die Bullen aus dem Rennen.


Daneben gibt es natürlich auch noch einige andere Termine, die aber im Schatten der EZB-Entscheidung eher untergehen werden. Schon 7.30 Uhr erscheint die Arbeitslosenquote aus Frankreich und verspricht nichts Gutes. Auf 10,9 % soll sie gestiegen sein, erwartet der Markt. 11.05 Uhr geht dann Frankreich an den Geldmarkt und versucht, verschiedene langlaufende Anleihen zu platzieren. 11.50 Uhr platziert dann Spanien langlaufende Anleihen. 12 Uhr meldet Deutschland die Arbeitsaufträge, welche rückläufig erwartet werden. 13.45 Uhr die Zinsentscheidung und 14.30 Uhr die Pressekonferenz der EZB (she oben).

14.30 Uhr gibt es auch die Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA, aber diese Zahlen werden den Kurs nicht beeinflussen, weil Mario Draghi schlägt alle. Schließlich sollte man das Verbrauchervertrauen in den USA (15.45 Uhr) nicht völlig unbeachtet lassen.

Auch in den anderen Währungsregionen gibt es am Donnerstag Termine, die allerdings wahrscheinlich im Schatten der EZB stehen werden. 3.30 Uhr steht erneut Australien im Blickpunkt. Nach der Erholung bis knapp 0,98 erfolgte der scharfe Abverkauf von AUD/USD unter das bisherige Jahrestief bei 0,9528. Bei einem Unterschreiten der 0,9487 droht nun ein ziemlich schneller Abverkauf bis 0,9387, dem Tief aus dem Oktober 2011.


Seit dem Hoch am 11. April bei 105,82 hat der Aussie damit rund 960 Pips gegen den USD verloren. Da kann nicht mal der Yen mithalten. Der benötigte für diesen Verlust zwar nicht ganz so lange, konnte dieses Tief, dass sich von 2. April bis 22. Mai aufbaute, nicht halten. Der Aussie ist gerade dabei, seinen "Rekord" weiter auszubauen!

Neben der EZB steht auch die Bank of England im Fokus. Es wird nicht damit gerechnet, dass sich an der atuellen Geldpolitik etwas ändert. 13 Uhr werden Zinsentscheidung und Statement zu Geldpolitik letztmals unter der Leitung von Sir Mervyn King veröffentlicht. Interessant wird, wie dann der neue Gouverneur, Mark Carney, die gleichen Mitglieder des MPC der Bank of England dazu animieren möchte, Seine Ideen von einer unkonventionellen Geldpolitik mitzutragen. Mal von Mervyn King abgesehen, wird zumindest kein weiteres Mitglied des Monetary Policy Committee ausscheiden.

GBP/USD hat nach der Korrektur von 1,5375 den Aufwärtstrend verteidigt und ist weiter auf Erholungskurs. Gegen eine weitere Erholung spricht eigentlich der immer noch überkaufte Status, dafür, dass die Bank of England wohl tatenlos bleiben wird. Über 1,5425 wartet die 1,5465 als Widerstand. Gut unterstützt dürfte das Paar bei 1,5280 sein.


Vor der Zinsentscheidung wird 9 Uhr der Halifax Hauspreisindex gemeldet.

Die Schweiz meldet 9.15 Uhr die Verbraucherpreisinflation, was EUR/CHF wohl eher weniger interessieren dürfte. Auch die Schweiz steht am Donnerstag eben im Schatten der EZB. Wenn man sich den Chart von EUR/CHF anschaut, könnte man keck fragen: "Welcher Abwärtstrend darf´s denn sein? EUR/CHF sind inzwischen wieder deutlich unter den 1,25, über die man ja bei der Schweizer Nationalbank als neue Kursuntergrenze nachgedacht hat. Der Schweizer Franken hat seine Berufung als sicherer Hafen wiedergefunden, genau übrigens wie der Yen. Die Welt wird wieder langsam vertraut....

Auf der Oberseite dürfte bei 1,2370 Widerstand auf EUR/CHF warten. Unterstützung gibt es bei 1,2293/60.


