Die Welt des Reisens

Sonntag, 16. Juni 2013

Woche der Fed

Nun ist es soweit, am Mittwochabend erklärt sich die Fed. Wird es eine Straffung der Geldpolitik geben? Wird es sie sofort geben? Wie ist der Zeitplan? Oder lässt der FOMC alles beim Alten?

Die Arbeitslosenqoute in den USA ist weiterhin weit von den angestrebten 6,5 % entfernt, Inflationsgefahren sind in den USA kaum auszumachen. Es ist alles alles andere als sicher, dass die Fed am Mittwochabend die Märkte in Trauerstimmung versetzt. Unabhängig von der Entscheidung durch den geldpolitischen Ausschuss FOMC kann man für die kommende Woche wohl vor allem eines sagen: Es ist mit viel Volatilität zu rechnen und es dürfte nicht verkehrt sein, eine Positionierung am Markt auf nach dem Abend der Fed zu verschieben.

Das alles macht einen Wochenausblick nicht gerade einfach, denn es kann so ziemlich alles passieren. EUR/USD hat die vergangene Woche schon mal mit ordentlich Rückenwind genommen und beendete die Woche mit 1,3346. Am Freitag zeigte sich das Paar allerdings zum ersten Mal seit längerer Zeit nicht mehr so dynamisch und drohte, den Aufwärtstrend zu brechen. Das ist noch nicht passiert, aber wäre ein Szenario. Dann könnte das Paar schnell bis 1,3228 zurückfallen. Kann sich das Paar über 1,3342 halten, sind bei einem Überwinden der 1,34 durchaus 1,3504 drin. Wenn die Fed ihre lockere Geldpolitik inklusive ihres mächtigsten Instruments QE3 unbegrenzt fortsetzt, könnten wir auch schnell im Bereich des Jahreshochs 1,3711 sein. Was die Unterseite betrifft, ist die Fallhöhe wohl ziemlich hoch. Die letzten Gewinne des EUR/USD dürften ziemlich wahrscheinlich daher rühren, dass man ein Ende von QE3 wieder ausgepreist hat, denn eine bärenstarke Eurozone haben wir zuletzt eher nicht gesehen. Die Eurozone stabilisiert sich auf niedrigem Niveau, dass könnte die korrekte Einschätzung sein. Wichtige Unterstützung für die Bullen dürften die 1,3228 sein. Nimmt die Fed Liquidität vom Markt, muss man wohl mit einem Abverkauf bei 1,2973, eventuell sogar bis 1,2840 rechnen.


Übertrieben? Vielleicht, aber man sollte schon damit rechnen, dass, egal wie der FOMC entscheidet, eine neue Situation am Markt entsteht. Sollte die Fed Ihre Geldpolitik ändern, wird dies den US-Dollar deutlich aufwerten, wahrscheinlich nicht nur vorübergehend.

Neben der Zinsentscheidung in den USA am Mittwochabend, 20 Uhr, und der Pressekonferenz mit Ben Bernanke (20.30 Uhr), gibt es noch einige andere Daten, die den Markt bewegen könnten. Am Dienstag werden wir die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone veröffentlicht. Das der Index durch die Befragung von institutionellen Anlegern ermittelt wird und der DAX wie alle Aktienindizes eher Kurs gen Süden genommen haben, könnte die Prognose, die über dem Wert der letzten Veröffentlichung siegt etwas optimistisch sein. Dienstagnachmittag dürfen die Märkte nochmal über die Entscheidung des FOMC orakeln. Die Verbraucherpreise stehen auf dem Programm und sollten diese deutlicher steigen als prognostiziert, dürfte noch einmal eine Panikattacke auf die Märkte warten. Am Donnerstag, also nach der Entscheidung des FOMC, werden die Anträge auf Arbeitslosenhilfe und die Veräußerung bestehender Eigenheime erste Impulse setzen. Game-Changer werde es sicher nicht sein. Unbeobachtet sollte man diese Zahlen aber auch nicht passieren lassen.

Werfen wir noch einen Blick auf den DAX, für den am Mittwochabend einiges auf dem Spiel steht. Der Deutsche Leitindex befindet sich in einem Abwärtstrendkanal, den er wohl erst am Mittwoch verlassen wird. Auf der Oberseite dürfte die 8.220 als Widerstand fungieren. Sollte die Fed QE3 fortsetzen, sind auch ein Retest des Jahreshochs bei 8.557 und weitere Hochs möglich. Auf der Unterseite dürften die 8.075 Punkte und dann natürlich die 8.000er Marke Unterstützung bieten. Entscheidend könnte die 7.900 sein. Unter dieser Marke könnte es schnell zu Abverkäufen bis 7.600 Punkten kommen. Für den DAX steht also am Mittwoch einiges auf dem Spiel.


Neben der Zinsentscheidung in den USA stehen alle anderen Events natürlich im Hintergrund. Hier trotzdem ein kurzer Blick auf weitere Termine. Am Dienstagmorgen wird Besprechungsprotokoll der letzten Zinssitzung der Reservebank Australiens veröffentlicht. Die spannende Frage wird sein, wie nahe Australien möglicherweise einer weiteren Zinssenkung ist. Einige Marktteilnehmer waren ja ein wenig enttäuscht, dass die Notenbank im Mai nur einen Zinsschritt um 25 Punkte unternahm. Gibt es vielleicht schon Diskussionen, die auf einen weiteren Zinsschritt hinweisen? Dies könnte dann AUD/USD wieder unter Druck bringen. Der Aussie hatte sich in der vergangenen Woche ein wenig erholt, ohne die Widerstände 0,97 und 0,98 zu attackieren. Sollten sich in den Monetary Policy Meeting Minutes Hinweise auf eine baldige weitere Zinssenkung finden, könnte der Aussie wieder Ziele auf der Unterseite ansteuern, zumindest bis Mittwochabend. Unterstützung wäre unter 0,9550 bei 0,94 und 0,9326 zu finden.


