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Montag, 9. September 2013

Ruhige Woche vor der Sitzung des FOMC?

Der Wirtschaftskalender für die neue Handelswoche ist sehr übersichtlich und verspricht eigentlich kaum spektakuläre Kursbewegungen. Eine Woche in der also viel Raum zum Abwarten der Ergebnisse des Sitzung des FOMC in der nächsten Woche bleiben könnte. Besonders das Majorpaar EUR/USD bietet in der ersten Wochenhälfte praktisch keine Daten. Erst am Mittwoch erfreuen uns die Deutschen mit den Verbraucherpreisen, für die es aber schon eine Vorabveröffentlichung gab, weshalb hier das Überraschungspotential recht begrenzt ist. Am Donnerstag erscheinen dann die Daten zur Industrieproduktion aus Italien und der Eurozone. Zuletzt gab es ja enttäuschende Industriedaten aus Deutschland, da darf man wohl auch aus Italien und der Eurozone eher Ernüchterung erwarten.

Am Donnerstag heißt es dann Tapertalk. Die spannende Frage ist, wie die Anträge auf Arbeitlosenhilfe noch auf die Entscheidungen des FOMC, der am 17./18. September tagt, wirkt. Nach den schwachen Non Farm Payrolls, geht der Markt erst einmal davon aus, dass die Eingrenzung der Anleihekäufe zumindest nicht zwingend schon im September beginnen. Es darf auf jeden Fall weiterspekuliert werden. Am Freitag gibt es noch die Zahl der Beschäftigten in der Eurozone. Die Prognose ist nicht unbedingt erfreulich. -0,2 % werden für das vergangene Quartal erwartet. Wichtiger sind am Freitag aber die US-Einzelhandelsumsätze, die einen interessanten Blick auf das Verbrauchervertrauen werfen lassen. Die US-Wirtschaft lebt ja nicht unerheblich von der Binnennachfrage.

Zu befürchten ist, dass ein anderes Ereignis den Markt bewegen wird. Die Frage lautet wohl nicht mehr ob, sondern wie und wann die USA Syrien angreifen. Die "Los Angeles Times" will wissen, dass Präsident Obama mit größerer Härte als ursprünglich geplant gegen die Regierungstruppen vorgehen möchte und vom Pentagon eine Liste mit zusätzlichen Zielen verlangt habe. Auf der anderen Seite ist die Frage, was Obama macht, wenn der Kongress gegen einen Militärschlag stimmt, denn eine Zustimmung der vorwiegend republikanischen Abgeordneten ist nicht sicher. Und so dürfte die Woche wieder von einigen Unsicherheiten begleitet sein.


Man muss also wieder mit einigen Überraschungen rechnen, vor denen einem kein Chart und auch keine Fundamentalanalyse schützt. Nach meinen Informationen will Barack Obama am Dienstag eine Fernsehansprache halten. Der Seant will noch in dieser Woche zustimmen. Der Kongress wird eventuell erst in der kommenden Woche abstimmen. Die Mehrheit hier ist gegen den Krieg oder unentschieden. Der Präsident lässt derweil an den Zielen eines Bombardements arbeiten. Laut "Los Angeles Times" befürchten die Amerikaner, dass die bisherige Planung bei Assads Truppen keine Wirkung zeigen würde. Man will ja Assad einen Wirkungstreffer verpassen, ohne dass er Angst haben muss, seine Macht zu verlieren. So richtig es ist, dass der feige Chemiewaffen-Anschlag eine Reaktion verlangt (muss es aber unbedingt Krieg sein), so falsch ist die Strategie, denn sie wird das Leiden der Menschen in Syrien verlängern. Das mal ganz abgesehen davon, ob die Assad-Truppen den Giftgas-Einsatz überhaupt zu verantworten haben. Im Prinzip gibt es keinen Grund, den Bericht der UNO nicht abzuwarten. Wenn sich der Kongress genug Zeit lässt, bekommen wir ihn ja vielleicht noch vor dem Bombardement zu lesen.


Alles dürfte also sehr unsicher bleiben. Der Krieg wird wohl kommen, was den sicheren Häfen wie Yen, US-Dollar, vielleicht auch Gold helfen könnte. Verlierer dürften dann die Aktienmärkte und der Euro sein. Die Frage ist, wann werden die Märkte den Militärschlag einpreisen? Oder vertrauen die Anleger darauf, dass die USA tatsächlich einen 3-tägigen Militärschlag führen und sich dann wieder zurückziehen können?

Sollte der Markt zum Ergebnis kommen, dass die geopolitischen Auswirkungen des Angriffs der USA auf Syrien ausbleiben werden, dann könnte die Zinsentscheidung der Reserve Bank of New Zeeland den Markt bewegen. Allerdings auch nur, wenn die Notenbank eine Überraschung parat hat. Das dürfte aber eher unwahrscheinlich sein. Nachdem letzte Woche die Australier auf jegliche Zinssenkungsrhetorik verzichtet haben, wäre es eine Überraschung denn die Neuseeländer damit beginnen. Der Kiwi war insgesamt nicht so überbewertet wie der Aussie. Allerdings sind zuletzt auch einige neuseeländische Wirtschaftsdaten nicht berauschend gewesen. Zuletzt wiesen die Daten ein großes Handelsbilanzdefizit, zurückgehende Baugenehmigungen, aber steigende Investitionserwartungen aus.

Außerdem könnte Cable seinen Höhenflug fortsetzen, wenn am Mittwoch die Arbeitslosenstatistik positiv ausfällt. Am Donnerstagmorgen gibt es Arbeitsmarktdaten aus Australien. Ein paar interessante Daten gibt es also schon, bevor dann in der kommenden Woche alles auf die Zinsentscheidung des FOMC schaut. Über allem schwebt aber die Frage, wie werden die USA im Syrienkonflikt entscheiden.

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Dienstag, 3. September 2013

Meine Erfahrungen in Syrien

Syrien, das Land bewegte uns in der letzten Zeit aus leider sehr traurigen Anlässen. Für mich persönlich ist unfassbar, was in Syrien passiert. Ich möchte in dieser Woche in wenig über das Land im Orient erzählen. Ich hatte 2010 die Möglichkeit, dieses für die meisten wohl nur aus den Nachrichten bekannten Landes kennenzulernen. Ich bin damals auf einer Rundreise vom Libanon über Syrien nach Jordanien gewesen. Ich habe also fast die gesamte israelische Grenze gesehen. Es war auch nicht meine einzige Reise in diese Region. Ich war noch ein weiteres Mal in Jordanien und kenne auch die Vereinigten Arabischen Emirate. Ich war in allen Ländern als Reiseleiter und hatte mit touristischen Leistungsträgern in diesen Ländern zu tun. Ich habe dadurch ein wenig von der Mentalität der Menschen kennengelernt und auch das eine oder andere erfahren, dass vor der Gruppe nicht gesagt wurde.

Trotzdem, ich war als Gast und Reisender im Land. Ich kann also nicht wirklich die Gesellschaften bewerten und analysieren ich kann nur beschreiben, was ich gesehen und erlebt habe. Wenn dabei Das Assad-Regime zum Teil ganz gut wegkommt, hat das mit Begebenheiten zu tun, die ich sehen konnte. Ich habe beispielsweise keine Berichte über die syrischen Geheimdienste. Ich weiß nicht, wie diese Aufseher des Regimes im Ernstfall arbeiten. Ich habe das Leben der "normalen" Menschen gesehen, also der Mehrheit, die sich mit dem Regime arrangiert haben. Vieles was ich da gesehen habe, ähnelt meinen Erfahrungen als DDR-Bürger. Ich bin auch bespitzelt worden, ohne dass es für mein Leben eine große Relevanz hatte. Soviel zum Verständnis dafür, wie dieser Reisebericht entstand. Die Links führen zu Videos, die ich selbst aufgenommen habe.

