Die Welt des Reisens

Mittwoch, 20. November 2013

Wann kommt Tapering?

Vorhin ein wenig untergegangen sind ein paar weitere Daten des Vormittags. Nicht wirklich erfreulich sind die deutschen Erzeugerpreise, die  für die augenblickliche Schwäche des Euro mit verantwortlich sein könnten.  Im letzten Monat sanken die Erzeugerpreise um 0,2 %. Auf Jahresbasis sind wir inzwischen bei -0,7 %. EUR/USD schafft es weiter nicht die 1,3550 nachhaltig zu überwinden. Gegen die These, dass die Erzeugerpreise das Problem sind, spricht aber. dass EUR/USD eigentlich seit Mitternacht kontinuierlich verliert.


Im größeren Zeitfenster hatte ich EUR/USD vor zwei Stunden besprochen. Überraschend stark präsentierte sich der Schweizer ZEW Konjunkturerwartungsindex. Mit 31,6 lag er über den erwarteten 30,0. Im EUR/CHF deutet sich auch Schwäche an. Der Ichimoku ist zwar noch neutral, aber unter 1,2310 dürften weitere Abgaben Richtung 1,2280/35 bevorstehen.



Der amerikanische Handel hat es heute in sich. 14.30 Uhr geht es mit den Einzelhandelsumsätzen und den Verbraucherpreisen los. Bei den Einzelhandelsumsätzen wird bei der Kernrate, also ohne Autos nur eine Steigerung von 0,1 % erwartet. Vor einem Monat waren es noch 0,4 %. Klingt nach einer vorsichtigen Prognose, aber das ist verständlich, schließlich dürften die Amerikaner im Oktober wegen Government Shutdown nicht in großer Kauflaune gewesen sein.

Der Verbraucherpreisindex ist für Tapering wichtig. Aber die Verbraucherpreise sind wahrscheinlich weiter auf dem Rückzug. Die Inflation wird nur noch bei einem Prozent erwartet. Vor einem Monat waren es noch 1,2 %. Die Fed hat also eher ein ähnliches Problem wie die EZB. Man muss verhindern, dass die Realwirtschaft in die Deflation abrutscht.

Warum ist das bei der ganzen Geldflut so? Nun, die vielen Milliarden der Notenbanken kommen ja kaum in die Realwirtschaft. Die Fed kauf ja vor allem Staatsanleihen und auch die Bank of Japan, kauft Staatsanleihen. Die Staaten finanzieren damit ihre Haushaltsdefizite. Dazu gibt es Liquidität zum niedrigen Zinssatz für die Geschäftsbanken. Doch statt die Wirtschaft anzukurbeln, nutzen die Geschäftsbanken das Geld, um sich selbst zu sanieren. So kommt die Wirtschaft kaum in Fahrt. Die Arbeitslosigkeit bleibt in vielen Ländern besorgniserregend hoch und so ist auch kaum eine Steigerung der Konsumausgaben zu erwarten. Was macht ein Händler, wenn keiner mehr etwas kauft? Er senkt die Preise oder erhöht sie wenigstens nicht. Eine gefährliche Spirale, denn dann fehlt auch das Kapital für neue Investitionen, eine Rezession droht. Wenn man dies zum Maßstab macht, muss aber auch feststellen, dass die Anleihekäufe durch die Fed im Prinzip wirkungslos sind.

In dieser Beziehung ist es sehr interessant zu erleben, wie die einzelnen Mitglieder des FOMC dieses Problem sehen und ob sie QE3 vielleicht doch bald langsam zurückfahren wollen. Antworten auf diese Fragen können im FOMC-Sitzungsprotokoll stehen, das um 20 Uhr veröffentlicht wird.

Dazwischen gibt es 16 Uhr die Verkäufe bestehender Häuser in den USA. Außerdem gibt es wieder ein paar Einblicke in das Innenleben des FOMC: 16 Uhr spricht New York-Fed-Chairman William Dudley, 18.10 Uhr ist dann James Bullard von der St. Louis-Fed an der Reihe. Beide sind stimmberechtigte Mitglieder des FOMC.

Wir schauen mal kurz auf den Dollar-Index.Der Dollar hat von der Euroschwäche nicht wirklich profitiert. Im Wettrennen um die schwächste Währung scheint es ein patt zu geben.



Neben den vielen wichtigen Terminen aus den USA stehen auch in Kanada zwei Ereignisse auf dem Programm. 14.30 Uhr erscheinen die Großhandelsumsätze. 22.15 Uhr spricht dann noch der Gouverneur der Bank of Canada, Stephen S. Poloz.

EUR/CAD hat bei 1,42 Widerstand gefunden und könnte nun bis 1,4060 korrigieren. Sollte die Schwäche anhalten, würde das Paar eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation bilden und bis 1,3975 fallen können. Noch liegt das Paar aber in einem Aufwärtstrend.


Weitere Infos und Einschätzungen gibt es im Laufe des Nachmittag auf meiner eToro OpenBook Wall.

Meine Betrachtungen stellen keine Handelsempfehlung dar. Ich bin aktuell in EUR/USD, EUR/GBP, EUR/AUD, Gold, Tesla Motors, Sony, Cisco und IBM investiert.

1 Kommentar:

  1. Ich habe vor einigerZeit mal einen Bericht gelesen über die Verbraucherpreisentwicklung in USA. Da war die Rede davon, dass die Inflationsrate in USA so rückläufig wäre, da die durch das billige Geld angeschobene Preiswelle durch die sinkenden Energiepreise (auch durch Fracking) gestoppt wird.

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