Und zum Schluss noch Kanada. Der Einkaufsmanagerindex steht 16 Uhr auf der Agenda. Der Termin ist gar nicht so dumm gewählt, denn so hat Kanada ein Solo und vielleicht geht da noch was im USD/CAD. Die Prognosen gehen von einer satten Erholung des Index aus. Das könnte also spannend werden. Vielleicht gibt es ja sogar ein wenig Bewegung im USD/CAD. Ein Blick in den Chart zeigt, es gab schon spannendere Zeiten. Zwischen 1,0260 und 1,0420 ist ziemlich viel möglich oder eben auch gar nichts.


Ich bin aktuell im EUR/USD investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.

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Dienstag, 4. Juni 2013

Vorfreude (?) auf die Non Farm Payrolls

Gold und der Yen habe ihre Gewinne vom Montag wieder eingebüßt, ansonsten war der Dienstag weitgehend ein ereignisloser Handelstag. So können wir gleich in den Ausblick auf Mittwoch gehen.

Der Mittwoch könnte dann doch wieder etwas bewegter werden, denn in den USA stehen die ADP-Arbeitsmarktdaten auf dem Programm, die gern als wichtiger Indikator für die am Freitag erscheinenden großen Arbeitsmarktdaten, die Non Farm Payrolls, gelten. Da heißt es also, 14.15 Uhr genau hinschauen. Besonders spannend werden die Daten, weil zuletzt die immer donnerstags erscheinenden Anträge auf Arbeitslosenhilfe kein wirklich eindeutiges Bild über den Zustand des Arbeitsmarktes gegeben haben. Setzt sich die Erholung auf dem Arbeitsmarkt nun fort oder nicht? Erste Antworten also am Mittwoch, 14.15 Uhr. Eine Viertelstunde später gibt es auch weitere interessante Zahlen aus den USA, wie Lohnstückkosten und Non-Farm-Produktivität. 16 Uhr sollte man dann noch auf die Werksaufträge, auch wenn die manchem Wirtschaftskalender nur einen Bullen wert sind, und den ISM-Dienstleistungsmanagerindex schauen.

Schon 2 Uhr in der Nacht spricht FOMC-Mitglied Richard Fisher und 20 Uhr wird das Beige Book der Fed veröffentlicht. Das Beige Book gibt einen hervorragenden Überblick über die Leistungsfähigkeit der US-Ökonomie und könnte interessante Hinweise enthalten, was der FOMC bei der nächsten Zinssitzung beschließen könnte.

Ein Bulle bedeutet ja im Wirtschaftskalender wenig Volatilität. Darauf würde ich mich bei den Dienstleistungsmanagerindizes aus Spanien (9.13 Uhr), Italien (9.43 Uhr), Frankreich (9.48 Uhr), Deutschland (9.53) und der Eurozone (9.58 Uhr) lieber nicht verlassen. 11 Uhr folgen dann die Einzelhandelsumsätze und das Eurozonen-BIP. Letzteres ist die zweite Vorabveröffentlichung und sollte kaum für Überraschungen gut sein. 11.35 Uhr sollte man auch mal schnell eine Blick auf die Auktion 5-jähriger deutscher Bundesobligationen werfen. Fallende Zinsen könnten hier sogar eher zur Besorgnis führen, dass die Märkte verstärkt aus der Peripherie in die sicheren Häfen driften. Zuletzt gab es dazu auf dem Anleihemarkt aber keine akuten Hinweise.

EUR/USD hat nach den Gewinnen vom Montag am Dienstag eine müde Vorstellung gegeben. Dank einer relativ positiv zu bewertenden Handelsbilanz der USD kam der Euro zwar kurz etwas unter Druck, am Abend stand die Gemeinschaftswährung aber schon wieder bei 1,3080. Die entscheidende zu überwindende Marke ist die 1,31. Über diesem Widerstand warten die 1,3140/80/00. Die 1,32 ist also weiter im Blick. Ob diese Marke nachhaltig überwunden wird, muss man mal abwarten. Auf der Unterseite unterstützen die 1,3040 und 1,3000. Solange wir über der 1,30 bleiben sollten die Bullen ein Übergewicht haben.


Nach der australischen Zinsentscheidung steht Down Under schon wieder im Blickpunkt. Das BIP wird veröffentlicht. Nach seiner Erholung bis 0,9792 ist AUD/USD "planmäßig" gedreht und läuft nun wieder auf die 0,9550 zu. Davor dürfte die runde 0,96 nochmal ein wenig Unterstützung bieten.