Die Einreise nach Syrien erfolgte nicht weit von Baalbek, Die Syrer waren zu uns westlichen Touristen sehr zuvorkommend, es ging eher heiter im Bus zu. Die typische arabische Gelassenheit gibt es auch unter den Repräsentanten des Regimes. Syrien ist ein Land der der kulturellen und religiösen Gegensätze - Gegensätze, die heute leider in den Vordergrund gerückt sind. Ähnlich wie Saddam Hussein im Irak gelang es Hafiz al-Assad und danach seinem Sohn Baschar al-Assad eine Gesellschaft zu schaffen, in der die Religion ein den Hintergrund trat. Was phantastisch klingt, war aber eher nicht phantastisch. Die Baath-Partei kam durch 1963 durch einen Staatsstreich an die Macht und regierte mit Notstandgesetzen. An allen wichtigen Stellen im Staat findet man Angehörige der Familie al-Assad oder Getreue. Als Hafiz al-Assad starb, wurde in der Verfassung das Mindestalter des Präsidenten von 40 auf 34 Jahre gesenkt, damit Baschar al-Assad an die Macht kommen konnte. Das war im Jahr 2000.

Baschar al-Assad ist Augenarzt und studierte zum Teil in London, wo er im Western Eye Hospital ausgebildet wurde. Al-Assad gehört zur Religionsgruppe der Alawiten an, die eher klein ist, aber die Elite des Landes stellt. Interessant, auch im Zusammenhang mit dem brutalen Vorgehen des Militärs gegen die ersten Proteste im Land, ist, dass al-Assad nie eine militärische Ausbildung hatte. Seine Frau Asma lernte der Präsident in London kennen. Sie ist die Tochter eines syrisch-stämmigen Londoner Kardiologen. Asma ist also in einer Demokratie in wohl behüteten Familie aufgewachsen und gilt als sehr moderne Frau. Sie ist übrigens Sunnitin, was Baschar al-Assad aber keine Pluspunkte in Saudi-Arabien brachte und das, obwohl die Ehefrau des saudischen Königs Abdullah ibn Abd al-Aziz, Prinzessin Hussa bint Trad bin Sattam asch-Schaʿlan, die Tante Baschar al-Assads sind.

Als Vater Hafiz starb und Baschar an die Macht kam, hatten viele Syrer die Hoffnung, dass die Freiheit größer wird. Hafiz al-Assad hat das Land mit eiserner Faust regiert und unter der Bevölkerung, aber auch im Westen wuchs die Hoffnung, dass der neue Herrscher, Baschar al-Assad, mehr individuelle Freiheit zuließ. So kam es auch, aber nur sehr kurz. Die Systemkritik war offenbar so groß, dass die Bürgerrechte schnell wieder eingeschränkt wurden. Trotzdem Baschar war Arzt und hat westliche Werte kennengelernt. was bewegt diesen Mann, dass er 2011 infolge des Arabischen Frühlings kleine Demonstrationen für mehr Bürgerrechte brutal zusammenschlagen ließ? Wahrscheinlich wollte Assad damit verhindern, dass der Arabische Frühling auf sein Land übergreift und hat so die Wut und den Zorn erst gesät.

Syrien war zum Zeitpunkt meines Besuches ein relativ armes Land, obwohl es Öl hat. Dies lag vor allem daran, dass Syrien seit dem Staatsstreich, der in Syrien als Revolution gilt, unter einem Handelsembargo durch den Westen litt. Baschar al-Assad selbst versuchte das Land zu modernisieren. Er engagierte sich schon vor seiner Präsidentenzeit sehr für den Zugang der Syrier zum Internet. Ihm waren aber auch Grenzen gesetzt, die auch den Tourismus nie zur Entfaltung bringen konnten. Auch 2010 war es in Syrien als einzigem arabischen Land nicht möglich mit einer Kreditkarte zu bezahlen. Nicht, weil VISA oder MASTERCARD nicht wollten - hier ging es um Politik. Öl wurde für den Eingenbedarf gefördert. Diese Beschränkungen mit anderen Teilen der Welt Handel zu treiben, Geschäfte zu machen soll für Unruhe in der Bevölkerung sorgen und das dürfte in der Regel auch aufgehen. Die Frage ist, ob man ein Volk für eine Diktatur bestrafen darf.... Also Ostdeutscher, der das selbst erlebt hat, sage ich nein.

Syrien ist ein Land, das auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Hier waren nicht nur die Araber, hier waren auch Römer, Ommajaden, Kreuzritter, Osmanen und ich meine, auch die Mongolen haben hier vorbeigeschaut. Alle haben in Syrien Zeugnis hinterlassen. Für Menschen, die Geschichte zum Leben erwecken wollen war Syrien ein Traum. Die UNESCO hat viele dieser Orte zum Welterbe erklärt, sich aber nie darum gekümmert und sich schon gar nicht finanziell an Ausgrabungen, Restauration oder Schutz beteiligt. Alles, was ich in Syrien gesehen habe, haben die Syrer gemeinsam mit privaten Gönnern, unter denen auch deutsche Großkonzerne waren,  bewahrt. Ein Jammer, dass davon wahrscheinlich nicht viel übrig bleiben wird.

Die ersten Kilometer auf syrischem Boden führten vorbei an Homs, einer Stadt, die ziemlich zeitig in Rebellenhände fiel. Eine Katastrophe für das Regime, denn in Homs gibt es eine wichtige Ölraffinerie. Das durfte man 2010 alles Fotografieren. Überhaupt zeigte sich das Regime in dieser Beziehung sehr großzügig. Es gibt in Syrien nichts, was man nicht fotografieren darf. Es gibt viele Länder in denen man da größeren Restriktionen ausgesetzt ist. Die ersten leibhaftigen Syrer, nach unserem Reiseleiter, einem ehemaligen Kunstattaché in der syrischen Botschaft in Bonn, trafen wir im Georgskloster, was uns gleich zeigte, die Christen spielen eine wichtige Rolle in Syrien. Das Mönchskloster ist mehr als 1.400 Jahre alt und bestens restauriert.

Der Krak des Chevaliers gilt als herausragendes Zeugnis der Kreuzritterzeit, nicht nur im Orient, auch bei uns, im Abendland. Die Ruine thront mächtig auf dem Berg und bietet leider sehr gut Deckung. Das UNESCO-Welterbe wurde leider im Bürgerkrieg bombardiert. Die Burg war von beiden Bürgerkriegsparteien besetzt und wurde durch Bomben schwer in Mitleidenschaft gezogen und geplündert. Als ich auf dem Krak war, wurden wir von einer Gruppe junger, erwachsener Syrer empfangen und begleitet, die kleine Andenken verkauften und alten, gehbehinderten Menschen für ein kleines Trinkgeld beim Weg über die mittelalterlichen Wege halfen. Was eigentlich ganz nett klingt, zeigt, dass junge Menschen in Syrien keine Perspektive haben. Wer sich als junger Mensch mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten muss, wird den Präsidenten wahrscheinlich eher nicht mögen. Der Anführer erzählte mir, dass es wenige Gruppen aus Europa gibt, die dann ein einigermaßen erträgliches Leben ermöglichen. Meine Gruppe war recht großzügig, die Männer sehr dankbar. Eine solche Truppe haben wir danach zwar nie wieder getroffen, aber ich fragte mich schon, ob es für junge Menschen keinen besseren Job gibt.

Nach der Besichtigung der Burgruine fuhren wir nach Hama, der Stadt der Wasserräder. Die Stadt ist eine der ältesten Städte Syrien und wird als Hamath auch in der Bibel erwähnt. Die Hauptattraktion der Stadt sind riesige Wasserräder, die Norias. Sie sind Teil eines alten Bewässerungssystems. Hama hat eine düstere Vergangenheit, über die man in Syrien nie gesprochen hat. Im Februar 1982 hatten die Muslimbrüder Hama zum Hauptquartier ihres Widerstands gegen das Assad-Regime auserkoren. Um den Aufstand niederzuschlagen, ließ der damalige Verteidigungsminister Mustafa Tlas die historische Altstadt bombardieren. Bei dieser kollektiven "Bestrafung" kamen rund 30.000 Menschen ums Leben und die historische Altstadt wurde offenbar schwer in Mitleidenschaft gezogen. Wir durften die Altstadt jedenfalls nicht anschauen und müssten uns mit den am Rande der Altstadt zu sehenden Wasserrädern begnügen.

Und um einen Eindruck zu bekommen, gibt es hier noch ein Video.