Nach der Fed-Sitzung könnte bei Fortsetzung von QE3 durchaus ein Bruch der 0,98 und eine Bewegung bis zur Parität einsetzen. Auf der anderen Seite könnte unter der 0,93 auch die 0,90 drohen.


Drastische Ziele, die davon ausgehen, dass nach der Entscheidung eine Neupositionierung der Märkte stattfindet, also egal, wie die Entscheidung der Fed ausfällt eine klare Richtung für die folgenden Tage ausgegeben wird. Ich persönlich glaube übrigens nicht, dass die Fed eine Änderung ihrer Geldpolitik verkünden wird.

Am Mittwoch, einige Stunden vor der Zinsentscheidung durch den FOMC, veröffentlicht die Bank of England ihr MPC-Versammlungsprotokoll. Wer war neben dem scheidenden Gouverneur Mervyn King für eine Ausweitung der quantitativen Lockerung? Wenn die Entscheidung für das Stillhalten in der Geldpolitik, dass die BoE seit langem zelebriert, knapp ausfiel, könnte GBP/USD ein wenig unter Druck geraten. Das Paar drohte in der vergangenen Woche mal kurz den Aufwärtstrend zu verlassen, aber am Ende blieb das Ziel doch der Norden. Inzwischen wurde die 1,56 gebrochen und die Bären sind endgültig abgetaucht. Wenn die Fed mitspielt, könnten nun die Bullen das Kommando endgültig übernehmen. Ein Überwinden des Widerstand bei 1,5789 sollte dem Paar Power bis 1,6049 geben. Auf der Unterseite unterstützt die 1,56 - zumindest wenn die Fed QE3 nicht eindampft.


Am Donnerstag legen die Briten dann mit den Einzelhandelsumsätzen nach.

Davor, in der Nacht zum Donnerstag, meldet Neuseeland das BIP des letzten Quartals. Nach dem wohl durch die Sommer- und Weihnachtszeit ausgelösten Ausreißer mit 1,5 % Wachstum,wird diesmal wieder mit eher moderaten 0,6 % gerechnet. Da dürfte es aber immer noch genug Wirtschaftsminister auf dieser Welt geben, die neidisch zu den Kiwis schauen. Für NZD/USD war nach eine langen verlustreichen Zeit in der vergangenen Woche Erholung angesagt. Das Paar gewann die 0,80 zurück und wird diese zunächst einmal verteidigen müssen. Sollte die Fed den USD stärken könnte die Unterstützung schnell wieder zur Disposition stehen. Wenn die Fed, wie von mir erwartet die Geldpolitik belässt, könnten die Bullen über 0,8218 die Bären endgültig aus dem Fed schlagen.


Am Donnerstag Vormittag meldet dann die Schweizer Nationalbank ihren Leitzins. Alles andere als das Belassen bei Null komma nichts wäre eine Überraschung. er in der Schweiz Geld anlegt, beommt nichts raus, eigentlich zumindest. Aktuell ist Schulden machen auf jeden Fall besser. Da könnten je eigentlich die Steuersünder... Na gut, lassen wir dieses Thema und schauen uns den EUR/CHF an. Auch hier könnte die Fed-Entscheidung ein wenig Einfluss haben, aber am Ende wird die Frage sein, wie äußert sich der SNB-Vorsitzende Thomas Jordan zur Kursuntergrenze von EUR/USD. Es gibt immer mal wieder Gerüchte, die SNB plante diese Untergrenze von 1,20 auf 1,25 anzuheben. Nun, dies könnte ein teures Vergnügen werden, denn aktuell drängt es den EUR/CHF eher Richtung Süden. Spannend könnte es in der neuen Woche um 1,22 werden. Ein Bruch wäre die Auflösung der sich anbahnenden Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Unter 1,2130 dürfte die SNB wieder tätig werden müssen. Aber vielleicht greift der Nationalbank ja Ben Bernanke mit seinen Kollegen des FOMC unter die Arme. Wenn QE3 ungebremst fortgeführt wird, dürfte das Kapital die sicheren Häfen, also auch den Schweizer Franken verlassen und Währungen wie den Euro suchen. Dann sollten 1,2350/1,2415 eingeplant werden und vielleicht erreicht der EUR/CHF ja auch ganz ohne Zutun der SNB die 1,25.


Am Freitag könnten wir uns eigentlich ein vorzeitiges Wochenende nehmen, wären da nicht die Kanadier. Einzelhandelsumsätze und Verbraucherpreise werden veröffentlicht. Auch Kanada ist von Inflationsgefahr sehr weit entfernt. Der Daily von USD/CAD sieht recht interessant aus. Wir bewegen uns weiter in einem ziemlich stabilen Aufwärtstrend. Unterstützung findet das Paar bei 1,0125, ehe es bei etwa 1,0100 auf die unteres Trendbegrenzung gelangt. An der Parität dürften die Bären warten. Widerstände dürften bei 1,0220 und 80 warten.


Und nun noch schnell ein kurzer Tagesausblick auf den Montag. In Südafrika ist Weltjugendtag und eigentlich könnte wir alle hinter ans Kap der Guten Hoffnung fliegen und mit der südafrikanischen Jugend mitfeiern. Denn die Märkte werden vor allem eines tun: Warten. Daten, welche die Langeweile mal kurz unterbrechen könnten, gibt es kaum. Um Mitternacht gibt es aus Neuseeland die Konsumentenstimmung, 1.50 Uhr gibt es den japanischen Tertiär Index, welcher sich mit den Ausgaben im Dienstleistungssektor beschäftigt, 10 Uhr wird die italienische Handelsbilanz gemeldet, 14.30 Uhr meldet Kanada den Wertpapier-Erwerb durch Ausländer und die USA schicken uns vielleicht die wichtigste Zahl des Tages: die NY Empire State Herstellungsaktivität.