Auch Großbritannien meldet seinen Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindex. Wie gewohnt erreichen uns die Daten aus London 10.30 Uhr. Die Prognose ist im Vergleich zum Vormonat praktisch fast unverändert. Die Erholung von GBP/USD endete zunächst an der 1,5375. Inzwischen hat das Paar seinen überkauften Modus im 4H-Chart abgebaut. Positiv ist auch, dass das Paar weiter im Aufwärtstrend handelt. So ist eine erneute Attacke auf 1,5375 nicht ausgeschlossen. Der entscheidende Impuls könnte am Mittwochvormittag von der Datenfront kommen. Auf der anderen Seite müssen Verlust bis 1,52/1,5170 eingeplant werden.


14.30 Uhr stehen dann noch die kanadischen Baugenehmigungen auf dem Programm. Sie werden wohl durch die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten eher keine Rolle auf den Markt spielen. Einen kurzen Blick sollte man aber trotzdem mal riskieren, und wenn es nur darum geht, die Chancen des Loonie in den kommenden Tagen einzuschätzen. USD/CAD hat nach einer kurzen Korrektur in dieser Woche wieder auf Rallye-Modus geschaltet und hat die abfallende Trendlinie überwunden. Einer neuerlichen Attacke der 1,0420 steht nur noch die 1,0380 im Wege. Auf der Unterseite unterstützen die 1,0320/1,0295


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Montag, 3. Juni 2013

US-Konjunktur lahmt

Hoffnungsvolle Daten aus der Eurozone und überraschend schwache Zahlen aus den USA prägten den Montag. Nun liegen auch die europäischen Einkaufsmanager-Indizes immer noch im Rezessionsmodus, konnten sich aber stabilisieren, während nun auch der ISM-Herstellungsindex der USA auf eine Schrumpfung hindeutet.

Nun, das gefiel dann den Aktienmärkten auch nicht, obwohl die US-Daten der letzten Tage wohl eher darauf hindeuten dürften, das die Fed an ihrer lockeren Geldpolitik wenig ändern kann. Auf der anderen Seite könnte man sich natürlich mal fragen, ob der Nutzen der Geldflut wirklich so groß ist, dass die Risiken hinnehmbar sind. Dies wird uns dann am 16. Juni sicherlich Ben Bernanke erklären. Auf der anderen Seite viel mehr Konjunkturpolitik können die USA ja aktuell nicht machen, Präsident Obama hat ja nicht einmal einen richtigen Haushalt.

Wer also immer von der Eurokrise spricht, mag ja recht haben, sollte aber nicht vergessen, dass die Lage in den USA nicht wirklich besser ist, im Gegenteil, in den USA gibt es kein Deutschland.

So kann man die Gewinne von EUR/USD durchaus als folgerichtig beurteilen. Das Paar überwand die 1,30er Marke und kam nach den schwachen Zahlen aus den USA erst bei 1,3107 zum stehen. Ein nachhaltiges Überschreiten der 1,31 sollte das Paar nun bis 1,3180/3200 führen. Solange das Paar über der 1,30 bleibt, sollten die Bullen das Zepter schwingen. Unter dieser Marke unterstützen die 1,2950 und die 1,29. Darunter gilt es dann wird, sich zu fürchten. Vor der Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag, ist aber wohl eher nicht mit einer Trendumkehr zu rechnen.


Auch am Dienstag gibt es einen Termin, welcher in den USA mit Bangen erwartet werden dürfte: 14.30 Uhr wird die Handelsbilanz veröffentlicht. Vorher gibt es die Veränderung der Arbeitslosigkeit in Spanien und wenn der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy ernst zu nehmen ist, dass soll uns 9 Uhr eine positive Überraschung ins Haus stehen. Marktbeobachter sind allerdings skeptisch. Lassen wir uns überraschen.

Am Morgen, 6.30 Uhr, also für mich in der Nacht, gibt die Reserve Bank of Australia ihre Zinsentscheidung bekannt. Die letzte Zinssenkung ist erste einen Monat her, so dass man wohl nicht mit weiteren Maßnahmen der Notenbank rechnen darf. Auch der Aussie konnte am Montag von der neuerlichen Dollarschwäche profitieren und gewann deutlich. Allerdings dürfte sich AUD/USD bei 0,98 doch einem zähen Widerstand gegenüber sehen, welcher eventuell zunächst für eine Korrektur sorgen könnte. Ein Rücklauf bei 0,9710 sollte auf jeden Fall eingeplant werden. Aus fundamentaler Sicht muss man wohl damit rechnen, dass die australische Notenbank ein recht schwaches Bild der australischen Konjunktur malen wird, was dem Aussie auch nicht unbedingt zugute kommen dürfte. Sollte die 0,98 doch gebrochen werden, steht bei 0,9850 der nächste Widerstand bereit.