Ich kann noch viele Geschichten erzählen, über Aleppo, den Assad-Staudamm, die Oasenstadt Palmyra, die fantastischste Raststätte die ich je gesehen habe und natürlich Damaskus. Ich kann darüber erzählen, wie die Menschen trotz unterschiedlicher Religionen gemeinsam lebten und wie locker in Syrien der Islam gehandhabt wurde. Vieles davon ist sicher erstaunlich und vieles wird es nach dem Bürgerkrieg wohl so nicht mehr geben.

Also, wer mehr über Syrien wissen möchte, gibt mir Bescheid. Dann gibt es bald eine Fortsetzung.
Der Beitrag ist unter Zuhilfenahme von Wikipedia-Einträgen entstanden.

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Sonntag, 1. September 2013

Kommando zurück!

Barack Obama und Baschar al-Assad sind sehr einsame Männer. Na gut, Barack Obama hat wenigstens noch den französischen Präsidenten François Hollande an seiner Seite. Hollande scheint seine Defizite im Inland mit ein wenig Außenpolitik übertünchen zu wollen.

Barack Obama hat am Samstag bewiesen, wie schwer ihm ein Waffengang gegen Syrien fällt. Er ist zwar überzeugt, dass dies die richtige Lösung ist, aber er hat auch beschlossen, den Kongress mitzunehmen. Macht er das, weil er ja eigentlich Kriege beenden wollte und ihm der Militärschlag moralisch schwerfällt oder will er sich die Verantwortung "teilen", falls aus dem Militärschlag ein Krieg wird, in den die USA als Kriegspartei hineingezogen werden? Egal was die USA tun werden, das Leiden der Syrer wird wahrscheinlich weitergehen. Das macht mich persönlich sehr traurig, ist durch mich aber auch nicht zu ändern. Moralisch ist für mich der Einsatz eines weltweit geächteten Waffensystems keine Kleinigkeit und die Weltgemeinschaft muss auf diese Provokation anworten. Wie sie antwortet, sollte sie freilich möglichst gemeinsam abstimmen. Aber ich fürchte, dies ist ein frommer Wunsch.

Für das Trading spielt nur eine Rolle werden die USA einen Militärschlag ausführen und wenn ja wann. Wem das zu kaltherzig ist, darf nicht traden. Wir leben alle im Kapitalismus und können diesen natürlich ablehnen. Wir leben dann aber immer noch im Kapitalismus. Solange dieses Wirtschaftssystem existiert, wird nur derjenige überleben, der Geld hat. Das muss man verdienen, zum Beispiel an der Börse. Es ist nicht unmoralisch, Geld zu verdienen. Und es ist auch nicht unmoralisch, sein Geld vor Verlust zu schützen. Es ist deshalb auch nicht unmenschlich Gedanken zu machen, wie man sein Vermögen auch in der Krise mehren kann. Eine der Stärken des Forex-Handels ist, dass man auch in "schlechten Zeiten" Geld verdienen kann. Ich glaube nicht, dass es den Syrern hilft, wenn wir jetzt alle aus moralischen Gründen den für den Handel wichtigen Syrien-Konflikt nicht analysieren. Den Syrern nutzt es nichts, wenn wir im Jobcenter um Hartz IV betteln. Deshalb müssen wir den Krieg nüchtern analysieren. Beim Trading haben irgendwelche Gefühlsduseleien nichts zu suchen. Rationalität ist gefragt.

Es war schon immer so, dass auch in einer Krise oder im Krieg das Leben weiter gehen musste. So bedauerlich der Krieg für die Menschen ist und so sehr ich diesen Menschen wünsche, dass ihr Leid bald ein Ende hat - ich kann deshalb nicht selbst mit dem Leben aufhören. Es wäre auch nicht besonders effektiv, denn wenn ich heute aufhöre, Profit zu machen, hört der Krieg nicht auf. Es stirbt kein einziger Mensch weniger. Es ist also eine ziemlich sinnlose Art, Solidarität zu üben. Deshalb werde ich auch weiterhin nüchtern und sachlich die Geschehnisse analysieren und die Chancen ausloten.

Es hilft den Syrern mehr, wenn wir nach dem Krieg überlegen, wie wir den Menschen helfen können. Jetzt sind andere Kräfte an der Reihe und wir werden nicht beeinflussen können, was geschieht. Die Unsere moralische Meinung können wir austauschen, aber sie tut für das Traden nichts zur Sache.
Und damit zur Chartanalyse.

Wie oben schon kurz erwähnt zögert Barack Obama mit einem Militärschlag und scheint sich die Verantwortung für einen möglichen Krieg mit dem Kongress teilen zu wollen. Dort reagiert man nicht besonders erfreut, was die Frage aufwirft, wie handlungsfähig ist der Präsident und wie handlungsfähig ist die Weltmacht USA? Für uns bedeutet dies, ob ein Militärschlag kommt, ist nicht mehr so sicher. Sicher ist, dass er wohl nicht vor dem 9. September beginnen wird, denn der Kongress kommt erst an diesem Tag aus den Sommerferien zurück. Die spannende Frage ist, wie der Markt regieren wird.

Barack Obama hat keinen Zweifel daran gelassen, dass er für eine Strafaktion ist, die Frage, ob er auch bei einem "Nein" aus dem Kongress zuschlagen würde, aber unbeantwortet gelassen. Theoretisch ist der Präsident dem Parlament nicht rechenschaftspflichtig. Er allein entscheidet, ob und wann die USA in einen Krieg ziehen. In der kommenden Woche werden sich nun also die Kongressabgeordneten die Klinke des Weißen Hauses in die Hand geben und mit Barac Obama die Lage erörtern und es wäre ein Wunder, wenn sie an diesen Gesprächen nicht auch die Medien teilhaben lassen werden. Diese Nachrichten dürfte der Markt aufsaugen und die Wahrscheinlichkeit eines Krieges ähnlich analysieren wie die Spekulation um Eingrenzung der Anleihekäufe durch die Fed. Dies macht den Markt nicht unbedingt berechenbarer.

Der US-Dollar profitierte in der vergangenen Woche durch die zunehmende Kriegsangst. Am Freitagabend bröckelte der Kurs leicht, was damit zusammenhängen könnte, dass sich aus der Erklärung von Außenminister John Kerry zwar eine klare Kriegserklärung ableiten ließ, nicht aber der Zeitpunkt der Militäraktion. Inzwischen ist das Bild klarer, ein Krieg steht in den kommenden Tagen nicht bevor. Es könnte also sein, dass der Markt mit Erleichterung regiert, denn ein Waffengang birgt extreme Risiken. Die Erholung des Dollar könnte also zunächst beendet sein. Unter 81,70 dürfte es für den Greenback wieder problematisch werden. Das Tief bei 80,75 könnte relativ schnell wieder in den Fokus rücken. Auf der anderen Seite könnte über der 82,50 die 83 warten. Darüber sollte es auch aus charttechnischer Sicht wieder bullisch werden.


Das bedeutet für EUR/USD durchaus Erholungspotential. die 1,3180/75 hat zunächst gehalten, das Paar konnte sich leicht erholen. Klar, das könnte auch mit dem überverkauften Status, den EUR/USD schon hatten, zusammenhängen. Aufgrund der neuen politischen Entwicklungen könnte sich aber Erleichterung breit machen, die dem Euro helfen könnte. Der Euro muss also kein Short-Kandidat sein. Bei 1,3250 hat sich in den letzten Tagen ein neuer Widerstand aufgebaut. Sollte dieser brechen, dann sind durchaus wieder 1,33 möglich. Für bullische Momente könnte auch der chinesische ISM-Einkaufsmanager-Index sorgen, der am Sonntagmorgen mit 51,0 deutlich über der Prognose (50,6) lag. In der Nacht zum Montag legt die HSBC mit ihrem PMI nach.