Ok, ich werde den Sommer vorziehen, der gerade vor meiner Tür ein Stelldichein gibt. Nicht ganz vergessen möchte ich aber einen Blick auf USD/JPY. Das Paar hat so ziemlich alle Unterstützungen gerissen, die es auf dem Weg zur Schwächung des Yen aufbaute. unter der 93,90 wartet noch die 92,57 und dann müssen wir erst einmal im Tageschart neue Ziele suchen. Der Yen könnte aber die einzige Währung neben dem CHF sein, die von einer weiteren Geldschwemme durch die Fed nicht profitiert. Denn wenn die Fed QE3 fortführt, dann sollte das die Aktienmärkte beflügeln. Und ein steigender Nikkei bedeutete zuletzt immer einen fallenden Yen - ok. meist war es zuletzt gerade umgedreht.


So, dann wollen wir uns mal überraschen lassen. Ich gehe also von einer Fortsetzung von QE3 aus, aber sicher ist dass nicht. Ein Thriller läuft auf die Ziellinie.

Ich wünsche allen Lesern die richtige Entscheidung.

Ich bin aktuell im EUR/USD und AUD/USD investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.

Wer mir eine Nachricht hinterlassen möchte, ist herzlichst eingeladen hier einen Kommentar zu hinterlassen oder mich direkt auf dem OpenBook zu besuchen:

Freitag, 14. Juni 2013

Berlin droht mit Klage gegen Bankenunion / Euro korrigiert

Guten Morgen, gestern Abend habe ich in meiner Tagesanalyse beschrieben, dass die Aufwärtstrend von EUR/USD nicht mehr so glatt verläuft, wie die Tage zuvor.

Inzwischen hat das Paar bei 1,3380 ein Top gebildet und zunächst konsolidiert. Generell ist das Paar aber immer noch im Aufwärtsmodus. Ein Überwinden der 1,3380 gibt immer noch Potential bis 1,3435 frei. Aber ein Ende des Aufwärtstrends kann nicht ausgeschlossen werden.

Das Handelsblatt meldet heute dass die Bundesregierung die EU-Bankenunion notfalls mit Klage verhindern möchte. Dabei geht es vor allem um die Behörde, die zukünftig marode Banken abwickeln soll. Die Abwicklung soll über einen Abwicklungsfonds, der aus dem ESM-Rettungsschirm abgesichert werden soll, sichergestellt werden. Federführend wäre die EU-Kommission, also jedes demokratisch nicht wirklich legitimierte EU-Monstrum, dass sich auch mit der Krümmung von Gurken und Bananen beschäftigt.

Bei der Abwicklung sollen zwar die Länder informell beteiligt werden, aber sollen kein Veto recht haben. Dass der Plan gelingt ist mehr als fraglich, weil ihn auch Großbritannien und Frankreich ablehnen.

Die EZB hat sich besorgt über den neuen Streit gezeigt. Es dürfe zu keinen weiteren Verzögerungen bei der Schaffung einer Bankenunion kommen. Die EZB soll die neue Aufsichtsbehörde für etwa 150 Banken in der EU sein. Sie möchte die Abwicklung von maroden Banken aber nicht der EU-Kommission, sondern einer neuen unabhängigen EU-Behörde übertragen.

Die EZB als EU-Bankenaufsicht scheint bei den Mitgliedsstaaten nicht umstritten zu sein.

Ob des Streits hat EUR/USD ein wenig zurückgezogen. Wie oben erwähnt ist aktuell alles noch in Ordnung. Die Unterstützung um 1,3320 hält. Darunter bietet die 1,3275 Support. Unter 1,3228 dürfte es eng werden.


In der Nacht gab es nur einen wichtigen Termin, das Besprechungprotokoll der Bank of Japan. Darin wird festgestellt, dass die Wirtschaft anzieht und die Maßnahmen zu einer erhöhten Volatilität geführt haben. Die Destabilisierung des Rentenmarktes habe man erwartet - na dan ist ja gut.

USD/JPY kämpft mit der 95. Wirkliche Erholung ist wohl erst über 95,50 zu erwarten.


Alles weitere im Tagesausblick um in eToros OpenBook.

Ich bin aktuell im EUR/USD und AUD/USD investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.
Wer mir eine Nachricht hinterlassen möchte, ist herzlichst eingeladen hier einen Kommentar zu hinterlassen oder mich direkt auf dem OpenBook zu besuchen:

Donnerstag, 13. Juni 2013

Bange Blicke richten sich weiter auf die Fed

Der US-Arbeitsmarkt war nicht der erhoffte Impuls für die Märkte. Zwar gingen die Neuanträge für Arbeitslosenhilfe zurück, aber die weiterführenden Anträge bleiben auf hohem Niveau. Der Vorwochenwert musste deutlich revidiert werden. In der Summe dürfte sich der Arbeitsmarkt nicht wirklich erholt haben, was den Märkten auf den zweiten Blick auch aufgefallen ist und den US-Dollar wieder unter Druck brachte.

Kurzzeitig sah es so aus, als ob die Märkte die Arbeitsmarktdaten gut bewerteten und damit die Angst auf eine Straffung von QE3 bei der nächsten Fed-Sitzung am 19. Juni wieder stärker in den Fokus rücken könnte. Der Dollar-Index, in dem die verschiedenen Hauptwährungen enthalten sind, blieb aber unter der 81 und kann sich aktuell nicht wirklich entscheiden, wo die Reisen hingehen soll.