Schon 3.30 Uhr meldet Australien seine Leistungsbilanz. Das Defizit soll sich im Vergleich zum letzten Quartal um ein Drittel reduziert haben. Lassen wir uns mal überraschen.

Aus Großbritannien erreicht uns 10.30 Uhr der Bau-Einkaufsmanagerindex, welcher weiter unter der 50er-marke erwartet wird. GBP/USD konnte am Montag auch von der Schwachen US-Konjunktur profitieren und stieg genau an den Widerstand bei 1,5375. Um 1,5240 sollte das Paar sehr gut unterstützt sein. Die Bären sollten zunächst mal ein wenig aus der ersten Reihe sein. Das nächste spannende Ziel könnte bei 1,5510 liegen. Die weiteren Widerstände findet man im Chart.


Das Britische Pfund hat zuletzt eine ziemliche Robustheit gewonnen. Die extreme Schwäche der vergangenen Wochen scheint ein wenig vorüber. Dies sieht man auch im EUR/GBP. Bei 0,8598 könnte wir ein Doppeltop registrieren, das die Korrektur einleitete und das Paar nun bis 0,8502 führte. Hier drehte EUR/GBP allerdings und scheint zurück auf dem Weg in die zuletzt ziemlich stabile Seitwärtsbewegung zwischen 0,8535 und 0,86 zurückzukehren. Der Ausschlag zur 0,8502 könnte ein Fehlausbruch gewesen sein.


Zum Schluss noch ein Blick nach Kanada. Die Handelsbilanz steht 14.30 Uhr auf der Agenda. Gute Zahlen aus Kanada und ein gleichzeitig über den Erwartungen liegendes US-Handelsbilanzdefizit könnte hier am Nachmittag einem sehr volatilen Handel führen, den man bei seinem eigenen Trading gut planen sollte. Auch am USD/CAD ist die neue US-Dollarschwäche nicht spurlos vorbeigegangen. Vom Top bei 1,0420 ist das Paar weit entfernt, allerdings könnte es demnächst in den überverkauften Modus laufen. Eine kleine Chance auf Erholung für den US-Dollar. Die Bullen sind allerdings gerade im Begriff, den Kampf komplett aus der Hand zu nehmen, denn das Paar scheint die 38,2 %-Linie des Fibonacci zu durchbrechen. Sollte dies nachhaltig geschehen, ist die 1,0217 das nächste Ziel. Auf der Oberseite ist USD/CAD durch die 1,0325 und einen Abwärtstrend gedeckelt.


Ich bin aktuell im EUR/USD investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.

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Sonntag, 2. Juni 2013

Wichtige Woche für Euro und Dollar

Sieht man mal vom Verbrauchervertrauen und den Konjunkturerwartungen ab, war die vergangene Woche für den US-Dollar eigentlich ein ziemlich gebrauchte Woche und lustigerweise damit auch für die Märkte, die aufgrund der Angst vor einem "Eindampfen" der geldpolitischen Lockerungen der Fed vor allem auf gute US-Daten schon fast panisch reagieren. Zuletzt aber waren die US-Daten eher schwach, was EUR/USD kurzzeitig über die 1,30 hob. Die gute Verbraucher- und Konjunkturstimmung bremste die Euphorie aber war allerdings schnell wieder ab und EUR/USD musste sich die 1,30 wieder von unten betrachten.

Allerdings konnte sich der Euro vor Handelsschluss bis knapp unter die 1,30 zurück arbeiten, was insgesamt für eine gewisse innere Stärke der Gemeinschaftswährung sprechen könnte. Der Chart ist weiter neutral einzuschätzen. Schaut man sich den Daily an, kann man eine Dreiecksformation erkennen, welche in der kommenden Woche aufgelöst werden könnte. Die wichtigen Marken könnten dabei die 38,2 %-Linie des Fibnocci auf der Oberseite (1,3073) und die 50 %-Linie 1,2877 auf der Unterseite sein. Auf der Oberseite ist allerdings vorher noch der Widerstand bei 1,3000/20 zu brechen unter der 1,2877 unterstützt noch die 1,2820. Weitere Marken findest Du im Chart.