Wichtigster Termin der kommenden Woche ist sicher die Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag, auch wenn hier keine großen Neuigkeiten zu erwarten sind. Die Frage ist, ob die EZB weiterhin uneingeschränkt auf niedrige Zinsen setzt oder ob die Konjunkturerholung inzwischen so robust eingeschätzt wird, dass man in den Aussagen zur Geldpolitik doch Räume lässt, die eine baldige Zinserhöhung nicht mehr komplett ausschließen. Insgesamt ist also wohl auch von der EZB nicht viel bärisches zu erwarten. Die weiteren Termine: Am Dienstag melden die USA den Einkaufsmanagerindex, am Donnerstag gibt es wie immer die US-Anträge auf Arbeitslosenhilfe. Am Freitag gibt es dann ein weiteres Highlight: Die Non Farm Payrolls, dazu erscheint die die US-Arbeitslosenquote. Guten Daten dürften die Angst vor einem schnellen Einstieg in das Tapering wieder wachsen lassen und dürften der Termin sein, der am ehesten Dollar-Bullisch werden könnten. Generell könnte die Woche also nicht schlecht für die Euro-Bullen laufen. Wenn nicht, liegen unter 1,3180/75 bei 1,31 und 1,2980 weitere Unterstützungen.


Auch andere Notenbanken geben ihre Zinsentscheidung bekannt. Bei der Reservebank von Australien dürfte der Markt wieder genau zuhören, ob und wenn ja wann die Notenbank vielleicht einen weiteren Zinsschritt durchführt. Zuletzt konnte man fast sicher sein, dass ein weiterer Zinsschritt noch in diesem Jahr kommt. Dass er schon diesmal erfolgt, ist aber wohl eher unwahrscheinlich. Der Aussie ist nach seinem letzten Hoch bei 0,9233 gewaltig unter Druck geraten, was sicher auch mit der Gefahr der Eskalation in Syrien zusammenhing. AUS/USD beendete den Handel am Freitag knapp unter 0,89. Eine Erholung aufgrund der aktuellen Nachrichten aus Washington ist durchaus denkbar. Der entscheidende Widerstand dürfte die 0,9045 sein. Davor bremst die 0,8980.


Auf der Unterseite bleibt die 0,8848 das erste Ziel. Darunter sind 0,870 und 0,86 die nächsten Ziele. Bei einer weiteren Zinssenkung könnte das Tief vom 25. Mai 2010 in den Fokus rücken: 0,8066.


Am Mittwoch meldet Australien dann das BIP. Wenn man die letzten Daten verfolgt hat, wäre die prognostizierte Stagnation des Konjunkturwachstums schon fest erfreulich. Ein Wachstum von 0,6 % wird erwartet, da darf die Eurozone durchaus neidisch sein.

Am Mittwoch tritt die Bank of Canada mit ihrer Zinsentscheidung auf. Auch hier wird keine Veränderung erwartet, aber die letzten Daten aus dem Land unter der Flagge mit dem Ahornblatt waren alles andere als ermutigend. Wie in den USA waren auch in Kanada mehrfach Bremsspuren im Konjunkturwachstum zu sehen. Dass die Notenbank die Leitzinsen ändert wird allgemein nicht erwartet, auch wenn die BoC bei einem aktuellen Leitzins von 1 % durchaus noch Luft nach unten hätte. Und dass man die lockere Geldpolitik eingrenzen möchte, das haben die Nachbarn bei der Fed weltexklusiv. So wird es sehr interessant, wie die Bank of Canada die Konjunktur bewertet und wie sich Gouverneur Stephen S. Poloz zur Geldpolitik äußern wird.

USD/CAD hat sich zuletzt in einer Range zwischen 1,0470 und 1,0570 bewegt. Wenn meine Vermutung richtig ist, dass die "Verschiebung" der US-Militäraktion gegen Syrien, den US-Dollar zunächst schwächen wird, wird der Markt das Doppeltopp bei 1,0570 nicht attackieren können und der kurze aktuelle Aufwärtstrend nicht halten. Unterstützungen finden wir bei 1,0470/40. Selbst wenn das Paar bis 1,0360 korrigieren sollte. Wird das übergeordnet bullische Bild aber kaum eingetrübt. Sollte die Bank of Canada also die lockere Geldpolitik fortsetzen und eventuell Zeichen setzen, dass weitere Maßnahmen möglich sind, dann sollte dies in der zweiten Wochenhälfte den Loonie wieder schwächen.


Ob USD/CAD davon dann profitiert wird auch von den US-Daten abhängen. Am Freitag liefert Kanada noch Arbeitsmarktdaten.

EUR/CAD hat in der vergangenen Woche stark korrigiert, wobei dies wohl weniger von den Daten als vielmehr von der Angst vor einem militärischen Eingreifen des Westens herrührte. Die Unterstützung, die man bei etwa 1,3925/20 ausmachen kann, wurde heftig attackiert, ist aber noch nicht nachhaltig gebrochen. Solange das Paar nicht aus der Wolke bei etwa 1,3890 austritt, sind die Euro-Bullen noch nicht geschlagen. Wenn der Markt die Botschaft Barack Obamas so interpretiert, dass ein Eingreifen der USA in Syrien nicht mehr so sicher ist, könnte dies durchaus eine Erholung einleiten. Nimmt man an, dass die BoC eher für eine weitere lockere Geldpolitik plädieren wird und eventuell sogar eine Ausweitung in Aussicht stellt, sollte die genauso günstig für den Euro, wie eine von der EZB positiv bewertete Konjunkturerholung in der Eurozone. Erstes Ziel könnte dann bei 1,4065/70 zu finden sein.


Und noch eine Notenbank hat ihren Auftritt, die Bank of England. Zuletzt hat sich Mark Carney viel Mühe gegeben, nicht den Anschein zu erwecken, dass die Bank of England noch lange auf niedrige Zinsen setzen wird. Die stoppte dann auch erst einmal die Dynamik in der Erholung von Cable. Der übergeordnete Aufwärtstrend ist intakt, auch wenn der Ichimoku eine Umkehr nahelegt. Sie ist noch nicht erfolgt. Ein Bruch der Unterstützung bei 1,5420 würde den Bullen nicht gut tun und könnte GBP/USD durchaus in den Breich 1,5265 führen. Auf der Oberseite käme es über 1,5555 wohl zu einem neuerlichen Test der 1,57 mit Ziel 1,5750.


EUR/GBP steht im Bereich des Augusttiefs bei 0,8505. Ein Bruch würde das Paar zunächst auf 0,8468 drücken. Aber auch hier gilt, es könnte die Woche des Euro werden. Aktuell ist nicht zu sehen, was den Euro entscheidend schwächen sollte. Die Konjunkturdaten der Eurozone sind zwar nicht für Euphorie geeignet, aber für Hoffnung. Die Nachrichten aus der Eurozone sind nicht wirklich schockierend. Die Mehrheit der Marktteilnehmer dürfte damit gerechnet haben, dass Griechenland ein weiteres Rettungspaket benötigt. Erster Widerstand wäre die 0,8567, deutliche Aufhellung des Chartbildes ist über 0,8606 zu erwarten.


Vor der EZB und der BoE gibt es am Donnerstag auch noch die Zinsentscheidung der Bank of Japan. Zuletzt konnte man den Eindruck bekommen, dass die Konjunkturerholung nach den Maßnahmen der BoJ nur vorübergehender Natur waren. Die Pressekonferenz mit BoJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda dürfte also sehr interessant werden. Der Yen könnte aber auch durch die überraschenden Entwicklungen im Syrien-Konflikt geschwächt werden. USD/JPY bleibt weiter im Dreieck gefangen. Um die 100 wiederzusehen, müsste USD/JPY die Dreiecksformation nach Norden verlassen und die 99,15 überwinden. Unwahrscheinlich ist das angesichts der Rahmenbedingungen, die für mehr Risikoappetit sprechen könnten, nicht. Zentrale Unterstützung ist die 96,80. Davor gibt es aber noch einen Support bei 97,65.


Beim Dax würde eine zurückkehrende Risikofreude bei den Anlegern die Chance auf eine Erholung bieten. Über 8.150 Punkte wartet die 8.268, deren Bruch Ziele um 8.455 ermöglichen würde. Sollte doch die 8.056 brechen sollten, droht auch der Bruch der 8.000-Punkte-Marke. Das ist aber aus aktueller Sicht erst einmal weniger wahrscheinlich als noch am Freitag.

Ich bin aktuell in EUR/USD und GBP/USD investiert.

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Freitag, 30. August 2013

Rückt Syrien am Wochenende wieder in den Fokus?