Der Abwärtstrend bleibt zunächst mal intakt, Hoffnung auf Erholung wäre wohl erst über 82 zu erwarten. Der Dollar ist doch recht angeschlagen.



Noch aussagekräftiger wird das Bild, wenn man sich im Tageschart den Fibonacci einzeichnet. Bei 81,05 verläuft die 61,8 %-Linie und solange der US-Dollar unter dieser Linie handelt ist ein weiterer Abverkauf sehr wahrscheinlich. Ziel könnte zunächst mal die 80,11 sein. Nach dem Fibonacchi könnte man nach Überwinden der 81,05 von einem neutralen Markt ausgehen, bullish würde es wohl erst wieder über 82,37 werden.


Insgesamt kann man also nicht unbedingt von einer Dollarstärke sprechen. Es gibt aktuell auch keine Zeichen, dass sich etwas daran ändert. Dass der der Greenback nicht richtig abschmiert, liegt wohl vor allem an der Verunsicherung der Märkte, die sich im starken Yen und Franken zeigt.

Schwacher US-Dollar heißt auch, dass ein Untergangsszenario für den Euro vor dem 19. Juni voraussichtlich nicht aufgehen wird. Auf der Oberseite sollte man aber ebenfalls vorsichtig sein, denn die Aufwärtsbewegung ist zuletzt nicht mehr so harmonisch wie noch vor zwei, drei Tagen. Die heutige Korrektur hat zwar keine große Bremsspur hinterlassen, aber wir könnten uns zumindest wieder mehr Richtung ursprünglicher Trendlinie bewegen. Unterstützung dürfte das Paar bei 1,3270 und 3225 erwarten.


Auf der Oberseite warten Widerstände bei 1,3400/35/80. Die 78,6 %-Linie des Fibonacci könnte durchaus noch ein Ziel werden. Spätestens bei 1,35 dürfte aber auch eine Verbal-Intervention und die Sorge über einen zu starken Euro einsetzen. Vielleicht ist aber die Fed schneller und stärkt den US-Dollar durch eine Straffung von QE3 oder zumindest durch die Festlegung eines Fahrplans zum Ausstieg.


Am Freitag erscheinen einige Daten aus der Eurozone, die bei ungünstigen Zahlen die Erholung des Euro auch beenden könnten. Folgende Daten könnten die Karten neu mischen. Da wären zum ersten die Verbraucherpreise in der Eurozone und die Beschäftigtenzahlen in der Eurozone. Alles wir 11 Uhr veröffentlicht - gut für Langschläfer. Wenn man die Daten aus den einzelnen Eurozonen-Ländern Revue passieren lässt, sollte sich das Enttäuschungspotential eigentlich in Grenzen halten.

Am Nachmittag legen die USA nach. Erzeugerpreise und Leistungsbilanz werden 14.30 Uhr gemeldet. Eine dreiviertel Stunde später ist die Industrieproduktion an der Reihe. Zusammengefasst gehen die Experten von einer moderaten Erholung der Konjunktur aus. Lassen wir uns überraschen. 15.55 Uhr erscheint dann noch der Konjunkturerwartungsindex der Uni Michigan. Es könnte also ein turbulenter Tag werden.

In Japan steht 1.50 Uhr das geldpolitische Besprechungsprotokoll auf dem Programm, nicht von dieser Woche, sondern von Ende Mai. Ob dieser Protokoll angesichts der Tatsache, dass die Bank of Japan schon ihre nächste Sitzung hatte, eine große Rolle spielt muss abgewartet werden. Aufgrund der Verunsicherung der Märkte wird der Yen als sicherer Hafen gesucht und bis Mitte kommender Woche muss sich da generell auch nicht viel ändern. USD/JPY hat zuletzt eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation vollendet und war schon auf dem Weg unter die 94. Aktuell hat sich das Paar noch einmal an die 95 heran gearbeitet, auch die 95,50 könnte ein realistisches Ziel für eine Erholung bleiben. Ob es darüber hinausgeht? Die Wahrscheinlichkeit ist nicht komplett zu leugnen, denn die Drehung bei knapp 94 könnte man schon als Bodenbildung verstehen. Ob es aber ein Signal zu einer nachhaltigeren Erholung gibt, kann man wohl erst sagen, wenn das Paar die 95,50 überwunden hat.


Auf der Unterseite hatte USD/JPY Am Donnerstag schon mal die Unterstützung bei 93,80 getestet. Ein Retest ist nicht vom Tisch. Darunter könnte die 92 in den Fokus rücken und die Frage, wo eigentlich die Erfolge der Bank of Japan sind. Aber ganz so weit sind wir noch nicht.


Schließlich wird 14.30 Uhr noch der kanadische Produktionsverkauf veröffentlicht. Eine schöne Sache, denn der Loonie kam in dieser Woche doch etwas kurz. Der straffe Abverkauf vom Anfang der Woche ist zum Erliegen gekommen. Es scheint zwar immer noch Druck auf dem USD/CAD zu sein, aber noch hält die 1,0160, die zuletzt als Unterstützung diente. Ein Bruch ist allerdings nicht auszuschließen, denn dem Paar fehlt aktuell jegliche Aufwärtsdynamik, wie die insgesamt fallenden Spitzen zeigen. Sollte das Paar sich weiter gen Süden orientieren, dürfte unter 1,01 die ÜParität ein sehr wahrscheinliches Szenario werden. Erster Widerstand wartet bei 1,0220/40.