Uns könnte eine hochvolatile Woche ins Haus stehen, denn es gibt einige wichtige Termine, welche den Kurs beeinflussen könnten. Schon am Montag ist der Tag der verschiedenen Einkaufsmanager-Indizes. Am Vormittag erscheinen die Daten aus Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland und der Eurozone, am Nachmittag sind dann die USA dran. Der ISM-Herstellungsindex dürfte wieder mit viel Spannung erwartet werden, geht es doch weiter um die Beantwortung der Frage, ob die Fed Spielraum zu einer Straffung ihrer Anleihekäufe hat oder nicht. Am Dienstag gibt es schon den nächsten wichtigen Termin aus den USA: Die Handelsbilanz wird veröffentlicht. Das Defizit soll doch wieder auf 41 Mrd. USD steigen (zuletzt 38,8 Mrd.). Am Mittwoch könnte es dann für den Euro eng werden, denn das Eurozonen-BIP steht auf dem Plan. Am Nachmittag ist dann sozusagen Overtüre für die wichtigsten Arbeitsmarktzahlen der USA. Die ADP-Arbeitsmarktdaten könnten uns einen ersten Einblick gewähren, womit wir am Freitag bei den Non Farm Payrolls zu rechnen haben. Bevor es jedoch soweit ist, hat Mario Draghi seinen Auftritt. Am Donnerstag gibt es die neue Zinsentscheidung der EZB. Nach dem Zinsschritt vom letzten Monat, ist wohl diesmal eher mit keiner Änderung in der Geldpolitik zu rechnen. Interessant dürfte wieder werden, die Mario Draghi seine Worte zur wirtschaftlichen Entwicklung der Eurozone gewichtet und was er zu möglichen weiteren Zinsschritten sagt. Aufgrund der Nervosität der Märkte kann es kräfitge Ausschlage im Euro in beide Richtungen geben. Am Freitag melden die USA die Non Farm Payrolls und die Arbeitslosenquote. Es wäre kein Wunder, wenn sich die Märkte bei schlechten Daten freuen würden.

Auch in anderen Währungsgebieten stehen einige sehr wichtige Termine auf dem Programm. China zum Beispiel hat die Woche schon mal am Samstag mit einem guten Einkaufsmanagerindex begonnen. Auch dies könnten die Märkte schon bei Markteröffnung mit berücksichtigen. Theoretisch könnte der EUR/USD also durchaus mit über 1,30 in die Woche starten.

Die Woche der Notenbanken eröffnet die Reservebank Australiens. Bei der letzten Zinssitzung hat die Notenbank den Leitzins um 25 Punkte gesenkt und so einen Abverkauf des Aussie eingeleitet. Inzwischen ist AUD/USD unter die 0,96 gerutscht und so richtig ist das Ende noch nicht in Sicht. Was das Paar ein wenig stützen könnte, ist der überverkaufte Modus. So könnte das Paar zunächst einmal beim Jahrestief 0,9528 Unterstützung finden. Sollte die Angst vor einer Straffung der Anleihekäufe durch die Fed weiter vorherrschen, könnte AUD/USD bis 0,9387 (Tief aus Oktober 2011) geführt werden. Auf der Oberseite ist bei 0,9700 ernsthafter Widerstand zu erwarten.


Am Mittwoch steht ein weiter wichtiger Termin aus Australien im Kalender: Das BIP.

Doch nochmal zurück zum Dienstag und damit nach Kanada. Die Handelbilanz wird gemeldet. Es wird ein leichtes Defizit erwartet. Am Freitag folgen die Arbeitsmarktdaten, welche aber wohl von den US-Non Farm Payrolls in den Schatten gestellt werden. USD/CAD hat nach dem Erreichen des Jahreshoch bei 1,0421 bis 1,03 korrigiert. Insgesamt scheint aber weiter die Dollarstärke den Ton anzugeben. Die 1,0450 und die 1,05 könnten Widerstände auf dem Weg zur 1,0523 sein.