Nachdem die Märkte sich am Donnerstag wieder mehr dem "normalen" Marktgeschehen zuwendeten, könnte am Freitag oder spätestens über das Wochenende der Konflikt im Nahen Osten wieder in den Vordergrund rücken. Wann schlägt der Westen gegen Syrien zu? Wann startet die "Strafaktion" der "Allianz der Willigen"? Eine Frage die nicht so leicht zu beantworten ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Krieg kommt bleibt hoch und dürfte auch zum Wochenende den Markt beeinflussen.


Ziemlich sicher scheint zu sein, dass der Angriff nicht vor der Ausreise der UN-Inspekteure erfolgen wird. Diese werden nach UNO-Angaben am Samstag aus Damaskus abreisen. Schlägt der Westen dann zu? Da die Amerikaner ja glauben, Beweise zu haben, die eine Schuld des Assad-Regimes am den Giftgas-Anschlag bestätigen, müssen sie eigentlich nicht auf die Ergebnisse der Untersuchungen warten. Problem: Die Briten und Franzosen wollen offenbar doch erst die Ergebnisse abwarten und den UN-Sicherheitsrat tagen lassen. Nach Angaben der UNO sollen die Untersuchungsergebnisse am Sonntag vorliegen. Theoretisch könnte dann auch der Sicherheitsrat tagen. Also startet der Krieg am Sonntag, 1. September? Man schaue in die Geschichte. Ob das ein gutes Datum für einen Kriegsbeginn ist? Nun ja, Deutschland ist ja nicht dabei und die Amerikaner wollen ja gar keinen Krieg führen. Nur ein paar Bomben und Raketen als "Botschaft". Aber benötigen die Amerikaner dafür überhaupt die Briten und Franzosen. Die UNO benötigt der Westen garantiert nicht, die hat man schon in Afghanistan und im Irak nicht gefragt.

Um nicht falsch verstanden zu werden, mir geht es hier nicht um Moral oder Unmoral der Aktion gegen Syrien. Es geht lediglich darum, Möglichkeiten abzuwägen und die Konsequenzen für den Markt auszuloten. Wir können, ja wir sollen alle auch eine Meinung zur Moral dieses Krieges haben, aber als Marktteilnehmer ist es unsere Aufgabe Chancen und Risiken für unser Kapital auszuloten. Das ist übrigens nicht unmoralisch, denn wenn wir unser Kapital verlieren, haben wir den geschundenen Menschen in Syrien nicht geholfen. Wenn wir es mehren, können wir uns vielleicht mit einer Spende am Wiederaufbau des Landes beteiligen.

Oben habe ich also einige Szenarien beschrieben, die eher gegen einen Militärschlag am Wochenende sprechen. Wenn die Amerikaner aber den Markt im Blick haben, dann könnten der Samstag oder der Sonntag doch interessante Termine sein. Der Waffengang soll ja nur 2 Tage dauern. Werfen wir einen Blick auf Wirtschaftskalender: Am 2. September, also am Montag, haben die US-Amerikaner und die Kanadier "Tag der Arbeit". Wie in Europa am 1. Mai, haben die Amerikaner am Tag der Arbeit frei. Die Chinesen nehmen übrigens gleich eine ganze Woche frei und nennen das dann eine von drei "Goldenen Wochen".

Wenn also alles klappt, könnte der Spuk vorbei sein, bevor die US-Märkte wieder arbeiten. Wie wahrscheinlich ist dies also? Das einzuschätzen, würde bedeuten die nervösen Märkte durchschaut zu haben. Dies will ich mir nicht anmaßen. Es könnte aber sein, dass wir, je näher der Handelsschlusss kommt, in den Depressionsmodus schalten und die Märkte am Nachmittag und Abend die sicheren Häfen suchen. Am Ende dürften Öl, Gold, der Yen und der US-Dollar profitieren. Aktien dürften eine Weile im Portfolio verweilen, bis sie sich wieder erholt haben und Die gegen den US-Dollar gehandelten Währungen dürften Verluste einfahren. Da auch der Markt nur Gerüchte und Mutmaßungen handeln kann, wird er sicherlich nur ein begrenztes Krisenszenario einpreisen. Und hier wird es für die Trader interessant, welche über das Wochenende Devisen-, Rohstoff- oder Indizes-Trades offen haben.

Am Wochenende gibt es dann das Ereignis oder eben nicht. Darauf reagiert der Markt dann über das Wochenende, wenn der Handel geschlossen ist. Es muss nicht unbedingt sein, aber es ist doch ziemlich wahrscheinlich, dass der Kurs zum Wochenauftakt am Sonntagabend  deutlich vom Kurs am Freitagabend abweicht. Ein Gap könnte drohen. Ein Gap ist eine Kurslücke. Die Preis zwischen Schluss- und dem Eröffnungskurs hat es nicht gegeben und so würden Handel im Stop Loss (SL) aber natürlich auch im Take Profit (TP) erst beim nächst möglichen handelbaren Kurs ausgeführt werden.

Es bringt also nichts, den SL 20 Pips unter den Schlusskurs zu setzen. Wenn der Eröffnungskurs 200 Pips unter dem Schlusskurs ist, verliert man 200 Pips. Man muss also abwägen, ob man bereit ist, den Trade lange Zeit im Minus mit sich zu führen und eventuell, weil es keine Kursumkehr gibt, gezwungen wird, einen viel höheren Verlust  zu realisieren, oder mit einem geringen Verlust schon am Freitag vor Handelsschluss auszusteigen. ACHTUNG! Diese Entscheidung muss der Trader vor dem Handelsschluss treffen. Auch ein Stopp Loss lässt sich nach Handelsschluss bis zum Start in die neue Woche nicht mehr verändern. Man muss sich also auf alle Szenarien noch heute, während des Handels vorbereiten! Weitsicht ist gefragt.

Die Szenarien des Wochenendes. Theoretisch könnten die Amerikaner gleich nach der Abreise der Inspektoren am Samstag loslegen. Das halte ich für relativ unwahrscheinlich, weil die Amerikaner für einen Alleingang wohl auch von ihren Verbündeten hart kritisiert werden würden. Sollten es die Amerikaner doch machen, könnten sie rein theoretisch am Sonntagabend schon "fertig" sein. Dann würden die Märkte erleichtert reagieren und aus Dollar, Gold, Öl sowie den Yen flüchten. Die anderen Währungen sowie die Aktien könnten die Gewinner sein. Sollte der Krieg aber noch nicht beendet sein, das dürfte wahrscheinlicher sein, dann dürften die Marktbewegungen genau umgekehrt sein: Alles hinein in die sicheren Häfen Dollar, Gold, Öl und Yen.

Wahrscheinlicher ist aber wohl ein Kriegsbeginn am Sonntag. Der Sonntagabend wäre eine interessante Option. Wer sich noch an den "TV-Krieg" im Irak erinnert, die Amerikaner und ihre Verbündeten kommen gern im Dunkeln. Klar, man wird nicht so gut gesehen und wer hat schon mal gesagt, dass es im Krieg Fair play gibt. Es ist also möglich, dass der Krieg erst nach Öffnung des Marktes beginnt. Das hätte den Vorteil, dass man noch eingreifen kann, wenn man nicht schon schläft, wenn es am östlichen Rand des Mittelmeers kracht. Man sollte also auf jeden Fall vorsichtig bleiben, auch wenn das NATO-Militär am Sonntagabend noch auf seinen Einsatz wartet.

Wie wahrscheinlich ist ein Angriff am Anfang der Woche? Aus meiner Sicht ist es unwahrscheinlich, dass US-Präsident Barack Obama den Einsatzbefehl am Montag gibt. Noch unwahrscheinlicher ist es am Dienstag. Der Präsident reist am Mittwoch zum G20-Gipfel, der am 5. und 6. September in St. Petersburg stattfindet. Obama, oberster Feldherr der USA, wird den Krieg sicher nicht von St. Petersburg aus führen. Der Krieg sollte als entweder vor dem G20-Gipfel beendet sein oder aber erst nach dem G20-Gipfel beginnen. Das wäre dann kommendes Wochenende und oben Geschriebenes über die Gefahr eines riesigen Gaps würde wieder bestehen. Man sollte also am besten sein Tradingkonto auf eine längere Zeit im Krisenmodus einstellen.