Ich bin aktuell im EUR/USD und AUD/USD investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.
Wer mir eine Nachricht hinterlassen möchte, ist herzlichst eingeladen hier einen Kommentar zu hinterlassen oder mich direkt auf dem OpenBook zu besuchen:

DAX unter Druck

Im Mittags-Update wollen wir mal einen Blick auf den DAX werfen, der am Morgen ein Gap von mehr als 100 Punkten gerissen hat. Gründe von der Datenseite gab es dafür nicht. Viel mehr zeigt es die Skepsis der Märkte vor der Zinsentscheidung der Fed am 19. Juni. Die Angst vor einem schrittweisen Ausstieg aus den geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen stellt alles andere in den Hintergrund. Sollten die US-Daten 14.30 Uhr zu gut ausfallen, dürften die Märkte eher panisch reagieren. Für eine Stabilisierung der Aktienmärkte könnte ein relativ den Prognosen entsprechendes Ergebnis am besten sein.

Mit dem Gap besteht die Gefahr weiterer Abgaben für den DAX. Unter 8.000 Punkten ist das erste Ziel bei 7.900 Punkten zu suchen. Darunter steht die 7.780er marke im Fokus. Erst mit einem Schließen des Gaps bei 8.143 Punkten ist das abwärts gerichtete Szenario entkräftet.



Die Märkte auf der Suche nach dem sicheren Hafen

Die Märkte bleiben im Vorfeld der Fed-Sitzung am 19. Juni weiter in Sorge. Tief rot sind die Kurse der Aktienmärkte. Die Sicheren Häfen sind gefragt, allen voran der Yen, der in einem Tempo an Stärke gewinnt, bei dem man sich fragt, wofür die Bank of Japan eigentlich das viele Geld zur Schwächung der nationalen Währung genutzt hat.

USD/JPY hat nun die 95 gebrochen und nimmt Kurs auf 93,85. Beim ersten Test hielt die Marke zunächst. Nächstes Ziel könnte die 92,70 sein. Unsicherheit ist hier die Frage, wie lange sich die Bank of Japan dieses Spiel anscheinen wird.


EUR/JPY hat bei 126,15/00 eine Unterstützung gebrochen und ist auch weiter im Abwärtstrend. Ziel könnte jetzt die 124,50 sein.


Der andere sichere Hafen ist der Schweizer Franken. USD/CHF druchbrach schon mal kurz die 0,9150, konnte sich aber zurückkämpfen, EUR/CHF bleibt auch auf Talfahrt. Das Szenario meines Tagesausblickes von gestern Abend bleibt intakt. Am Morgen enttäuschten die Erzeugerpreise aus der Schweiz, was beide Paar zu einer leichten Erholung nutzen.

Australiens Arbeitsmarkt zeigte sich überraschend robust, was die Korrektur des Aussie aber nur kurz unterbrach. Bei 0,9550 hat AUD/USD einen Widerstand gefunden, der erst einmal hält.

EUR/USD unternahm am Morgen einen Ausflug bis 1,3390 und hat sich inzwischen unter die 1,3350 zurückgezogen. Allgemein könnte nur das Warten auf die Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA (14.30 Uhr) anstehen. Guten Daten, könnten den Trend umdrehen. Die Angst vor der Fed geht um...

Weitere Informationen im Tagesausblick.

Mittwoch, 12. Juni 2013

Zinsentscheidung in Neuseeland und US-Arbeitsmarkt

Die ganz großen Bewegungen sind am Mittwoch ausgeblieben. Kein Wunder, waren doch wieder kaum relevante Daten zu finden. Die Verbraucherpreise in der Eurozone lagen in etwa in den Erwartungen, die Eurozonen-Industrieproduktion lag deutlich über den Erwartungen und kündet von einer leichten Erholung. Auch UKs Arbeitslosen-Statistik bot ein ordentliches Bild.

Den Markt bewegte aber weiterhin die Frage nach der Verfassungsmäßigkeit des Tuns der EZB und die Frage, was tut die Fed am 19. Juni bei der nächsten Zinssitzung. In beiden Fragen gab es keine wirklich neuen Erkenntnisse. Am Ende durfte man wohl davon ausgehen, dass das Verfassungsgericht die EZB als EU-Einrichtung begreift und weiß, dass die Kompetenzen für ein nationales Verfassungsgericht relativ begrenzt sind. So konnte sich EUR/USD am Nachmittag deutlich erholen und den Widerstand bei 1,3315 nachhaltig brechen. Nächste Ziele dürften nun 1,3380 und 1,3435 sein. Auf der Unterseite unterstützen die 1,3275/25/00.


Am Donnerstag werden nun wieder die Blicke Richtung USA und Fed gehen. Wird der FOMC am 19. Juni Die aktuelle Geldpolitik bestätigen oder wird es eine Straffung bei den Anleihekäufen geben? Antwort auf diese Fragen werden die Märkte von den Anträgen auf Arbeitslosenhilfe erhoffen, welche 14.30 Uhr veröffentlicht werden. Gleichzeitig melden die USA die Einzelhandelsumsätze und den Importpreisindex. Endlich wieder mal was Handfestes also. Bereits am Vormittag gibt es den EZB-Monatsbericht und eine Auktion 10-jähriger Anleihen in Italien. Zuletzt stiegen die Renditen für Anleihen. Es sollte also nicht verwundern, wenn dies auch am Donnerstag so sein wird.

Schon am Mittwochabend wird es aber auf dem fünften Kontinent spannend. In Neuseeland macht die Reservebank ihre Zins- und Finanzpolitikaussage. Seit 9. März 2011 steht der Leitzins bei 2,5 %. Auch wenn die Märkte nicht damit rechnen, könnte es hier eine Überraschung geben. Auf der anderen Seite lagen die Inflationserwartungen zuletzt bei 2,1 % und die Wirtschaftsdaten konnten in der Regel überzeugen. Von dieser Seite spricht also vieles gegen einen Zinsschritt. Man sollte auf jeden Fall 23 Uhr mal einen Blick zu den Kiwis werfen.