Neben der EZB meldet am Donnerstag auch die Bank of England den Zinssatz. Es ist die letzte Sitzung des MPC unter Mervyn King, bevor Mark Carney das Ruder übernimmt. Es ist eher nicht damit zu rechnen, dass die Bank of England bereits diesmal weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen ergreift. GBP/USD hat sich in der vergangenen Woche nach einer Bodenbildung knapp über 1,50 ein wenig erholt, ohne dass sich das insgesamt angeschlagene Bild von Cable deutlich aufgehellt hätte. In Abhängigkeit der US-Daten könnte eine Tatenlosigkeit der Bank of England Cable stützen. Über dem Widerstand 1,5260 könnte sich das Paar bis 1,5420 erholen. Unterstützung ist bei 1,5085 und 1,50 zu erwarten.


Auf Wunsch noch schnell ein Blick auf die Edelmetalle, welche auch in der vergangenen Woche stark von Dollar abhängig blieben. Gold bei 1.488 USD gedeckelt. Darunter hat sich in der letzten Woche ein Widerstand bei 1.425 USD gebildet. Auf der Unterseite sieht es so aus, als ob der kleine Aufwärtstrend, den wir in den letzten 14 Tage registrieren konnten, zu enden droht. Ob wir das Jahrestief bei 1.321,77 attackieren, wird nicht zuletzt von der Entwicklung des US-Dollar abhängen. Gewinnt der Dollar an Stärke, also sind die US-Daten gut, dürfte der Druck auf Gold zunehmen.


Noch kritischer sieht es bei Silber aus. Ein Bruch der 22 würde das Edelmetall zum Jahrestief bei 21,1935 führen. Darunter ist ein Abverkauf bis 17,75 nicht auszuschließen. Auf dem Weg dorthin gibt es noch einige Unterstützungen, zum Beispiel bei 20,40, was einen schnellen Abverkuf eher unwahrscheinlich erscheinen lässt. Auch hier wird dem US-Dollr eine wichtige Rolle zukommen. Sollte die Angst vor der Straffung von QE durch die Fed nachlassen, könnte Silber den Widerstand um 23,20 attackieren. Damit den Bären aber wirklich die Puste ausgeht, müsste das weiße Metall die 24,85 überwinden.


Der Montag ist so datenintensiv wie selten.
Deshalb hier noch die wichtigsten Daten. 1.50 Uhr startet Japan mit dem Geschäfts-CAPAX und den Investitionen in die Handelswoche. Was CAPAX für eine Größe ist - hm. Unter Investitionen kann ich mir da mehr vorstellen. Sie sollen nicht mehr so stark zurückgehen, wie noch im letzten Quartal. USD/JPY hat sich deutlich vom Hoch bei 103,73 entfernt. Spannend wird, wie die Bank of Japan regieren würde, wenn die runde 100er Marke nach unten durchbrochen werden würde. Darunter käme der 98,50 eine große Bedeutung zu. Widerstand findet das Paar bei 101,30 und beim Doppeltop bei 101,80.


3.30 Uhr werden einige Daten aus Australien gemeldet. Bruttobetriebsgewinn, Einzelhandelsumsätze und Firmenbestandsaufnahmen gewähren einen interessanten Blick auf die australische Wirtschaft. 3.45 Uhr folgt der HSBC PMI, ein Einkaufsmanagerindex, aus China und 3.50 Uhr spricht Janet Yellen von der Fed, der Chancen eingeräumt werden, Ben Bernanke an der Spitze der Fed zu folgen. Die verfolgt eine ähnliche Politik wie der aktuelle Fed-Chairman.

In der Schweiz wird 9.30 Uhr der Einkaufsmanagerindex gemeldet. EUR/CHF hat sich inzwischen doch ein wenig zurückgezogen und handelt um 1,24. Erster Widerstand dürfte bei 1,2460 zu finden sein, stabiler dürfte die 1,2525 sein. Auf der Unterseite bieten 1,2375 und 1,2350 Unterstützung.


Aus der Eurozone werden dann die Einkaufsmanagerindizes gemeldet: Spanien (9.13 Uhr), Italien (9.43 Uhr), Frankreich (9.48 Uhr), Deutschland (9.53 Uhr) und der der Eurozone gesamt (9.58 Uhr).

10.28 Uhr folgt dann der Einkaufsmanager-Index aus Großbritannien und 15.30 Uhr der aus Kanada. 16 Uhr dann das erste Highlight der Woche, der ISM Hersteluungsindex der Vereinigten Staaten.

Es geht also gleich ordentlich zur Sache. Na denn mal einen erfolgreichen Wochenstart.

Ich bin aktuell im EUR/USD investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.

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