So irre das vielleicht für den einen oder anderen klingt, so eine Krise kann auch eine gute Chance zum Traden sein, wenn man sein Moneymanagement im Griff hat und nicht zu gierig wird. Die Situation kann schnell wechseln, der Krieg kann auch länger als geplant dauern, und die Kurse sich können schnell mehrere 100 Pips bewegen. Hier ist Augenmaß gefragt und auch der Mut, mal eine Position als Verlust zu akzeptieren. Wer Trades, die sich in die falsche Richtung entwickeln, halten möchte muss sich darauf einstellen, dass er vielleicht viele 100 Pips absichern muss. Ob das sinnvoll ist, muss man mit seinem Moneymanagement und mit sich ausmachen. oft dürfte es hier besser sein, eine Verlust schnell zu akzeptieren und mit einer Gegenposition Geld zu verdienen. Raus halten ist auch nicht immer die schlechteste Idee.

Übrigens, wenn der Waffengang des Westens zunächst ausbleibt, dürfte das wohl von den Märkten mit Erleichterung registriert werden. Aber es wäre nur ein Aufatmen auf Zeit. Der Westen hat so mit dem Säbel gerasselt, dass er sich vollends unglaubwürdig machen würde, wenn er jetzt nicht ein paar Bomben über Syrien abwerfen würde. Also, auch wenn sich die Märkte dann erst einmal erholen würden, müssen die Dollar-, Gold, Öl-, und Yen-Bären wissen, dass sie bald wieder von den Bullen abgelöst werden dürften - und zwar mit viel Getöse.

Ich drücke allen die Daumen das Richtige zu tun. Ich persönlich habe in den letzten Tagen die Zahl meiner Trades kontinuierlich heruntergefahren und das Risiko reduziert. Aktuell habe ich nur noch drei Devisen-Trades, geöffnet. Ich habe 60 % meines Gesamtkapitals nicht investiert. Das Wochenende kann kommen. Den Syrern wünsche ich, dass sich Barack Obama daran erinnert, dass er den Friedensnobelpreis erhalten hat, weil er Konflikte so gut durch Verhandlungen lösen kann. Mein Portfolio ist aber eher auf die wahrscheinlichere Variante eingestellt, ein Krieg - irgendwann zwischen morgen und nächster Woche.

Wo uns Syrien so in Atem hält, Wer möchte, kann mir auf meiner OpenBook-Seite ja mal mitteilen, ob es interessant wäre, etwas über das Syrien vor dem Bürgerkrieg zu erfahren. Ich war 2010 da und könnte in der Kolumne am Montag meine Eindrücke schildern.

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Donnerstag, 29. August 2013

Jede Mengen Daten am Donnerstag - und Syrien

Eines dürfte feststehen, dieser Donnerstag dürfte sehr spannend werden. Es gibt einiges an Daten zu verarbeiten, welche die Märkte eigentlich durchaus beeinflussen könnten.

Schon in der Nacht gab es einige Daten aus Japan und Australien, die besonders im AUD/USD interessant werden könnten. Der Aussie war zuletzt wieder deutlich unter Druck. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung durch die Reservebank von Australien ist recht hoch, denn die Notenbänker sehen keine akute Inflationsgefahr und halten den Australischen Dollar als überbewertet an. Wenn man sich die Historie des Paares der letzten zehn Jahre anschaut, darf man dem zustimmen. 0,85 oder gar 0,80 wären durchaus realistisch. In der Nacht gab es mit den Daten zu den Verkäufen neuer Häuser und den neuen Privatinvestitionen durchaus Impulse, die den Abwärtstrend des Aussie durchaus bestätigen könnten.

Wenn diese Kolumne erscheint sind diese Termine bereits Geschichte und der Blick wendet sich auf die Eurozone. Die Konjunktur-Lokomotive Deutschland hat gleich zwei Auftritte. Nachdem am Dienstag ja Syrien dem ifo-Geschäftsklimaindex in die Quere am, gibt es diesmal am Vormittag die Arbeitsmarktdaten und am Nachmittag die Verbraucherpreise. Klar, der Arbeitsmarkt ist immer für einen Impuls gut, interessanter könnten aber die Verbraucherpreise werden. Die EZB möchte ja die Zinsen lange niedrig halten, wofür man eine Inflation benötigt, die nicht über die magische 2 %-Marke läuft. Die Prognosen geben Mario Draghi und seinen Kollegen recht. Die Verbraucherpreise werden auf dem Rückzug erwartet. Zuletzt gab es immer wieder Nachrichten, dass die Marktteilnehmer nicht an die von der EZB versprochene lange Niedrigzinspolitik glauben. So könnte ein Rückzug der Preise in Deutschland das Vertrauen in die EZB stärken und den Euro unter Druck setzen.

Es gibt noch einen weiteren Termin, der für den Euro problematisch werden könnte. Italien führt eine Auktion von Anleihen mit 10-jähriger Laufzeit durch. Durch die Syrienkrise sind die Zinsen zuletzt wieder gestiegen. nach 4,16 % am 12. August handelt die 10-jährige Anleihe gestern wieder bei 4,41 %. Dies ist etwa auch der Zinssatz, der bei der letzten Auktion am 30. Juli erzielt wurde. Sollten die Zinsen steigen, könnten dies einige mit der  Eurokrise in Verbindung bringen. Im Gegenzug sind die Zinsen der deutschen Anleihe gesunken. Die Fragmentierung der Finanzmärkte, also der Unterschied in den Zinsen zwischen Deutschland und Frankreich sowie der Peripherie, könnte also wieder zunehmen. Eines der größten Probleme der Eurokrise würde wieder zu Tage rücken.

Wahrscheinlich können die Italiener aber aufatmen. Am Mittwochabend sah es so aus, als ob es die Briten nicht mehr so eilig haben, mit dem Krieg gegen den syrischen Präsidenten Assad. Man bemüht sich um eine UNO-Resolution und scheint die Ergebnisse der UNO-Inspekteure, die den Giftgas-Angriff in Damaskus untersuchen, abzuwarten. Damit könnte die Risikofreude der Märkte vorübergehend vielleicht etwas zunehmen und Italien doch eine erfolgreiche Anleihe-Auktion bescheren.

Tja, Syrien oder besser die militärischen Absichten des Westens könnten die Impulse des Wirtschaftskalenders durchaus konterkarieren. Es ist relativ schwer vorherzusagen, wann die "Strafaktion" erfolgen wird und wie der Markt das Ganze bewerten wird. Werden die "Willigen" tatsächlich einen Blitzkrieg aus der Luft führen, kann es durchaus sein, dass der Markt mit Erleichterung reagiert und seine Risikofreude wiederfindet. Auch jetzt sind also die Kurse von Öl, Gold oder vom Yen keine Einbahnstraße. Gestern konnte man schon sehen, dass der Krieg für den Markt den Schrecken verliert.

Egal, ob des nun die Kurse beeinflusst oder nicht, sollten wir auf jeden Fall am Nachmittag auf die US-Daten schauen. Die Anträge auf Arbeitslosenhilfe werden im Hinblick auf die Entscheidungen des FOMC sicher im Markt Berücksichtigung finden. Erstaunlich ist die Prognose für das BIP. Die erste Vorabveröffentlichung ergab für das 2. Quartal einen Zuwachs des BIP von 1,7 %. Jetzt, einen Monat später, erwarten die Analysten für den gleichen Zeitraum plötzlich ein Plus von 2,2 %. Also, wenn der Syrien-Konflikt nicht alles überschattet, könnte dieser Termin sehr interessant werden.

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Mittwoch, 28. August 2013

Euro zieht nach

Die größte Überraschung des Dienstag war ja, dass sich der Euro angesichts der Kriegsgefahr in Syrien erstaunlich robust zeigte. Dies ist nun Geschichte. Der Euro zog am Mittwochnachmittag nach und verlor ohne einen sichtbaren Grund innerhalb einer Stunde knapp 70 Pips. Schon vorher drohte EUR/USD die 1,34 aus den Augen zu verlieren, hatte sich aber noch einmal bis 1,3373 zurück gekämpft. Dann folgte endlich das, was ich ehrlicherweise schon eher erwartet habe.