NZD/USD hat nach dem Abverkauf der letzten Wochen eine Erholungsbewegung vollzogen, die das Paar bis in den Bereich 0,80 geführt hat. Sollte die neuseeländische Notenbank die Erwartungen erfüllen, also stillhalten, könnte der Kiwi die 38,2 %-Linie bei 0,8064 anlaufen. Ein Überwinden könnte das Bild aufhellen und NZD/USD bis 0,8158 führen. Senkt die Notenbank den Leitzins oder lockert die Geldpolitik weiter, ist ein Rücksetzer bis 0,79 oder gar 0,7815 möglich.



3.30 Uhr meldet Australien seine Arbeitsmarktdaten. Es wird von einem leichten Rückgang der Zahl der Arbeitskräfte und demzufolge auch mit einer leichten Erhöhung der Arbeitslosenquote von 5,5 auf 5,6 % gerechnet. Insgesamt bleibt die Arbeitslosigkeit damit über dem Niveau des Vorjahres. AUD/USD hat sich aam Mittwoch ein wenig erholen können, scheiterte aber am Widerstand 0,9550. Schwache Arbeitsmarktdaten könnten den Aussie schnell wieder Richtung 0,94 zurückwerfen. Die Bären sind nach wie vor bärenstark. Eine wirkliche Aufhellung des Chartbildes sehe ich erst bei 0,98.


9.15 Uhr erfreut uns die Schweiz mit dem Erzeugerpreisindex - wobei das gar nicht so sicher ist, denn nach 0,2 % im Vormonat wird diesmal nur mit einem plus von 0,1 % gerechnet. EUR/CHF hatte sich nach einem Abverkauf von 1,2648 bis 1,2270 noch einmal bis 1,24 erholt, kam dann wieder unter Druck und durchbrach den Boden. Das Paar konnte sich zwar über die Unterstützung zurück kämpfen, aber als sicherer Hafen hat der Schweizer Franken durch die Verunsicherung der Märkte wohl weiteres Potential. Der Weg könnte EUR/CHF bis 1,2140 führen. Widerstände sind bei 1,2325/50 auszumachen.



Was den sicheren Hafen Schweizer Franken betrifft, kann man seine aktuell wichtige Funktion auch gut im USD/CHF besichtigen. Auch dieses Paar kennt zur Zeit nur eine Richtung: nach Süden. Der steile Abwärtstrend ist sehr stabil und legt weitere Verluste nahe. Erste Widerstände sind bei 0,9250 und 0,9325 zu erwarten, ohne das die Bären wirklich ernsthaft in Gefahr kämen.



Im Tageschart sieht man eine vollendete Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die sich nach unten aufgelöst hat. Unter 0,9150 könnte das Ziel bei 0,9070 liegen.


Ich bin aktuell im EUR/USD und AUD/USD investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.
Wer mir eine Nachricht hinterlassen möchte, ist herzlichst eingeladen hier einen Kommentar zu hinterlassen oder mich direkt auf dem OpenBook zu besuchen:

Dollar vor Erholung?

Seit Ende Mai war der US-Dollar auf Talfahrt. Hauptgrund war die schwache US-Konjunktur und die sich damit verringernde Wahrscheinlichkeit eines Endes der lockeren Geldpolitik durch die US-Notenbank Fed. Aktuell scheint der Dollar aber einen Boden zu bilden, wie das Chartbild zeigt. Offenbar lässt der Druck bei 81 nach, was eine Erholung begünstigen könnte. Dem Euro scheint die Unsicherheit um das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur EZB-Politik nicht so gut zu bekommen. Eine wirkliche Dollar-Erholung kann man aber wohl erst über 81,60 feststellen. Bis dahin bleibt der Abwärtstrend des Dollar-Index intakt, Aber die Zeichen auf eine Erholung sind durchaus sichtbar.


Dienstag, 11. Juni 2013

Verbraucherpreise und Industrieproduktion als Impulsgeber

Der Dienstag war ein schwieriger Handelstag. Harte Fakten in Form von Daten gab nicht. So konnten die Märkte die Tatenlosigkeit der Bank of Japan und die Nachrichtenlage bewerten. Sie verkauften Aktien und auch Anleihen und flüchteten in den sicheren Hafen Yen und Schweizer Franken, der im EUR/CHF am Nachmittag kurzzeitig einen richtigen Schwächeanfall bekam und innerhalb einer Minute 60 Pips verlor, diese aber wieder zurück gewann.


Insgesamt sieht man aber, dass der Euro heute gegenüber dem Schweizer Franken doch weiter an Boden verloren hat, was die These, dass unsichere Märkte gerade in die sicheren Häfen flüchten, untermauert.

Dieses Szenario kann man auch beim Yen gut beobachten. Während der Nikkei heute 2,8 % verlor, konnte der Yen weiter an seiner wiedergefundenen Stärke feilen. Die kurze Erholungsphase von USD/JPY war am Ende nur auf die Vermutung zurückzuführen, dass die Bank of Japan, die Anleihe- und Aktienmärkte mit noch mehr Liquidität stützen würde. Diesmal hat bei Haruhiko Kuroda und seinen Kollegen aber die Einsicht gesiegt, dass dies auch in einem Endlosband gipfeln könnte, in dem die Märkte die Notenbank zu immer neuen Liquiditätsspritzen nötigen. Am Ende könnte ein solches Handeln für die Geldstabilität kontraproduktiv sein, wenn nämlich die Liquidität nicht so einfach vom Markt genommen kann, wenn aus der Deflation eine ausgewachsene Inflation wird. Kann nicht passieren? Nun das weiß niemand, denn die aktuelle Geldpolitik der Bank of Japan hat noch niemand ausprobiert.

USD/JPY hat eine Art Zwischenwiederstand bei 99 gebildet und zog sich später wieder unter die 98,50 zurück. Die Volatilität des Paares bleibt hoch. Früher war es bei USD/JPY sehr selten, dass sich das Paar an einem Tag gleich um 200 Pips bewegte. Aktuell ist dies eher die Normalität. Und so darf es nicht wundern, dass wir am Dienstag auch unter die 97 gerutscht sind. Insgesamt bleibt der Abwärtstrend intakt. 96,10 und 95,60 dürften die nächsten Ziele sein. Auf der Oberseite gibt es bei 97 und 98,50 Widerstand. Dies würde die Bullen aber nicht in Position bringen. Mittelfristig sieht es eher nach weiteren Verlusten für USD/JPY aus.


In der kommenden Nacht könnte sich allerdings schon wieder ein anderes Bild zeigen, wenn die Daten in Japan erscheinen. Dabei könnte es so sein, dass schwache Daten den Nikkei stärken und den Yen schwächen. Warum? Nun, es könnte wieder Hoffnung in den Markt kommen, dass die BoJ doch aktiv werden muss und den Markt mit noch mehr Geld fluten muss. Folgende Daten könnten Impulse geben:

  • 1.50 Uhr Geschäftsgüter-Preisindex
  • 1.50 Uhr Kern-Maschinenaufträge
  • 7 Uhr BoJ Monatsbericht

EUR/USD hat sich kurzzeitig bis über 1,33 erholt und bei 1,3315 ein neues Hoch gebildet. Danach dreht das Paar aber wieder und handelt inzwischen wieder deutlich unter der Widerstandszone 1,3280/3315. Charttechnisch wird es nun ein wenig schwieriger. Der Euro entwickelt nicht besonders viel Dynamik, um die nächsten Ziele 1,3375/80 und 1,3435 anzuvisieren. Im Prinzip sieht es ein wenig nach Topbildung aus. Eine leicht Unterstützung könnte man an der 1,3250 festmachen, die zentrale Unterstützung ist die 1,3228. Spätestens unter 1,3175 dürfte das bullishe Szenario Geschichte sein. Die Gefahr einer solchen Trendwende ist zumindest nicht unbedeutend.


Die ganz großen Termine werden uns auch am Mittwoch nicht erfreuen, aber die Verbraucherpreise und die Industrieproduktion in der Eurozone sollten durchaus Impulse geben. 7.30 Uhr erscheinen die Nicht-Agrar-Gehaltsabrechnungen aus Frankreich, bevor es dann mit den Verbraucherpreisen losgeht. Schon 8 Uhr kommen die aus Deutschland, 8.45 Uhr schauen wir nach Frankreich, 9 Uhr nach Spanien und 12 Uhr nach Portugal. Dazwischen gibt es 11 Uhr die Industrieproduktion Europas. Die Prognosen sind zum Großteil optimistisch, was die Gefahr birgt, dass der Euro auch eine über den Deckel bekommen könnte. Ich bin deshalb aktuell nicht böse, dass ich nicht long positioniert bin. Wenn die Daten passen, kann man immer noch handeln. Am Nachmittag können sich die Märkte dann ausgiebig mit den Daten beschäftigen, denn die USA "stören" erst am Abend. 19 Uhr gibt es das Tenderverfahren 10-jähriger Anleihen und 20 Uhr den mit Spannung erwarteten US-Bundesetat. Der ist mit einem deutlichen Defizit prognostiziert. Ich werfe mal als Gegenargument das Wort "Haushaltssperre" in den Raum. Also sicher ist hier auch nichts.

Australien ist auch wieder mit Daten am Markt. 2.30 Uhr wird die Konsumentenstimmung veröffentlicht. Der der Aussie konnte sich nach der Talfahrt der letzten Nacht am Nachmittag wieder ein wenig erholen, bleibt aber weiter angeschlagen. Erster Widerstand ist bei 0,9480 auszumachen, der aktuelle Abverkaufsdruck wird aber erst über 0,9550 nachlassen. Solange gelten auf der Unterseite weiter die gestern beschrieben Ziele: 0,9326, das heutige Tief, und 0,9227. 0,90 sollten nicht völlig ausgeschlossen werden.


Großbritannien meldet die Arbeitslosenstatistik und den Durchschnittsverdienstindex, wichtige Größen, die uns helfen, den britischen Arbeitsmarkt und damit auch die britische Konjunktur besser zu beurteilen. GBP/USD ähnelt in seinem Kursverlauf am Dienstag sehr dem EUR/USD. Der Widerstand bei 1,5620 wurde ein zweites Mal überwunden, aber erneut fehlte die Nachhaltigkeit. Wie bei EUR/USD fehlt auch Cable die Dynamik für weitere Gewinne. So richtig Druck gibt es aber auch nicht. Die Unterstützungen bei 1,5525/00 sind aktuell nicht ernsthaft in Gefahr. Mit den Daten am Mittwoch könnte hier eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung fallen. Auf der Oberseite wäre dann 1,5685, auf der Unterseite 1,5440 das erste Ziel.


Ich bin aktuell im EUR/USD und AUD/USD investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.
Wer mir eine Nachricht hinterlassen möchte, ist herzlichst eingeladen hier einen Kommentar zu hinterlassen oder mich direkt auf dem OpenBook zu besuchen:

Montag, 10. Juni 2013

Hoffnung auf das lockere Geld

Es war ein zäher Handelstag, dieser Montag, bis James Bullard kam und den Märkten die Angst vor dem Ende der lockeren Geldpolitik durch die Fed nahm. Der Präsident der Fed von St. Louis erklärte, dass die lockere Geldpolitik auch fortgesetzt werden könne, wenn sich der Arbeitsmarkt kontinuierlich erholt. Die niedrige Inflation gäbe genug Spielraum.