Charttechnisch ist eigentlich nicht viel passiert. Die Unterstützung bei 1,33 ist nicht in bedrängnis geraten und so handeln wir praktisch unverändert in einer Seitwärtsrange zwischen 1,33 und nun eher 1,3400. Der Widerstand bei bisher 1,3415 ist also etwas gen Süden gewandert. Angesichts der Lage auf der arabischen Halbinsel ist die Gefahr eines Bruchs der 1,33, die das Paar bis 1,3180 führen könnte größer als ein Überwinden der 1,34. Mittlerweile jagt an der Börse ein Gerücht das nächste und die Frage ist, wie cool die Märkte Meldungen wie den Aufmarsch amerikanischer und jordanischer Truppen an der Grenze zu Syrien wegstecken. Fakt ist, sollten die Amerikaner eine Bodenoffensive starten, dürfte das die Märkte in Depression stürzen.



Die Märkte gehen inzwischen wohl von einer zeitlich und räumlich sehr begrenzten Aktion gegen das Assad-Regime aus, was dem Krieg erst einmal den ganz großen Schrecken nahm und den Märkte eine leichte Erholung gönnte. So konnte sich der Dax von seinen Tiefs, die den deutschen Leitindex bis auf 8.094 Punkte drückte erholen und sogar die von mir gestern beschriebene wichtige Marke von 8.150 Punkte konnte wieder zurück erobert werden. Vorerst könnten die Dax-Bullen also aufatmen. Die Frage ist freilich, ob die Erholung nachhaltig sein wird, denn der Index war überverkauft, so dass man zunächst mal abwarten muss, ob die Erholung wirklich nachhaltig ist. Unter 8.056 Punkten kommt die 8.000 in Gefahr. Auf der Oberseite würde zunächst das Schließen des Gaps bei 8.242 Punkten gelingen können. Über 8.268 Punkten würde es für die Bullen wieder freundlich aussehen. Diese Aussicht dürfte sehr vom schnellen Ende des Syrien-Konfliktes abhängen.


Was insgesamt beim Dax auffällt, dass der deutsche Leitindex am Mittwoch noch einmal deutlich in die Tiefe gezogen wurde, während die anderen Indizes eher leichte Erholungstendenzen zeigte. Der Dow Jones konnte sich zum Beispiel leicht erholen, ohne das sich das Chartbild wesentlich geändert hätte.


Hintergrund könnte sein, dass der Dax die Verluste, die andere Leitindizes schon vollzogen haben, nachholte.

Auch WTI-Crude, hat sich erst einmal ein wenig gefangen. Die Gefahr von 150 $, wie ich es heute bei einem Analysten gelesen habe dürfte zunächst mal sehr weit weg sein. Ein Zwei:Jahreshoch über 114,81 ist zwar noch nicht vom Tisch, aber zunächst konnte der überkaufte Status ein wenig abgebaut werden. Ein neuerlicher Angriff auf die Hochs ist aber nicht vom Tisch, solange Öl über 109 hantiert. Der hohe Ölpreis zeigt auch, die Panik ist zwar nicht unendlich, aber die Situation an den Märkten bleibt angespannt.


Während der Euro am Nachmittag Prügel bezog, konnte Cable einen angenehmen Mittwochnachmittag verleben. Nachdem die Märkte den Syrien-Konflikt zumindest ein wenig ausblenden konnten, drehte GBP/USD und holte zumindest alle Verluste des Vormittags zurück. Am Ende hielt die 1,5420 und damit das Niveau des Ausbruchs vom 7. August. Dies könnte für Cable durchaus ein hoffnungsvolles Signal sein. Über 1,5560 könnte das Paar einen neuen Anlauf auf 1,5750 wagen. Über dieser Chance schwebt aber die Unsicherheit des Syrien-Konflikts. Auf der Unterseite würde noch einmal die 1,5372 (38,2 %-Linie des Fibonacchi-Retracements) unterstützen, ehe die Phantasien auf der Oberseite endgültig Pause hätten.


Mit der Stärke von GBP, die sich auch den bärenstarken, also bullischen CB Realisierten Handel ausgelöst wurde, brach die Erholung von EUR/GBP und das Paar viel wieder unter die 0,8606. Bärenstark eben, deshalb regieren nun wieder die Bären. Unter 0,8567 droht 0,8510/00


USD/JPY drehte bereits am Dienstagabend wieder und könnte nun zunächst die 98,50 ansteuern. Allerdings kann die Erholung auch eine technische Reaktion auf den überverkauften Status sein. Der Abverkauf war doch recht steil. Generell ist die 96 noch nicht vom Tisch. Sollte die Unsicherheit der Märkte zunehmen, dürften auch 94,85 durchaus möglich sein. Vorher unterstützt natürlich die 96.


Japan meldet übrigens in der Nacht die Einzelhandelsumsätze.

Aus Australien kommen die Verkäufe neuer Häuser und Neue Privatinvestitionen. AUD/USD schaute am Dienstag ein zweites Mal unter die 0,89, konnte sich aber erneut vor dem richtigen Absturz retten. Auf der Oberseite können wir in zwischen die 0,9045 zum zentralen Widerstand erklären. Die 0,9220 erscheint sehr weit weg. Auf der Unterseite bleibt das Tief vom 5, August (0,8848) im Fokus.


Die Schweiz meldet die Beschäftigungsrate und es wird erwartet, dass sie leicht steigt. Der Schweizer Franken ist ja auch ein sicherer Hafen und wenn man auf EUR/CHF schaut, bekommt man diese Rolle auch bestätigt. Das Paar hat am Montag 50 Pips verloren, konnte sich aber am Dienstag und Mittwoch stabilisieren. Die 1,2280 hat erneut als Unterstützung gedient, auf der Oberseite geht gerade nicht viel. Das Paar bewegt sich quasi in einer 20-Pips-Range.Über 1,23 wäre Luft bis 1,2360. Auf der Unterseite wartet die 1,2240, wenn die SNB nichts dagegen hat.


Etwas überraschend ist es zumindest schon, dass sich EUR/CHF am Dienstag, als die Märkte nach sicheren Häfen Ausschau hielten, der Schweizer Franken nicht profitierte. Hatte da die Schweizer Nationalbank ihre Finger im Spiel?

Übrigens auch die Eurozone meldet am Donnerstag Daten. Aus Deutschland kommen die Arbeitsmarktdaten, Italien versteigert Anleihen mit 5- und 10-jähriger Laufzeit (das könnte sehr spannend werden) und am Nachmittag erscheinen noch die deutschen Verbraucherpreise.

Die USA sind auch mit einigen Daten dabei. Wie immer am Donnerstag gibt es die Anträge auf Arbeitslosenhilfe, Dazu werden das BIP sowie der BIP-Preisindex gemeldet. James Bullard vom FOMC hat schon wieder einen Auftritt. Vielleicht verrät er uns ja, wie man als Zahlungsunfähiger einen Krieg finanziert.

Kanada meldet sein Leistungsbilanzdefizit, davon darf man wohl ausgehen. USD/CAD hat dank der schwachen Daten aus den USA die 1,06 deutlich verfehlt und hat die schwachen Daten genutzt, um zu korrigieren.  Ob die Unterstützung bei 1,0470 wirklich hält wird sich noch beweisen müssen, theoretisch würde noch die 1,0440 bereitstehen. Sollte die Unterstützung fallen, dass könnte es schnell bis auf 1,0360 gehen. Aber eigentlich sind die Daten aus Kanada für solche Bewegungen zu schwach. Aktuell weiß man aber nie und die US-Konjunktur ist eben auch nicht auf Rosen gebettet.


Sollten also Wirtschaftsdaten eine Rolle spielen, könnte es interessant werden. Na ja da wäre dann eben noch Syrien und der Konjunktiiv. Happy Trading.

Ich bin aktuell in EUR/USD, GBP/USD und AUD/USD investiert.

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Die Politik sorgt für Marktbewegung

Der gestern von mir ins Spiel gebrachte ifo-Geschftsklimaindex konnte dem EUR/USD ebenso wenig ein neues Monatshoch bescheren, wie dem Dax. Die Politik tat auf den Plan, die Kriegsangst bestimmte die Kurse, teilweise mit überraschenden Auswirkungen. Nicht überraschend waren die Auswirkungen auf die Aktienmärkte. In den USA begannen die Kurse schon am Montagabend nachzugeben, am Dienstag stiegen die europäischen Märkte in den Katzenjammer ein und drückten den Dax kurz vor Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimaindex unter die 8.400 Punkte-Marke und später auch unter die 8.300 bis in die Nähe der 8.200.

Spannend war der Zeitpunkt der Veröffentlichung des durchaus positiv ausgefallenen ifo-Geschäftsklimaindex. EUR/USD hielt sich noch einige Minuten in der Nähe der 1,34, ehe das Paar dem DAX zaghaft folgte. Wenn man bedenkt, dass bei Kriegsangst eigentlich neben dem Yen immer der US-Dollar gesucht wird, muss man dem Euro eine erstaunlich stabile Verfassung zugestehen. Am Nachmittag wurde es noch interessanter, als der Euro plötzlich die Verluste wieder egalisierte und sich genau bis 1,34 erholte, um sich dann knapp unter dieser Markt zu etablieren. Auslöser soll das Gerücht gewesen sein, dass die USA schon in einem oder zwei Tages mit den Luftschlägen beginnen würden. Spannend daran: Warum steigt dann der Euro? Theoretisch wäre das eigentlich ein Szenario für Dollar-Stärke gewesen. Auslöser könnte auch die Nachricht gewesen sein, dass die USA in sechs Wochen zahlungsunfähig sein werden. Aber auch das hätte zur Folge, dass der Dollar knapp und damit wertvoller werden müsste. Und mal ehrlich, welcher Amerikaner wird so unpatriotisch sein und die Schuldenobergrenze nicht anheben. Am kann ja nicht die Army im Regens stehen lassen. Damit hat vielleicht Barack Obama ein kleines Problem weniger, aber ob Syrien da ein Segen ist?

Die Politik könnte die Märkte auch in den nächsten Tagen in ihrem Bann ziehen. Es ist zu befürchten, dass die Märkte jede Nachricht genau beobachten, analysieren und auch handeln. Gewinner sollten die sicheren Häfen sein. Beispielsweise deutsche oder amerikanische Anleihen, Gold oder der Yen haben schon gestern profitiert und das sollte sich nicht ändern, solange die Kriegsgefahr akut ist.

Überraschend ist, dass der Dollar nicht profitiert. Das wird man sehr genau beobachten müssen. Welche Überlegung hat der Markt hier? Warum wertete der Euro gegen den Dollar am Nachmittag so deutlich auf? Das ist ungewöhnlich und solange nicht klar ist, warum diese Erholung erfolgte, sollte man mit allzu viel Euphorie vorsichtig sein und sich eine wichtige Börsenweisheit in Erinnerung rufen. Es ist nie gut, sich zu einseitig zu positionieren. Diversifikation ist immer gut. Wenn man dann einmal vom Markt überrascht wird, hat man keinen Totalverlust zu befürchten und hat Chancen mit anderen Investitionen die Verluste wieder auszugleichen.

Sollte man jetzt die "Kriegskarte" voll spielen? Eine schwierige Frage. Das Problem ist, dass wohl nur ein sehr begrenzter Militärschlag geplant ist. Das Risiko könnte überschaubar sein. Es könnte also auch sein, dass sich die Märkte schnell vom Kriegsschock erholen und zur Tagesordnung übergehen. Das gilt auch für den Ölpreis. Syriens Öl spielte bisher auf dem Weltmarkt keine Rolle. Wenn also die Militärmaschinerie eher auf Sparflamme läuft, könnte die Öl-Rallye auch sehr begrenzt bleiben. Auch in dieser Situation gilt also, nüchtern analysieren und mit Bedacht investieren.

Sollte der Krieg also wieder in den Hintergrund treten, dann hätten wir auch ein paar Impulse aus der Wirtschaft zu bieten. Schon vor Erscheinen dieser Kolumne veröffentlicht die GfK das Konsumklima für Deutschland, welches kaum verändert erwartet wird. GBP könnte von einem starken Wert beim CBI Realisierten Handel (12 Uhr) profitieren. Auch eine Art Konsumklima-Index, denn es geht um den Einzelhandel. Aus den USA gibt 16 Uhr des die schwebenden Verkäufe von Eigenheimen. Zuletzt meldete der Immobilienmarkt ja eher schwache Daten. Schuld sind nicht zuletzt deutlich gestiegene Hypothekenzinsen.

Aber ob diese Terminen heute irgendjemanden interessieren? Wir werden es erleben.

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Montag, 26. August 2013

Der ifo-Geschäftsklimaindex und US-BIP als Highlights

In der neuen Woche sehen einige interessante Termine auf dem Programm, die besonders EUR/USD bewegen könnten. Der Fokus der Anleger dürfte sich auf die Konjunktur-Lokomotive der Eurozone, Deutschland und auf die USA konzentrieren.


Heute werden in den USA die Aufträge der Gebrauchsgüter veröffentlicht.  Die Prognosen gehen bei den wichtigen Kern-Gebrauchsgütern von einer leichten Steigerung aus, während in den USA scheinbar aktuell keiner Flugzeuge benötigt. Nun, vielleicht benötigt ja das Pentagon bald ein paar Flugzeuge.

Der Dienstag könnte den Rest der Woche prägen. Am Vormittag veröffentlicht das ifo-Institut den deutschen Geschäftsklimaindex. Nach den erfreulichen Daten der letzten Wochen darf man auch positive Impulse aus München erwarten. Sollte dies der Fall sein, könnte dem Euro durchaus eine sonnige Woche bevorstehen. Mal vom deutschen Konsumklima am Mittwoch abgesehen, tritt die Eurozone dann erst wieder am Freitag in Aktion.

Ebenfalls am Dienstag erscheint das Verbrauchervertrauen der USA. Nachdem das Vertrauen der Konsumenten lange zunahm, scheint es nun zu stagnieren. Schon im Juli erhielt der Optimismus einen Dämpfer, dies wird auch für den August erwartet. Insgesamt hat sich die Konjunkturerholung der USA offenbar doch deutlich abgekühlt. Ein zeitiger Einstieg in den Abbau der Anleihekäufe durch die Fed scheint angesichts dieser Beobachtungen kaum vorstellbar.

Am Donnerstag werden in den USA wie immer die Zahlen der Anträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Der Tag könnte ganz im Spekulationsfieber um das sogenannte Tapering, der Eingrenzung der Anleihekäufe, stehen. Das US-BIP steht im Wirtschaftskalender und dürfte die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer. 2,2 % soll das BIP im letzten Quartal gestiegen sein, erwarten die Analysten. Damit würde sich die US-Konjunktur dann doch robuster zeigen, als man das nach den Zahlen der vergangenen Wochen erwarten durfte.

Am Freitag schließlich gibt es dann wohl den einen oder anderen bangen Blick auf die Eurozone. Die Arbeitslosenquote wird gemeldet.  Es wird mit einer Stagnation bei 12,1 % gerechnet. Erstaunlicherweise bemühten sich ja zuletzt einige Deutsche, die Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, das Versprechen der EZB, den Leitzins lange bei 0,5 % oder sogar darunter zu lassen, zu relativieren. Sollten die Prognosen zu den Verbraucherpreisen bestätigt werden, dürften nun wiederum diese Äußerungen wieder relativiert werden. Der Verbraucherpreisindex soll in der Vorablesung von 1,6 auf 1,4% fallen. Das wäre sicher das falsche Signal für eine Zinserhöhung.

Und so könnte es also wieder zu sehr unterschiedlichen Impulsen kommen, die EUR/USD in beide Richtungen bewegen könnten. Für Spannung und die eine oder andere Chance sollte also gesorgt sein.

Und die anderen Währungsgebiete? Kanada meldet am Freitag das BIP und nach den Daten der vergangenen Zeit ist hier eher ein Dämpfer für die Konjunktur zu erwarten.

Als Unbekannte könnte in dieser Woche der Syrien-Konflikt für Unsicherheit sorgen. Für die USA scheint schon klar zu sein, wer für einen mutmaßlichen Giftgas-Angriff in der Nähe von Damaskus verantwortlich war und zumindest das Säbel rasseln ist deutlicher vernehmbar. Greift der Westen in den Bürgerkrieg ein? Welche Auswirkungen hat dies auf den Markt? Diese Woche könnte die eine oder andere Überraschung parat haben, auf die wir gern verzichten würden. Bleiben wir also wachsam und achten auf unser Money-Management!

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