Bevor wir auf EUR/USD schauen, wollen wir aber den wichtigsten Termin des Dienstag besprechen, die Zinsentscheidung der Bank of Japan. Gerade der Montag zeigte, dass die Konjunktur in Japan durchaus anspringt und zumindest auf diesem Feld die ultraexpansive Geldpolitik durchaus greift. Nicht so erfolgreich ist die Notenbank bisher bei der Bekämpfung der Deflation, wobei es auch hier bereits leichte Erholungstendenzen gibt. Erstaunlich war die hohe Volatilität des Nikkei und die Aufwertung der japanischen Anleihen, deren Zinssatz sich zwar wieder stabilisierte, aber wohl nur, weil die Bank of Japan massiv eingegriffen hat. Die Frage ist, was wird die Notenbank tun, um das große Experiment nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Experten rechnen mit allenfalls leichten Korrekturen am aktuellen Kurs der Notenbank. Eventuell könnte das Programm, das derzeit auf zwei Jahre ausgelegt ist etwas gestreckt werden, um so die heftigen Ausschläge der Kurse etwas zu beruhigen.

Ein solche Maßnahme würde voraussichtlich den Yen leicht stärken. USD/JPY hat sich am Montag über die 98,50 zurückgekämpft und handelte zwischenzeitlich sogar über 99, als die USA von der Ratingagentur Standard & Poor´s in der Aussicht von Negativ auf neutral gesetzt wurde. Oben genannte Aussagen von James Bullard brachten das Paar wieder ein wenig unter Druck. Auf der Oberseite dürfen wir uns nun aber wieder auf einen Kampf um die 100 freuen. Auf der Unterseite würde ich die Unterstützungen bei 97,70 und 97 sehen.


Neben Zinsentscheidung und Pressekonferenz, die traditionell irgendwann am europäischen Morgen stattfinden, gibt es weitere Termine aus Japan, die aber ziemlich sicher unter dem Einfluss der Zinsentscheidung eher wenig beachtet sein werden. 1.50 Uhr erscheinen der BSI Großherstellungsindex, bei dem der Ausgangswert schon mal im Vorfeld nach unten korrigiert wurde, und die M2 Zentralbankgeldmenge, die theoretisch steigen sollte.

EUR/JPY hat eine ähnliche Bewegung wie USD/JPY hinter sich und hat mit Überwinden der 130,50 die 131,50 im Visier. Darüber könnte die 132,50 ins Interesse rücken. Unter 130,50 könnte das Paar unter die 130 bis 129,50 zurückfallen.


Völlig ereignislos stellt sich der Dienstag für den EUR/USD dar. Das RedBook könnte eventuell einen Blick wert sein, das war es dann aber schon. Ansonsten dürfen sich die Märkte erst einmal in Sicherheit wiegen, dass die Geldschwemme von Ben Bernanke und seinen Kollegen wohl weitergehen wird. Dies sollte EUR/USD eher stützen. EUR/USD "turnt" um 1,3228. Richtig bullish wäre ein nachhaltiges Überwinden dieser Marke. Darüber dürften bei 1,3275 und 1,3315 die nächsten Widerstände liegen. Ziel der Bullen könnten 1,3375/80 und 1,3435 sein. Solange das Paar über 1,3180 bleibt ist der Aufwärtstrend intakt. Kritisch würde es werden, wenn sich EUR/USD der 1,3130/00 näher. Darunter wird es brenzlig, zumindest für die Bullen.


Wichtige Daten werden in der Nacht in Australien veröffentlicht. 3.30 Uhr gibt es das Geschäftsvertrauen und die Wohnungsbaukredite. AUD/USD startet die Woche wie befürchtet mit einem Gap nach Süden, was nicht zuletzt an den schwachen Daten aus China lag. Später erholte sich das Paar etwas, ohne seinen angeschlagenen Zutand verleugnen zu können. Das Paar schaffte es nicht mal, das Gap wieder zu schließen. Unter dem aktuellen Tief von 0,9394 wird die Suche nach weiteren Marken schwierig. Neben der 0,9365 dürfte vor allem die 0,9227 drohen.


Ob eine denkbare weitere Dollarschwäche helfen würde, muss abgewartet werden. Über 0,9480 wären bei 0,9550/80 die nächsten Widerstände zu finden.


Neben der Geldschwemme verschiedener Notenbanken gibt es am Dienstag auch noch eine Datenschwemme aus Großbritannien. Die RICS Hauspreisbilanzen kommen dabei schon in der Nacht, 1.01 Uhr, und versprechen deutlich Preissteigerungen. Bei der Industrieproduktion (10.30 Uhr) wird zumindest nicht mehr ein ganz so heftiges Schrumpfen erwartet. 16.00 erscheint dann die NIESR BIP-Schätzung. Zuletzt ging man in UK von einem Wirtschaftswachstum aus, von dem selbst Deutschland nur träumen kann.

Die Erholung von GBP/USD lässt sich also konjunkturseitig durchaus begründen. Bei 1,5620 ist das Paar allerdings ein wenig aus dem Tritt gekommen und muss nun eine stabile Topbildung inkl. Fehlausbruch bis 1,5684 verhindern. Dies könnte gelingen. Aktuell sieht es danach aus, als ob die Korrektur um 1,55 ein Ende fand und der Aufwärtstrend weiter aktiv bleibt. Ein Bruch könnte einen Abverkauf bis 1,54/1,5380 herbeiführen.


Ich bin aktuell im EUR/USD investiert. Die Analysen stellen keine Handelsempfehlung dar.
Wer mir eine Nachricht hinterlassen möchte, ist herzlichst eingeladen hier einen Kommentar zu hinterlassen oder mich direkt auf dem OpenBook zu besuchen: